WoRüber #3 – Leise rieselt der Schnee

Etwas verspätet am Montagmorgen verfasse ich nun endlich meinen Wochenrückblich für die 3 Woche dieses Jahres. Am Wochenende hatte ich wenige Ambitionen und da ich nun krank bin, nutze ich die Entspannte Zeit auf dem Sofa um mich und meine Gedanken zu ordnen. Denn auch in der letzten Woche gab es unterschiedliche Themen, die mich sehr betroffen und berührt haben.

Schnee im Schwarzwald

Bei dem Titel fangen manche von euch bestimmt schon an zu schwärmen, denn ihr stellt euch sicherlich weiße Berge mit verschneiten Tannen vor, welche einfach traumhaft zu sein scheinen. Das ist es auch, keineswegs. Wenn ich im Winter aus dem Fenster schaue, fange ich sofort an zu träumen. Generell finde ich den Schwarzwald persönlich nicht schön. Er ist viel zu dunkel und oft viel zu kalt. Nur im größten Hochsommer fangen ein paar Laubbäume an zu blühen und wir sehen etwas Farbe. Das war während meinem Aufenthalt auf der Alb ganz anders. Jedoch im Winter steht dem Schwarzwald nichts nach.

 

Gerade deshalb sollte man meinen, wir Schwarzwälder wären diesen Winter gewohnt. Wenn ein Karlsruher hier auf der Durchreise im Winter auf seinen Sommerreifen stecken bleiben würde – ok, die kennen das nicht. Aber wieso zum Kuckuck bricht bei der ersten Schneeflocke die fällt das totale Chaos aus? Alle fahren in Schrittgeschwindigkeit, an jeder Ecke stehen Fahrzeuge, die nicht weiter kommen, oder die in ein aderes drauf gefahren sind. Meinen Arbeitsweg von keinen 20 Kilometern habe ich am Mittwoch und Donnerstag in einer ganzen Stunde bezwungen! Das macht eine Durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 km/h!! Ich war ausgeliefert an die Idioten, welche Panik vor dem Fahren im Schnee haben und am liebsten zuhause gelieben wären, während mein Polo sich hinter all den genervten und erfahrenen Allräder einreihte und wir alle um die Wette fluchten, weshalb diese Idioten nicht einfach mal fahren können, damit sie nicht stecken bleiben.  Ja, wären diese Personen bloß zuhause geblieben 🙁

So schön der Schnee auch war, ich war ganz glücklich, als es am Freitag wieder regnete und dann erst am Wochenende wieder schneite. So konnte ich am Freitag ein paar Minusstunden, die durch das Wetter verursacht wurden, wieder aufbauen.

Eine Frau muss kochen können

Der Aufreger der Woche: eigentlich mag ich meine Schwiegermutter wirklich. Sie ist ein zuverlässiger Mensch und eine Mutter, die für ihre Söhne alles tun würde. Manchmal hat sie als Frau, die nie sehr viel gearbeitet hat und in vielen Ansichten eine richtige Russin ist, oft Vorstellungen, die meinen gar nicht entsprechen. Spricht man von einer russischen Frau, stellt man sich eine Hausfrau vor, die ihren Mann und ihre Kinder umsorgt und kein Wort veto gegen Männer erhebt. “Eine Frau hält die Familie zusammen” pflegt sie immer zu sagen. Eine polnische Frau jedoch ist in meinen Augen top gestylt und sitzt rauchend in der Küche, während ihr Mann im Wohnzimmer staubsaugt, um die Freundinnen nicht in ein dreckiges zuhause einzuladen, nachdem sie den ganzen Tag arbeiten war. Natürlich sind diese Rollen SEEEHR übertrieben, ein Fünkchen Wahrheit steckt jedoch oft dahinter – russische Frauen stehen zur Familie und polnische Frauen sind sehr temperamentvoll und lassen sich ungern etwas sagen. Aus dieser “Erziehung” heraus führen wir oft Debatten um Kinder und Haushalt. Gestern fiel der Satz “Eine Frau muss kochen können, ein Mann repariert ja schließlich auch”. Ok, ich dürfte mich eigentlich nicht angegriffen fühlen, denn ich kann kochen und würde meine Familie niemals hungern lassen. Wenn es jedoch um cooles oder besonderes Essen geht ala Dampfnudeln oder “wir tischen viel auf weil Familie zu Besuch kommt” ist es immer mein Mann, der das richtige Können und den Durchblick hat. Ich kann nicht die Mengen und treffe auch nicht jeden Geschmack. Zudem möchte ich erwähnen, dass etwas Schrauben oder Reparieren ein Vorgang ist, der erstens nicht jeden Tag auftritt und zweitens meist schnell erledigt ist.

Abgesehen von der Fahrstrecke meines Mannes bin ich zur Zeit diejenige, die länger arbeitet und durch seine Umschulung auch der Hauptverdiener der Familie. Muss ich deshalb, weil ich Frau bin, meinen Mann jeden Tag bekochen? Wieso DARF er das nach morlaischen Ansichten nicht genauso übernehmen? Ein Tag ich, ein Tag du. So wäre es fair. Aber aus irgendwelchen Altertümlichen Gebräuchen muss man auch davon absehen, dass die Frauen früher und auch viele russische Frauen heute, nicht oder wenig arbeiten. Und deshalb auch die ZEIT zum kochen haben. Wenn eine Frau also für ihre Familie sorgen und sie stolz bekochen will, dann darf sie das gerne als Hausfrau machen. Ich vollzeit Arbeitende werde mich niemals dazu erniedrigen, auch noch abends da zu stehen und keine Hilfe einzufordern. Weil er ja irgendwann irgendwas reparieren wird. Und dabei sehe ich mich gar nicht so sehr als Emanze, es geht nur um das Gleichgewicht, das hier herrschen sollte.

 

Was waren eure Aufreger der Woche? Oder hattet ihr eine besonders gute?

Hinterlasst mir hierzu gerne einen Kommentar 🙂

15 Replies to “WoRüber #3 – Leise rieselt der Schnee”

  1. Oh, ich verstehe Dich gut! Meine Schwiegermutter ist schon 91 aber geistig fit. Sie war trotz 3 Kinder immer voll arbeiten als Lohnbuchhalterin und hat nebenbei ein großes Haus, den Garten und Vieh bewirtschaftet, ich hab keine Ahnung, wie sie das geschafft hat. Nebenbei wurde selbstverständlich jeden Tag frisch gekocht und 2mal die Woche gebacken? Und es war immer picobello sauber, selbst im Garten hatte kein Unkraut eine Chance, alles stand in Reih und Glied. Ich geh „nur“ voll arbeiten, aber ohne die Hilfe vom Mann würde hier alles zusammenbrechen. Gekocht wird abwechselnd und auch sonst gibt es ne klare Arbeitsteilung.

    1. Liebe Antje,
      ja das kenne ich zu gut 😀 wenn er nicht anpacken würde, dann würde hier das volle Chaos ausbrechen.
      Jedoch habe ich hier immer das Argument, dass sie immer nur Teilzeit abeiten geht.

  2. Ich würde mich über die Schwiegermutter genauso aufregen, ich teile Deine Meinung! Auch, warum eigentlich keiner mehr Autofahren kann, wenn es auch nur eine kleine Flocke schneit! Das frage ich mich jedesmal.

    LG, Bea.

  3. Ich sehe das ähnlich wie Du und hätte mich auch aufgeregt. Ich mag so eine antiquarische Rollenverteilung nicht.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de
    P.S. Bei uns kein Schnee in Sicht….(Lahr/Schw.)

  4. Oh, ich glaub über diese Ansichten würde ich mich genau so aufregen wie Du, keine Frage. Mein Ex wollte auch immer dass ich koche und putze, ich wäre ja schließlich die Frau im Haus. Tja, schade, dass es meine Wohnung war und ich auch mehr verdient habe als er, er ist jetzt nicht umsonst mein Ex 🙂
    Nein, von solchen antiquierten Einstellungen halte ich gar nichts, Zusammenhalt in jede Hinsicht ist angesagt.

    Zum Schnee habe ich ein eher gespanntes Verhältnis. Den mag ich nur wenn die Straßen frei sind, dann kann er wegen mir aber auch 3 Monate liegen bleiben.

    1. Hallo Conchita,

      du machst ja gleich Nägel mit Köpfen. Verstehe ich aber vollkommen 😉
      Tja, dann hoffe ich, dass wir uns bei Schneegestöber nicht auf der Straße begegnen 😀

  5. ein so schöner Text! ich habe schon gesehen, dass es vor allem um die Gegen ab Franken herum nochmal so schön winterlich geschneit hat! da beneide ich euch drum … hier am Rhein sehen wir ja quasi nie Schnee und es ist immer nur feucht im Winter, auch weil wir vom Schmelzwasser immer Hochwasser haben 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    1. Liebe Tina,

      ja das kenne ich nur zu gut! Vor unserem Unzug letzten Monat haben wir auch im nur 10 km entfernten Tal gewohnt und es waren mit ca 400 Höhenmetern Welten. Während die Stadt schön weiß war, war bei uns immer der Keller geflutet.

  6. ? gegen Schwiegermutter kommt man wenig an. Nein, Spaß beiseite…ich verstehe dich schon. Ich würde mich aber auf keine Diskussion einlassen. Jeder macht in der Familie/ Ehe,.was er am besten kann. Hier kocht zum.bridpirl mein Mann viel besser als ich und seit der letzten Schwangerschaft macht er die Wäsche und da darf ich ihm überhaupt nicht reinreden. Dafür habe ich alle Termine aller sieben Familienmitglieder im Blick, kümmere mich, dass alle pünktlich zur Schule, Kita und Job kommen und organisiere alles für die Kinder. Im übrigen, kenne ich es nur so: Mann und Frau teilen sich die Arbeit im Haushalt, war schon bei meinen Eltern so.

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