WoRüber #2 – Ein gutes neues Jahr?

Willkommen zu dem zweiten Teil meines Wochenrückblicks! Da wir letzte Woche noch Urlaub hatten, war dies meine erste Woche zurück im Beruf. In diese Woche habe ich sehr viel Hoffnung gesetzt – und wurde von allen Seiten tatsächlich nur enttäuscht.

Gute Vorsätze sind nur möglich, wenn die Umwelt mitspielt

Und mein guter Vorsatz für das neue Jahr war mir so wichtig. Wie auch schon in dem Adventskalender beschrieben, war es mir sehr wichtig, mir Zeit für mich und meine Familie zu nehmen. Besonders im Urlaub habe ich gemerkt, wie sehr die Mutter-Tochter Beziehung durch meinen stressigen Job leidet und habe mir fest vorgenommen, meine Überstunden zu reduzieren, damit ich auch nervlich zuhause tatsächlich anwesend bin und nicht eine Stunde platt über meinem Kaffee meditiere, damit ich die Kraft finde, esssen zu kochen und die kleine ins Bett zu bringen. Der erste Tag hiel sich noch in Grenzen. Da ich jedoch gestresst in den Urlaub gerannt bin, musste ich einiges noch vom Vorjahr aufarbeiten. In der Regel habe ich vor 9 nicht angefangen, effektiv etwas zu tun, da ich meine Aufgaben erstmal erkennen und sortieren musste. Am Dienstag kam bereits der erste Schock: meine direkte Kollegin muss laut unserem Chef, dem sie assistiert, Aufgaben abgeben. Und es war tatsächlich wortwörtlich formuliert: “an sonstwen”. Ich bin nicht sonstwer, ich bin eine persönlichkeit, die sehr viel leistet und nun noch mehr leisten muss. Aber da sieht man, wie sehr die Arbeit dann wertgeschätzt wird. Ich stand an dem Tag im Konflikt mit mir selbst und wollte noch in den letzten Tagen meiner Probezeit eine Kündigung formulieren und hinausmarschieren. Auf niemehr Wiedersehen. Zum Glück ist die Vernunft in manchen Situationen nun doch stärker als die Enttäuschung und so entschied ich mich, trotz allem zu bleiben. Neben meinem Chef, dem ich hauptsächlich assistiert habe, soll ich nun alle 200 Mitarbeiter der Abteilung übernehmen. Das Problem: der Kindergarten beginnt un 7:15 und endet um 16:45. Mit An- und Rückfahrt arbeite ich jeden Tag meine Sollzeit + 15 Minuten. Ich muss also in einer viel kürzeren Zeit, als beispielsweise meine Kollegin, die keine Kinder und somit keine zeitliche Verpflichung nochmal 30 % mehr Aufgaben übernehmen. Das bedeutet für mich: Gas geben und erschöpft heimgehen oder Abholer organisieren. Und wenn bekannt wird, dass ich Abholer habe, wie zB immer Freitags, sitze ich bis 18 Uhr im Büro. Keine guten Aussichten für das neue Jahr. Meine Familie ist ebensowenig begeistert.

Wenn Gewohnheiten einem zum Verhängnis werden

Wer kennt das nicht? Man macht jahrelang immer die ein und selbe Bewegung. Diese ist dann drin, ganz automatisch und im Schlaf. In der alten Wohnung, in der wir noch bis vor einem Monat gewohnt haben, hatten wir eine Wohnungstür mit Klinke außen. Wir haben uns jeden morgen angezogen, sind zur Tür raus, haben diese zu gezogen und mussten sie immer abschließen, mit dem Schlüssel der IMMER in meiner rechten Jackentasche ist. Am Freitag ziehe ich mich und meine Tochter also an, ziehe die Tür zu, greife an meine rechte Jackentasche uuuund: kein Schlüssel. Keine Klinke außen. Besonders ärgerlich war, dass ich eben am Freitag nicht lange machen wollte und sie deshalb pünktlich in den Kindergarten bringen wollte, das Auto war gefrorren, also sind wir kurz vor 7 aus der Wohnung – und standen da. Meine Tochter wusste ermal gar nicht mit der Situation umzugehen und fing an zu weinen und ich stand verdutzt da. Mein Mann arbeitet 40 km von hier und sonst gibt es niemanden, der einen Schlüssel hätte. Soll ich also einen Schlüsseldienst holen? Oder soll ich den ganzen Tag irgendwo verbringen? Ich rief meinen Mann an, der mir durch das Telefon Tipps gab, wie man eine Wohnungstür mit einer Karte aufbekommen könnte, aber nach 10 Minuten und zwei kaputten Karten standen wir immer noch da. Mein Mann wollte schon Urlaub nehmen und heim fahren, aber ich versicherte ihm, dass ich schon eine Lösung finden würde. Ich rief erstmal meinen Chef an, um ihm mitzuteilen, dass ich heute später komme, leider keine Ahnung habe, wann. Zu meinem Glück wohnt dieser nur einen Ort weiter und war zufällig noch nicht im Büro sondern daheim. Also bat er mir an, mich zu holen und die kleine in den Kindi zu bringen. Das nahm ich dann dankend an, denn um mit dem Bus zur Arbeit zu kommen, müsste ich erst drei Orte mit dem Bus zum Kindi fahren, um dann dort auf den Bus zu warten, der mich widerum in den nächsten Ort bringt – Dorfleben halt. In dem Moment wünschte ich mir, einfach in der Stadt zu arbeiten und endlich den Kindergartenplatz zu haben, der fast neben unserer Haustüre ist. Aber nun ja. Als wir auf dem Dorf wohnten, war es dort eben viel Näher.

Ich rief also meinen Mann an, um ihm zu berichten, dass er keinen Urlaub nehmen musste. Er war jedoch leider schon auf der Autobahn und auf dem Weg wieder nach Hause. Ich vergewisserte mich, dass er Freitag der 12. und nicht der 13. war – daran konnte es jedoch wohl nicht liegen.

Um es kurz zu fassen, wie der Tag endete: ein Kollege wollte mich abends nach Hause mitnehmen und wir einigten uns auf 17 Uhr. Um 18:10 war er mit seiner Arbeit fertig und wir fuhren die fast 20 km nach Hause los. Juhu.

Verdientes, ruhiges Wochenende

um den Schock der Woche zu verdauen, haben wir uns alle ein ruhiges Wochenende gegönnt und Freunde nach Hause eingeladen. Gleich kommen die Nächsten, daher bin ich jetzt raus. Ich wünsche euch allen noch einen schönen und angenehmen Sonntag!

Wie war eure Woche? Und wie seid ihr nach dem Weihnachtsurlaub in das neue Arbeitsjahr gestartet?

 

11 Antworten auf „WoRüber #2 – Ein gutes neues Jahr?“

  1. Gute Vorsätze sind nur möglich, wenn die Umwelt mitspielt

    Der Satz trifft voll ins schwarze.
    Leider habe ich nicht die Unterstützung, die ich mir wünsche.
    Daher habe ich es besonders schwer mit meinen Vorsätzen.

    Naja, ich gebe nicht auf. Irgendwann wird alles gut. ♥

    Liebe Grüße, Anja

  2. Irgendwie habe ich mich in Deinem Beitrag sehr gut wiedergefunden und gesagt, dass das, bis auf den Mann, auch mein Leben sein könnte. Ich hatte auch immer einen stressigen Job und den Spagat zwischen diesem und der Familie (in dem Fall nur meine Tochter). Es ist wahrlich nicht schön und nein, manchmal geht leider wirklich nicht alles bzw. beides.

  3. Uff, was für ein Schlag ins Gesicht 🙁 Das Thema Wertschätzung ist bei mir gerade auch ganz aktuell…

    Ich musste schon etwas schmunzeln was die Geschichte mit deinem Schlüssel betrifft. Mir ist es ein einziges Mal passiert und dann NIE wieder! 😀

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  4. Das Jahr hat ja gut angefangen. Ich hadere manchmal auch mit mir, ob es richtig war, die Kleine mit 2 schon in die Kita zu bringen und selbst paar Stunden arbeiten zu gehen. Es läuft oft nicht nach Plan und ich bin auch etwas übermüdet oder überreizt. Ich versuche mich zusammenzureißen, bin dann aber unendlich froh, wenn ich in mein Bett darf 🙂
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo,
      Ich habe auch Momente am den ich mir denke, was wohl das richtige gewesen wäre. Scroll doch mal durch den Blog, ich habe einige Beiträge zu diesem Thema.
      Und den immer daran, wenn es zuviel wird, ist es nur eine Phase. Es werden auch gute Zeiten kommen.
      Wie lange arbeitest du denn am Tag, wenn ich fragen darf?

  5. liebe Wioleta,
    ich mochte deinen ersten Teil dieser kleinen Serie schon gern lesen. der hat irgendwie zum Nachdenken angeregt 😉

    bei diesem Beitrag ist es ganz ähnlich, ich muss nämlich direkt nicken, als ich las, dass Gewohnheiten manchmal zum Verhängnis werden … das kommt mir sehr bekannt vor. da hilft nur: raus aus dem Alltagstrott 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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