Wiedereinstieg in den Beruf – woher weiß ich, wann es soweit ist?

Mit immer größer werdenden Schritten neigt sich meine Elternzeit dem Ende zu. Und immer mehr stellt sich mir die Frage: bin ich schon bereit, in den Beruf zurück zu kehren? Immerhin wählen wir die Dauer unserer Elternzeit bereits kurz nachdem unser Baby zur Welt kommt. Zu diesem Zeitpunkt können wir noch gar nicht wissen, wie unser Baby sein wird und ob uns ein gemeinsames Jahr schon reicht. Außerdem kommen finanzielle Faktoren zusammen. Welche Gedanken ich mir zur Zeit mache und wie ich das Dilemma der Verlängerung lösen will, habe ich euch deshalb in diesem Beitrag zusammen gefasst.

Bevor Du in Deinen Beruf zurückkehren oder einen neuen Weg einschlagen kannst, solltest Du Deine gesamte Lebenssituation überdenken. Schließlich hängt mir dieser Entscheidung sehr viel zusammen. Ist Dein Baby überhaupt schon bereit, fremdbetreut zu werden? Wie soll die Betreuung gestaltet werden? Welche finanziellen Notwendigkeiten und Möglichkeiten hast Du? Und vor allem: fühlst Du dich mit dem Gedanken, wieder zu arbeiten, überhaupt schon wohl?

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Als meine Große ein Baby war, habe ich mich bewusst dafür entschieden, nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen. Ich war jung, wollte etwas erreichen und so ein Leben als Hausfrau hat mich einfach gar nicht erfüllt. Also beschloss ich, eine Ausbildung zu machen. Finanziell hat sich das ganze zuerst gar nicht rentiert, denn die Fremdbetreuung beanspruchte mein komplettes Ausbildungsgehalt im ersten und zweiten Jahr. Es war also vielmehr nur für mich. Jetzt, 5 Jahre später, stehe ich am selben Punkt im Leben, nur mit dem Unterschied, dass ich nun eine Ausbildung in der Tasche habe und finanziell ganz anders dastehe. Diesmal habe ich allerdings Zweifel, ob ich ohne weiteres in den Beruf zurück kehren will und kann. In diesem Beitrag habe ich die für mich wichtigsten Faktoren zusammen getragen, über die sich jede Mutter Gedanken machen sollte, bevor sie in den Beruf zurück kehrt.

Eine Frage der Überlastung

Wusstest Du, dass viele Mütter heutzutage stark gefährdet sind, einen Burnout zu erleiden? Während der Mann einfach morgens aufsteht und zur Arbeit geht, hängt an uns so viel mehr! Wir müssen Nachts immer noch aufstehen, vielleicht stillen wir sogar noch. Morgens müssen wir nicht nur uns selbst, sondern auch die Kinder für den Alltag vorbereiten und zur Betreuung bringen. Bevor Du die anderen Faktoren berücksichtigst, solltest Du Dir im Klaren sein, ob Du diese zusätzliche Belastung eingehen willst und vor allem kannst. Wenn Dein Kleinkind noch in keinster Weise durchschläft sondern nachts jede Stunde wach ist, schaffst Du es dann, morgens aus dem Bett zu kommen und zur Arbeit zu gehen? Wenn Du es Dir nicht vorstellen kannst, diese Aufgabe zu stämmen, dann solltest Du von dem zusätzlichen Geld absehen und noch eine Weile zuhause bleiben. Denn deiner Familie nützt eine überforderte und müde Mama in keiner Weise.

Die richtige Zeit für die Fremdbetreuung

Mittlerweile sind die Möglichkeiten für Fremdbetreuung sehr weit ausgebaut. Es gibt Krippen und Tagesmütter, die auf unsere Kinder bereits ab einigen Monaten aufpassen, mit einem Jahr hast Du ein Anrecht auf eine Betreuung. Diese kann oft individuell gestaltet werden, Ganztags oder nur Tages- oder Stundenweise. Ganz gleich für welches Modell Du Dich entscheidest, eines ist besonders wichtig: ihr müsst euch damit beide wohl fühlen.

Insbesondre Kinder reagieren völlig unterschiedlich darauf, fremdbetreut zu werden. Während die einen super gerne hingehen, gleich auftauen und ein gutes Verhältnis zur betreuenden Person aufbauen, brauchen andere Kinder sogar Monate, um nur angewöhnt zu werden. Deshalb ist es sinnvoll, zunächst das Kleinkind in die Einrichtung zu bringen, bevor man sich fest für einen Job entscheidet.

Sollte eine Fremdbetreuung durch eine Einrichtung aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich sein, kommt bei Dir vielleicht eine Betreuung innerhalb der Familie infrage. In manchen Familien sind die Großeltern bereits in der Rente und können auf die Kinder stundenweise aufpassen. Vielleicht schichtet ihr beide auch und könnt euch mit der Betreuung abwechseln. Was auch immer euer Weg sein soll – er hat eine große Wirkung auf die Entwicklung eurer Kinder und sollte bewusst durchdacht werden!

Das richtige Zeitmodell

Zum Glück leben wir im 21. Jahrhundert! Denn heutzutage haben wir eine zahlreiche Auswahl an Zeit- und Schichtmodellen. Je nach Branche können wir diese mehr oder weniger an unser Familienleben und die Betreuungssituation anpassen. Bevor Du den Wiedereinstieg wagst solltest Du Dir im klaren sein, wie viel Du arbeiten möchtest und kannst. Willst Du hoch hinaus wäre ein Vollzeitjob vorteilhaft. Möchtest Du die Familienkasse etwas auffüllen und mal raus kommen, wäre ein Minijob die richtige Alternative. Viele Firmen bieten zudem die unterschiedlichsten Teilzeitmodelle in Prozenten gerechnet. Erkundige Dich zunächst, welche Möglichkeiten Dir zur Verfügung stehen und was zu Dir und Deiner Familie passt.

Dann kannst Du Dir Gedanken machen, ob eventuell das Schichten etwas für Dich wäre oder Du nur am Wochenende arbeiten möchtest. Wenn Dein Partner zuhause ist und auf die Kinder aufpasst, spart Ihr Euch zudem die Fremdbetreuung. Ich bin ebenfalls schwer am Überlegen, die Industrie fallen zu lassen und in der Hotellerie am Empfang zu starten. Das würde zwar Arbeit am Wochenende bedeuten, aber ich würde mir Tage in der Betreuung sparen und somit mehr von meinem Verdienst für mich haben. Hier wären wir beim nächsten Argument.

Die finanzielle Situation

Deine finanzielle Situation ist ein entscheidender Faktor, ob Du zuhause bleiben kannst oder arbeiten musst. Nicht alle Familien können es sich leisten, dass die Frau jahrelang zuhause ist und nicht arbeiten geht.

Auch sollte hier bedacht werden, dass Fremdbetreuung noch immer nicht in allen Bundesländern kostenfrei ist. In Baden-Württemberg kann ein Platz in Vollzeit schon mal bis zu 500 € kosten. Wer da Spritkosten und andere Unkosten drauf rechnet, kommt schnell an den Punkt, an dem sich eine Arbeitsstelle gar nicht lohnt! Auch da wäre es eine Überlegung wert, zunächst nur zu jobben, sofern der andere Partner das finanziell stemmen kann.

Elternzeit verlängern?

Vielleicht hast auch Du Dich für ein Jahr Elternzeit entschieden und möchtest nun verlängern, da Du merkst, dass Du einfach noch nicht soweit bist. Doch Du möchtest nicht finanziell bei Null stehen und komplett von Deinem Partner abhängig sein. Das ist völlig verständlich. Auch hier kannst Du vielleicht noch etwas reißen:

  • Wenn du es rechtzeitig merkst, kannst Du Deine Basiselternzeit auf Elterngeld Plus umstellen. Dann hast Du die Möglichkeit, den Bezugszeitraum zu verlängern. Allerdings wird der ausgezahlte Beitrag entsprechend gekürzt
  • Solltest Du Dich in keinem Arbeitsverhältnis mehr stehen, hast Du nach der Elternzeit Anspruch auf Alg 1. Du musst dich so jedoch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. In der Bewerbungsphase hast du so aber noch ein bisschen Zeit, in der Du dennoch Geld beziehst.
  • Wenn Du in einem Arbeitsverhältnis stehst, hast Du das Recht, die Elternzeit auf 3 Jahre zu verlängern. Dir stehen nach Ende des Elterngeldes kein Sozialgeld mehr zu

Wie lange warst Du mit dem Baby zuhause oder planst es zu belieben? Wie klappt bei euch die Eingewöhnung? Erzähle mir von Deinen Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

7 Antworten auf „Wiedereinstieg in den Beruf – woher weiß ich, wann es soweit ist?“

  1. Hallo meine Liebe!

    Toller Artikel, ich kann mir vorstellen dass solch eine “Wiederfindung” sicher auch bealstend sein kann, nicht zuletzt auch wegen der finanziellen Lage!
    Ich persönlich habe leider noch keine Kinder, würde aber so lange wie möglich in Elternzeit sein wollen!!!

    Ganz Liebe Grüße

  2. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Schwangerschaft auch emotional gar nicht so einfach ist. Man lässt schließlich sein Kind “allein”. Ich bin aber überzeugt davon, dass man den Zeitpunkt selbst am besten einschätzen kann. Leider gibt es aber auch Mütter, die einfach Arbeiten gehen müssen und gar keine andere Wahl haben, als das Kind in die Obhut von anderen so lange zu geben.

    Liebe Grüße,
    Saskia Katharina

  3. Bei uns war der Papa 3 Jahre in Elternzeit mit unseren beiden Töchtern. Ich selbst blieb nur die acht Wochen nach der Geburt zu Hause, theoretisch. Als Studentin saß ich natürlich eher schon wieder im Hörsaal und habe ein bisschen selbstständig was dazu verdient. Ich war trotzdem die meiste Zeit zu Hause. Mein Nebenjob an der Uni pausierte ja (damals durfte man im Mutterschutz nach der Geburt nicht arbeiten). Wir haben uns nach den drei Jahren sowohl aus finanziellen Gründen, aber auch aus frage einer Perspektive dafür entschieden, dass mein Mann auch arbeitet. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon eine 40-Stunden-Stelle und er stieg mit 20 Stunden ein; ich reduzierte auf 30. Die knappe Kinderbetreuung unserer KiTa ließ nur verkürzte Arbeitszeiten zu. Zum Zeitpunkt: die große Tochter war schon 3 und die Kleine 1,5 Jahre alt.

  4. Früher war das irgendwie so das die Frau sich um das Kind gekümmert hat und der Mann ging zur Arbeit. Heute ist vieles anders und das finde ich auch gut so. Man sollte sich Zeit lassen, denn das Kind braucht am Anfang mehr Zeit und die bekommst du nie wieder zurück. Ich denke bis das Kind in den Kindergarten geht .
    Liebe Grüße Katrin

  5. Wieso sollte der Mann morgens einfach aufstehen und zur Arbeit gehen? Die Kinder wollten ja beide, da kann man sich doch auch gleichwertig kümmern?
    Ansonsten finde ich die Thematik aber wichtig, vor allem die Frage, ob das Kind (und die Eltern) bereit ist für eine Fremdbetreuung.

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