Wie eine positive Einstellung Dein Familienleben beeinflusst

„Heute bin ich so müde, ich kann mich gar nicht motivieren“ ,“Mensch, sind die Kinder heute wieder Asntrengend!“. Dies sind zwei typische Sätze, die fast jede Mama mindestens ein Mal die Woche sagt. Auch ich gehörte lange zu der Sorte, die alles immer schlecht sehen. Erst in letzter Zeit, als ich begonnen habe, an meiner Einstellung zu arbeiten, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: nicht meine Kinder sind das Problem. Die einzige, die diese schlechten Schwingungen verbreitet, bin ich selbst. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen Dir in diesem Beitrag zu erklären, wie eine positive Einstellung euer Familienleben beeinflusst.

Das Leben als Mama ist nicht immer einfach: schließlich liegt es in unserer Verantwortung, diese kleinen süßen hilflosen Wesen am Leben zu erhalten. Viele von uns sehen dies als eine schwierige Aufgabe, schließlich sind Kinder auch nicht ohne. Sie weinen viel, streiten sich, widersprechen uns. Dabei wollen wir doch eigentlich nur unser Bestes und diese kleinen „Monster“ reiten uns trotzdem auf der Nase herum. Klar, dass uns irgendwann die Zündschnur geht. Außerdem stehen wir Nachts gefühlte 100 Mal auf, geben die Brust oder die Flasche und sind tagsüber sehr müde. Unser treuer Begleiter ist Kaffee, ohne diesen würden wir den anstrengenden Tag gar nicht überleben. Gleichzeitig sind wir neidisch auf unsere Männer, die nach der Arbeit heim kommen und Feierabend haben. Mamas haben nie Feierabend.

Wie geht es Dir, wenn Du diesen Text liest? Fühlst Du dich gestresst? Wirst Du wütend? Ich habe Dich jetzt ein bisschen getriggert, um Dir zu zeigen, wie wirkungsvoll unsere Gedanken sind. Wenn wir in der obrigen Spirale fest hängen, wird unser Alltag mit Kindern immer eine Aufgabe bleiben. Aber sind unsere tollen Kinder nicht ein Geschenk? Wir sollten sie auch als dieses betrachten. Deshalb möchte ich Dir zeigen, wie eine positive Einstellung Dein Familienleben beeinflusst.

Mama Sein: ein 24/7 Job?

Diesen Punkt fasse ich direkt zu Beginn auf, denn in meinen Augen ist es das größte Probem von uns Mamas: wir sehen das Mama Sein als Job. Wie oft liest Du Beiträge, von Frauen, die Männer auf die Schippe ziehen? Schließlich bekommen die Männer fürs Arbeiten Geld, wieso wir Frauen nicht dafür, dass wir die Kinder großziehen? Und trotz dessen, dass wir die Kinder den ganzen Tag da haben, müssen wir auch noch Nachts aufstehen. Also warten wir den ganzen Tag sehensüchtig, bis der Mann end

Aber ist das Mama Sein denn überhaupt ein Job? Oder gehört es einfach zu unserem Leben dazu, die Wäsche zu waschen (diese würde auch anfallen, wenn wir nicht zuhause mit den Kindern wären), zu kochen (Hunger hätten wir sowieso) oder auf zu räumen? Und sollten wir die Zeit, die wir mit unseren Kindern zuhause verbringen dürfen nicht eher als Urlaub oder Freizeit sehen?

Ändere doch mal Deine Denkweise: ich kann die Zeit mit meinen Kindern genießen, während mein Mann arbeiten gehen muss. Als Mama sehe ich diese vielen tollen Entwicklungsschritte. Ich darf daheim bleiben, muss nicht zur Arbeit hetzen. Außerdem wollte ich diese Familie und habe sie, danke dafür!

Kinder sind keine Aufgabe, sondern ein Geschenk

Lange Rede kurzer Sinn: wir sehen das Familienleben zu oft als Aufgabe, wenn nicht gar Hürde. Viele von uns bezeichnen den Alltag als Überlebenskampf. Doch wieso ist das Alles eigentlich so negativ belastet? Wieso können wir diese Zeit daheim nicht einfach genießen? Wir vergleichen uns mit anderen: mit Mamas, die wieder Arbeiten, mit unserem Partner oder einfach nur mit unseren eignen Eltern. Dabei vergessen wir, den Fokus auf uns und unsere Familie zu richten und diese Zeit einfach zu genießen.

Und glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche. Das erste Jahr mit Lea war nicht einfach. Sie war ein Schreibaby und ein High Need Baby. Ich bin jeden Tag und jede Nacht an meine Grenzen gekommen, habe gejammert, wollte, dass die Zeit endlich vorbei ist. Gleichzeitig sah ich meine große Tochter, wie groß sie schon geworden ist und wünschte mir, sie wäre noch etwas kleiner. In allem, was mir mit meiner Familie begegnet ist, habe ich etwas negatives gesehen. Darin, dass Lea immer bei uns schläft genauso sehr wie darin, dass ich sie so lange stille. Gleichzeitig fand ich es schade, dass Mia mich nicht mehr so sehr braucht und sie als Baby viel distanzierter war.

Stattdessen sollte ich doch denken, dass es toll ist, dass Lea bei uns schläft, solange sie noch klein ist, weil es jeden Tag vorbei sein kann. Dann will sie meine Milch nicht mehr und wird sich auch distanzieren. Und ich sollte glücklich sein, dass ich überhaupt so lange stillen konnte nach den Komplikationen am Anfang.

Eine positive Einstellung kann man üben

Vielleicht hast Du dich beim Lesen ja ertappt und denkst Dir: Mensch, ich war in der letzten Zeit schon ganz schön negativ gestimmt. Aber ich bin einfach kein so positiver Mensch. Doch jetzt habe ich eine gute Nachricht für Dich! Denn eine positive Einstellung kann man sich aneignen.

Denn wir Menschen sind nicht von Grund aus positiv oder negativ. Wir stecken nur so sehr in unseren Gedanken fest, dass sie zu unserer Persönlichkeit geworden sind. Es passiert leider sehr leicht, in die negative Schiene zu rutschen, denn wir sind so oft von negativen Eindrücken umgeben. Die Presse vermittelt uns nur das Schlechte auf der Welt, alle Menschen, die wir kennen, jammern. Umso wichtiger ist es, sich auf das Gute zu konzentrieren. So kannst Du es schaffen:

Führe ein Dankbarkeitstagebuch

Mein erster Versuch ist völlig gescheitert, weil ich damals noch so sehr in negativen Gedanken gesteckt habe, dass ich all das Gute einfach nicht gesehen habe. Aber wenn Du es jeden Tag durchziehst, morgens und abends an die guten Dinge in Deinem Leben und in deiner Familie zu denken, dann manifestiert sich das in Deinem Kopf. Stelle Dir morgens die Frage „wofür bin ich dankbar?“. Am Anfang wirst Du denken, „keine Ahnung ich bin müde! ich habe gar keine Lust jetzt schon auf zu stehen und heute steht sowieso nichts an“. Mit der Zeit wird es Dir leichter fallen, auch wenn es Kleinigkeiten sind. Bei mir stehen teils „nur“ Sätze wie „morgens ist es bereits hell, wenn wir aufstehen“ oder „Mia hat heute das Bett ohne Diskussion verlassen“ oder einfach nur „ich konnte zwei Stunden am Stück schlafen“. Irgendwann wird es zur Routine und es wird Dir immer leichter Fallen, Dinge um Dich herum zu erkennen, die gut sind. Und da kommt sie wieder, die Positive Einstellung.

Die Wahl Deiner Worte

Wusstest Du, dass unser Gehirn nicht alles registriert, das wir sagen? Es filtert die Kernaussagen heraus und fügt so das Gesamtkonzept. Deshalb ist es sehr wichtig für Deine Positive Einstellung, die Dinge auch positiv zu formulieren.

  • Statt: „das Wetter ist gar nicht so schlecht“ (denn das Gehirn merkt sich hier das Wort schlecht am ehesten) sagst Du bewusst „Es ist ein Schöner Tag“
  • Statt „Achtung, Du fällst“ sagst Du „Sei bitte etwas vorsichtiger“
  • Und statt „Es hat wieder nicht geklappt“, „nächstes Mal mache ich es besser“

Nimm Dir eine Auszeit, Dich zu sammeln

Kennst Du diesen automatischen Film, der in Dir abläuft, wenn Du in eine schwierige Situation kommst? Ich habe Dir ein gutes Beispiel aus dieser Woche:

Mein Mann beginnt am Montag seinen neuen Job. Aufgrund der Corona Krise wird die Firma jedoch in zwei Schichten geteilt, die sich nicht begegnen dürfen. Eine morgens und eine abends. Da er neu ist, konnte er nicht wählen und wurde in die Spätschicht zugeteilt. Also ging bei mir wieder der automatische schlechte Film los:

  • Jetzt muss ich abends die Kinder alleine ins Bett bekommen
  • Und dann meine Abende alleine verbringen
  • Was ist, wenn sie nicht schafen wollen?
  • Was soll ich jeden Nachmittag bloß mit mir anstellen?

Und das geht immer so weiter. Das Problem ist, dass wir unseren Fokus auf das Schlechte legen und dann auch das schlechte eintreten wird. Ich verspreche Dir, mit dieser Einstellung werden Deine Kinder nicht schlafen wollen und Du wirst jeden Abend ein riesen Theater haben.

Und das ist der Moment, an dem Du dich erwischen musst und STOP sagen. STOP.

Wenn Dir bewusst wird, was Du da redest, überlege Dir bewusst die guten Argumente:

  • Wir werden uns alle an die neue Situation gewöhnen
  • Ich habe jede Menge freier Abende, die ich fürs Bloggen / für picbe oder für eine Serie nutzen kann, die ihn gar nicht interessiert
  • Wir können unseren Abend anders gestalten, als wenn Papa uns ins Bett hetzt
  • Die Kinder sind auch schon groß und es wird sicher super klappen!

Klartext: das hat sich bei uns verändert

Zunächst ist es mir gar nicht aufgefallen, wie viel entspannter unser Alltag in den letzten Wochen geworden ist. Schritt für Schritt hat sich hier einiges verbessert. Meine Kinder spüren, dass sie keine Last sind und dass ich sie gerne um mich herum habe. Und das ist der Grund, wieso sie beide so viel besser drauf sind in letzter Zeit.

Mein High Need Mädchen ist nun ein fröhliches Kind, das immer lacht und nicht mehr nur auf den Arm und getragen werden will. Sie ist neugierig, wir erkunden zusammen die Welt. Sie hilft mir liebend gerne beim Aufräumen und wir beschäftigen uns viel zusammen.

Meine Große ist sehr „erwachsen“ und selbstständig geworden. Sie tanzt mir nicht mehr den ganzen Tag auf der Nase herum, ich kann wieder Späße mit ihr machen und wir lachen zusammen – können uns aber genauso einfach trennen, ohne dass es ein Drama gibt. Sie hat Aufgaben im Haushalt übernommen und unterstützt mich, denn sie weiß, dass ich so schneller wieder für sie Zeit habe.

Beide Kinder spielen hin und wieder miteinander, wenn ich mich kurz konzentrieren muss. Uns ist allgemein nicht mehr so langweilig. Lange Zeit war das Zuhause Sitzen eine Folter für mich, mittlerweile ist es echt super geworden.

Und all das nur wegen einer einzigen Sache: Positive Einstellung!

Wie ist das bei Dir? Jammerst Du auch manchmal über Deinen Alltag als Mama? Wärst Du bereit, Deine Einstellung zu ändern und zu sehen, was passiert?

5 Antworten auf „Wie eine positive Einstellung Dein Familienleben beeinflusst“

  1. Liebe Wioleta,

    manchmal ist es gar nicht so einfach alles positiv zu sehen. Mir fällt es gerade jetzt schon schwer so gar keine freie Minute mehr für mich selber zu haben. Mein Kind ist leider ein Einzelkind, sodass ich nicht nur den „Job“ der Lehrerin übernehmen muss, sondern auch Mama, Freundin, Kumpel und Sporttrainerin sein darf. Und ich finde schon, dass mir auch mal die Motivation abhanden kommen darf. Zum Glück ist das dann nur mal ein Tag, wo ich einen Hänger habe. Aber prinzipiell stimme ich dir zu. Eine positive Einstellung macht alles leichter.

    Liebe Grüße
    Mo

  2. Hey,

    interessanter und toll strukturierter Artikel.

    Ich finde es dennoch schwierig zu sagen, dass ich die Kinder und die Familie genießen kann, während der Mann bei der Arbeit sein muss. Ich gehe schließlich auch arbeiten. Nur trage ich die Last (und das ist sie für mich), dass ich ständig unter Zeitdruck stehe. Ich muss um soundsoviel Uhr zuhause sein, weil die Kinder nach Hause kommen. Immer hoffen zu müssen, dass jetzt kein Klient mehr anruft und mit irgendwas offenbart, was sofortige Handlung nach sich zieht. Oder morgens nicht einfach aufzustehen, zu duschen und loszufahren, wie es der Mann tut. Sondern aufzustehen, zu duschen, während 1-3 Kinder Monologe halten vor der Dusche, dann alles mögliche korrigieren (Haste, Gesicht, Sitz vom Tonni), Frühstück machen, Problemchen lösen, Streit schlichten, wichtige weltpolitische Ereignisse reflektieren. Ich bin mir sicher, genau hier entsteht das Gefühl, dass Familienleben manchmal wie eine Last scheint. Dennoch finde ich den Ansatz schön. Ich versuche mal, davon etwas umzusetzen.

    Liebe Grüße

    Christina

    (www.abenteuer-familienleben.de)

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