Weshalb es völlig ok ist, sich als Mama helfen zu lassen – und wie

Das Mama-Sein ist schon seit Jahren zu einem Wettbewerb herangewachsen: wer leistet bessere Arbeit, unterimmt mehr Freizeitaktivitäten, steht nachts öfter auf, hat das anstrengendere Kind? Mehr und mehr scheinen wir nach unserer Leistung und Belastbarkeit beurteilt zu werden. Wir messen uns danach, wem es schlechter geht und wer besser mit einer schwierigen Situation umgeht – Hilfe einzufordern ist dabei ausgeschlossen. Ich finde, es ist nun an der Zeit, das umzukehren. Auch eine Mama darf ausgeschlafen, gut gelaunt und entspannt durch den Tag gehen. Oft schaffen wir das leider nicht alleine ohne Unterstützung. Ich möchte Dir heute deshalb erzählen, weshalb es völlig ok ist, Dir helfen zu lassen, ohne dass Dich jemand dafür verurteilen darf. Und weshalb es wichtig ist, auch mal nach Dir zu sehen und Dir Gutes zu tun, ohne als “schlechte Mutter” abgestempelt zu werden.

Eine Mama muss nur ihr Kind beeindrucken, sonst niemand

Entspannte Mamas sind bessere Mamas, denn sie haben die Kraft und Energie, sich voll und ganz auf das Baby oder Kind einzulassen. Und das ist im Endeffekt schon alles, was zählt: denn die, die wir beeindrucken müssen, sind nicht andere Mütter, die mit uns konkurieren und versuchen, sich zu vergleichen. Die einzigen, die unsere Leistung als ausreichend oder überragend werten müssen, sind unsere Kinder. Denn für deren Wohl müssen wir schließlich sorgen. Ein Kind wird sich immer auf seine Eltern verlassen müssen. Und das ist hier der springende Punkt. Eine Mama, die es immer versucht, anderen Recht zu machen, vergisst eine ganz wichtige Person: sich selbst. Und das führt zu einem Kreislauf an Überforderung und schlechter Stimmung. Eine gutgelaunte und fitte Mama, bietet ihrem Kind aber viel mehr Vorteile als eine erschöpfte Mama:

  • Sie kann viel besser auf Gefühle und Bedürfnisse der Kinder eingehen
  • Sie hat mehr Kraft, tatsächlich etwas mit den Kindern zu unternehmen und sich mit ihnen zu beschäftigen
  • Sie hat ein viel geringeres Risiko, einen Burnout zu erleiden
  • Sie ist mit der Familiensituation insgesamt glücklicher
  • Sie ist ausgeglichen und kann eine ruhigere, entspanntere und bessere Beziehung zu ihren Kindern aufbauen

Doch sind wir mal ehrlich: ich kann keine ausgeglichene Mama sein, wenn alles anstrengend ist. Nach 4 Stunden Schlaf pro Nacht werde ich nicht morgens freudenstrahlend aus dem Bett springen und mit einem Lächeln im Gesicht ein leckeres Frühstück zaubern. Ich werde nach mehreren gehetzten Tagen zwischen Terminen, Haushalt und Action nicht fröhlich die Mutter-Kind-Gruppe besuchen und gute Laune verbreiten. Was ich damit sagen möchte, ist, dass jede Mama früher oder später Hilfe braucht. Und um weiterhin eine wirklich gute Mama zu sein, hat sie jedes Recht, diese einzufordern.

Ein Miteinander statt ein Gegeneinander – Netzwerke an Müttern verbinden

Wäre es an dieser Stelle nicht also nur vernünftig, wenn wir unsere Hetze ablegen und stattdessen anfangen, und gegenseitig zu unterstützen? Wenn dieses Netzwerk aus Müttern doch schon vorhanden ist, sollten wir es nicht nutzen, gegeneinander zu agieren, sondern um uns gegenseitig zu helfen – und diese Hilfe anzunehmen, anstatt sie stolz abzulehnen.

  • Du kannst Hilfe von Freundinnen annehmen, die ebenfalls Kinder haben. Wieso wechselt ihr euch nicht damit ab, dass die Kinder miteinander spielen? Dann kann eine von euch sich in dieser Zeit entspannen
  • Wenn die Kinder unterschiedlichen Alters sind, kannst Du Hilfe in Form von Erfahrungsaustausch nutzen. Auch hier werden sich viele Mütter finden, die diese Hilfe selbst gerne in Anspruch nehmen würden. Es ist nur wichtig, sich nicht gegenseitig zu bewerten, sondern wirklich ehrliche und nützliche Tipps zu teilen, die euer Familienleben erleichtern.
  • Was die Hilfe in Foren und sozialen Netzwerken angeht, bin ich zwiegespalten. Einerseits kann sich eine Menge an Müttern gegenseitig mit Wissen unterstützen. Andererseits wurde nachgewiesen, dass die Hemmschwelle in sozialen Netzwerken kleiner ist und die Frauen eher verbal aufeinander losgehen und sich kritisieren, anstatt eine Hilfestellung zu bieten. Hier ist es schwierig, ein geeignetes Forum zu finden. Wenn Du jedoch an eines gelangst, dann ist dieses Gold wert!
Teamarbeit mit dem Partner

Eine Partnerschaft oder Ehe ist vor allem eines: ein Team, das füreinander da ist und sich gegenseitig unterstützt. Auch als Mama darf und soll ich Hilfe von meinem Partner annehmen. Schließlich betreue ich ja seine Kinder und muss für diese da sein. Damit meine ich nicht, dass ihr euren Partner nachts aus dem Bett jagen sollt, wenn das Baby wieder schreit, er aber um 4 Uhr aufstehen muss. Aber auch euer Partner kann euch ermöglichen, dass ihr euch mit euren Freundinnen zum Brunch treffen könnt, ohne bei jedem zweiten Satz von euren Kids unterbrochen zu werden.

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Hilfe durch die Familie

Eine weitere Quelle, um sich Hilfe im Alltag zu holen, ist die eigene Famile. Zum einen sind Familienmitglieder meist scharf auf Babys und Kinder – zum anderen sollten besonders unsere eigenen Mütter und Omas nur zu gut wissen, wie anstrengend ein Alltag mit Kind sein kann. Natürlich ist es nicht in jeder Familie möglich sein Kind mal kurz zu Oma zu bringen – viele Omas sind noch berufstätig oder wohnen nicht in der Nähe. Auch ich habe nicht immer die Möglichkeit, meine Tochter bei Oma zu lassen, wenn es mir zuviel wird, aber wir schaffen es immer, Lösungen und Alternativen zu finden, um uns zu entlasten.

  • Eine berufstätige Oma kann auch mal am Wochenende einen Spaziergang mit dem Enkel machen, damit die Mama eine Stunde für sich hat
  • Großeltern, die nicht in der Nähe wohnen sind dennoch meist nicht unerreichbar. Irgendwann kommt die Zeit, in der die Kinder größer werden und ab und an ein paar Tage zu Besuch fahren können. Auch wenn ihr als Eltern ebenfalls dort bleibt, lässt sich sicherlich ein Abendessen organisieren, an dem ihr einfach mal als Paar rausgehen könnt.

Doch Achtung: es gibt auch die andere Seite der Medalie. Und machmal möchten Familienmitglieder einfach nicht auf die Kinder aufpassen. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben und auch solche Fälle haben wir in der Familie. In dem Fall habe ich es gelernt, das einfach zu akzeptieren. Es nützt nichts, die Kinder einem Familienmitglied aufs Auge zu drücken, die das ganze dann halbherzig durchziehen.

Anforderungen an Mütter der modernen Welt – der 24/7 Job

Fremdbetreuung – denn ein Job ist auch nur Abwechslung im Alltag

Und dann gibt es noch die letzte Variante: die verpöhnte Fremdbetreuung. Ein Kind geht heutzutage oft schon vor dem dritten Geburtstag in eine Kita oder zu einer Tagesmutter. Das ganze muss auch nicht zwingend ganztags sein – schon wenige Stunden am Tag reichen aus, um der Mama ein bisschen Abwechslung und dem Kind soziale Kontakte zu ermöglchen. Und seien wir mal ganz ehrlich, aber wir gehen nicht immer nur wegen des Geldes arbeiten. Wir brauchen es auch einfach mal für uns. Wir möchten uns geschätzt und wichtig fühlen und es tut uns gut, auch mal mit Personen die Zeit zu verbringen, die nicht zwischen Windeln und Hausaufgaben stecken und uns einfach mal über andere gesellschaftliche Themen Gedanken machen. Und das ist auch richtig und wichtig so!

Weshalb ich gerne arbeiten gehe

In welcher Form nimmst Du Hilfe in Anspruch? Hast Du ein funktionierendes Netzwerk zwischen anderen Müttern aufgebaut? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

21 Replies to “Weshalb es völlig ok ist, sich als Mama helfen zu lassen – und wie”

  1. Mutter zu sein ist Belastung und Liebe zu gleich. Meiner Meinung nach ist es wichtig, sich mit seiner Familie auch ab und an mal eine Auszeit zu gönnen. Wir besuchen deshalb regelmäßig verschiedene Schweiz Urlaubsorte um ein wenig Abstand vom Alltag zu bekommen, das tut uns immer wieder sehr gut!

    Liebe Grüße

  2. Den Spruch “Entspannte Mamas, sind bessere Mamas” finde ich wirklich super. Ich kann das teilweise in meinem Freundeskreis beobachten, dass manche richtig gestresst und überfordert sind und sich selbst nichts mehr gönnen. Kein Geld mehr für sich ausgeben, sich keine Zeit für sich nehmen… Dabei ist glaube ich das wichtigste was man seinem Kind vorleben kann, wie man glücklich ist.

    Dann beobachte ich aber auch in meinem Umfeld, dass manche Ihre Kinder ganz oft bei den Großeltern oder Geschwistern abgeben und dann die Kinder zu ganz vielen Hobbies schicken, damit die Eltern mehr Zeit für sich haben. Das finde ich dann aber auch wieder zu viel. Zum Thema Hobbies hast du ja das letzte mal schon so einen tollen Beitrag geschrieben.

    Ich finde es wichtig, dass man sich helfen lässt und das ist völlig in Ordnung.

    1. Liebe Tina,
      In diesem Fall ist es wie in allen anderen Lebensbereichen auch, dass es schwierig ist, die goldene Mitte zu finden. Einerseits haben wir uns natürlich dafür entschieden, Eltern zu sein. Und Kinder zu haben heißt nun einmal, auch mal zurück zu stecken. Und immer nur Oma und Opa hat nichts mehr mit einer Familie zu tun. Denn besonders das ist es doch wichtig oder? Eine glückliche Familie zu sein?

  3. solche Netztwerke stelle ich mir großartig vor! zwar bin ich selber nicht Mama – aber um es mal sehr überspitzt zu übertragen ist mein Blog auch wie ein Baby und wenn es da mal Probleme gibt, bin ich immer so froh über die Hilfe aus den Netzwerken – ich erinnere mich zu gut an den Hacker-Angriff vor gut 2 Wochen :/

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  4. Hey,

    ich selbst bin zwar keine Mama, aber habe einen 16 Jahre jüngeren Bruder, daher weiß ich wie wichtig Hilfe und auch Entlastung ist. Eine Auszeit braucht jeder mal um auch das wesentliche wieder zu lieben. Ich finde deine Tipps absolut toll.

    Lg
    Steffi

  5. Liebe Wioleta,

    ich bewundere Mütter, die das alles so hinkriegen. Aber ich denke es ist auch ganz wichtig, dass eine Mutter mal Zeit für sich und auch für ihren Partner hat. Ich selbst habe es in meinem Umfeld schon erlebt, dass die Partnerschaft auseinander ging, weil die Mutter nur noch auf das Kind fixiert war.
    Deine Tipps sind ganz sicher für alle Mütter super hilfreich!

    Viele liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

  6. Noch bin ich keine Mama aber in den nächsten Jahren wollen auch wir eine Familie gründen. Umso wichtiger finde ich genau solche Beiträge. Gerade beim ersten Kind wird man sich viele Gedanken machen und gerade wenn man keine familiäre Unterstützung hat, ist es um so hilfreicher.
    Ich bin deiner Meinung eine Mama muss entspannt sein und braucht auch mal ein wenig Zeit für sich um ihre Akkus wieder aufzuladen. Viele unterschätzen das oder wollen es nicht einfordern, dabei ist es sehr wichtig.

    Toller Beitrag also!!

    Liebe Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  7. Ja, wir Mamas übernehmen uns oft viel zu sehr, was garnicht nötig wäre. Aber der Druck der Gesellschaft ist einfach stark, man möchte ja nicht als schlechte Mutter dastehen. Dabei ist das totaler Quatsch! Super, Dein Beitrag, denn er regt dazu an, mal zu überlegen, was man ändern und wen man einbinden könnte, damit der Alltag wieder Spaß macht. Dann geht doch alles leichter und man hat wieder Freude an den Kindern.

    Lieben Gruß, Bea.

  8. Huhu, toller Artikel. Wie du sagst: ein Netzwerk ist da Gold wert, aber ich hatte tatsächlich versäumt eines aufzubauen und wenn der Stress erst einmal über einen kommt, ist es halt zu spät. Ich hatte Kinder haben schlicht unterschätzt – allem voran die Müdigkeit.

    Ich würde meine Kinder eher in Kindergarten/Krippe geben. Mein Mann war in Elternzeit, aber wir krochen trotzdem auf dem Zahnfleisch, als beide Kinder zu Hause waren und von 7 bis 23 Uhr an unseren Kräften zerrten. Ein bisschen Pause wäre gut gewesen – aber nicht auf Kosten den Partners.

    Auch würde ich mich rechtzeitig schlau machen über Welcome Engel und Familienpaten. Diese Unterstützung gab es nämlich in Bonn; ich hatte aber erst davon erfahren, als es schon zu spät war und ich keine Zeit & Energie hatte, mich damit auseinander zu setzen.

    Meine Online-Mädels waren für mich Gold wert. Ich hatte keine Freundinnen, die auch Kinder hatten, deshalb war der Austausch toll, besonders in der Babyzeit, aber auch jetzt noch nach 6 Jahren ist es noch sehr schön mit ihnen.

    1. Ich habe noch nie etwas von welcome Engeln gehört! Das muss ich mal genauer nachforschen, wobei ich glaube, dass das bei uns in der ländlichen Gegend nicht geben wird.
      Aber wie du auch sagst, der Kindergarten ist Gold wert und ich werde das bestimmt noch mehr zu schätzen wissen, wenn die kleine bald da ist und morgens nur ein Kind da ist.

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