Weltstillwoche 2019: Das natürlichste Tabuthema der Welt

Weltstillwoche 2019: Das natürlichste Tabuthema der Welt

Wusstest Du, dass diese Woche, also vom 30. September bis 6. Oktober 2019, wieder die Weltstillwoche ist? Kaum ein Thema spaltet die Gesellschaft so sehr, wie das Stillen. Dabei ist es evolutionsbedingt die natürlichste Sache der Welt. In diesem Beitrag habe ich ein paar Gedanken zu dem Thema aufgeschrieben. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Eigentlich sollte das Thema kein Tabuthema sein. Schließlich haben Frauen, solange es uns Menschen gibt, schon ihre Babys gestillt. Kurioserweise passt das Stillen immer weniger in unsere Gesellschaft. Sowohl Eltern als auch Nichteltern begegnen dem Thema Stillen mit immer mehr Distanz. Wir sollten die Weltstillwoche dazu nutzen, einmal völlig offen über dieses Thema zu sprechen! Schließlich ist das Stillen das Natürlichste der Welt.

Was ist die Weltstillwoche?

Die World Alliance for Breastfeeding Action (kurz: WABA) hat die Weltstillwoche ins Leben gerufen, durchgeführt wird sie in 120 Ländern der Welt. Bestimmte Stillenfördernde Organisationen die die WHO und UNICEF klären auf über die „Globale Strategie zu Säuglings- und Kleinkindernährung„. Jedes Jahr findet die Weltstillwoche unter einem anderen Motto statt. 2019 lautet dieses: EMPOWER PARENTS, ENABLE BREASTFEEDING („ELTERN STÄRKEN – FÜR DAS STILLEN“)

Die Weltstillwoche ist in erster Linie dazu gedacht, Eltern für das Stillen zu begeistern. Leider gibt es immer wieder gesellschaftliche sowie soziale Kritiken rund um das Stillen, welche viele besonders junge Frauen verunsichern. In der Weltstillwoche finden einige Aktionen statt, die sich rund um das Thema Stillen beschäftigen.

Ziele der Weltstillwoche

  • Informieren über die Verbindungen zwischen geschlechtergerechtem Elternschutz und Stillen.
  • Verankern elternfreundlicher Werte und geschlechtergerechter Regeln auf allen Ebenen zur Unterstützung des Stillens.
  • Sich engagieren mit Einzelpersonen und Organisationen für eine größere Wirkung.
  • Wachrütteln zur geschlechtergerechten elterlichen sozialen Absicherung, um das Stillen voranzutreiben.
  • Stärken Sie die Eltern und ermöglichen Sie das Stillen, jetzt und für die Zukunft!

Quelle: https://www.babynahrung.org/weltstillwoche-2019/

Stillen ist mehr als nur Nahrung…

Ich stille meinen nun 10 Monate alten Säugling fast noch voll. Die Reaktionen sind immer völlig gespalten (wie soll es bei diesem Thema denn auch anders sein?). Von der einen Seite werde ich oft gefragt, wann wir denn nun aufhören zu stillen, schließlich ist sie ja schon fast ein Kleinkind und braucht das ja nicht mehr wirklich. Auf der anderen Seite bekomme ich sehr viel Lob und Anerkennung dafür, dass ich nun schon so lange meinem Kind so viel Gutes biete. Und trotz aller Startschwierigkeiten oder „Einschränkungen“ genießen wir es beide sehr!

Ein festes Einschlafritual

Beim Stillen geht es nicht nur um die Nahrung selbst (obwohl diese natürlich der Hauptgrund ist). Ich habe ein sehr anhängliches und liebesbedürftiges Baby. Schon als sie geboren wurde, hing sie hauptsächlich an Mama, ließ sich nicht ablegen. Und auch heute noch kommt sie selten zur Ruhe – außer an der Brust. Wir haben schon so viele Phasen durch… über das Brustschreien bis zum Dauernuckeln. Und trotz immer wieder kehrender Gedanken, dass ich es nicht mehr schaffe, kam ein Abstillen nie Infrage. Denn wir brauchen beide diese Verbundenheit und Nähe. Noch ist es für sie selbstverständlich dass Mama da ist, dass sie jederzeit an die Brust kann, wenn sie es braucht. Denn sie braucht nicht nur die Milch, sie isst auch mal gerne mit vom Tisch. Sie braucht die Nähe und die Sicherheit, die Verbundenheit und den Körperkontakt. Wenn wir stillen, weiß sie genau: ich bin bei Mama, ich bin geliebt. Und das ist die beste Basis, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können.

Sei mutig, lass Dich nicht verunsichern

Viele Frauen geben das Stillen auf. Oft liegt es an Problemen, die sie denken, nicht bewältigen zu können. Hier ist es vor allem wichtig, jemanden an Deiner Seite zu haben, der Dich unterstützt. Noch viel wichtiger ist es, das Stillen wirklich zu wollen.

Als die Kleine 3 Monate alt war, hatte ich viel mit Wundheit und Milchentzündungen zu kämpfen. Im Krankenhaus meinte die Ärztin zu mir, dass ich mir klar werden muss, ob ich wirklich stillen will. Denn sobald wir zweifeln, kommen Probleme. Und es war wirklich so: als ich mich voll und ganz dazu entschlossen habe, zu stillen, klappte alles. Wir hatten hier und da noch Kleinigkeiten, aber es gab nichts, was sich nicht wieder gelöst hat. Und mittlerweile ist das Stillen völlig unkomplizert und selbstverständlich.

Das andere Problem ist die Gesellschaft. Wie oft hatte ich das Gefühl. mich dafür rechfertigen zu müssen, noch zu Stillen. Wie oft habe ich Kritik aufgenommen, mir sagen lassen, ich würde mein Kind verziehen, wie eine Glucke dran hängen, müsse sie abgewöhnen, von der Brust zu trinken. Es sei nun Zeit, sich abzunabeln. Aber wir stillen nicht, um anderen zu genügen. Wir stillen, um unseren Babys das zu geben, was sie brauchen. Das ist das einzige, was zählt und nichts anderes. Lass Dich nicht verunsichern oder in die Enge treiben. Stille, solange es für euch gut ist.

Weiteres zum Thema Vorturteile über das Stillen findest Du in diesem Beitrag.

Wie stehst Du zum Thema Stillen? Hast Du von der Weltstillwoche gewusst? Berichte davon in den Kommentaren 🙂

29 Gedanken zu „Weltstillwoche 2019: Das natürlichste Tabuthema der Welt

  1. Ich bin keine Mama und kann daher an sich nichts dazu sagen. Anfangs fand ich es befremdlich, wenn meine Freundinnen mir direkt gegenüber saßen im Café und ihre Brüste ausgepackt haben, um ihre Babys zu stillen. Inzwischen hat sich das geändert.
    Vor zwei Wochen saß ich hier in Ghana in einem Minibus, auf der Rückbank eingezwängt zwischen drei Frauen, die allesamt ihre Babys dabei hatten und sie haben die Kinder auch gestillt dabei. Hier in Ghana ist das einfach eine ganz andere Einstellung.

    1. Ich habe mein Gegenüber immer gefragt, ob es ok ist. Zumal meine Tochter eh Ruhe beim trinken braucht und wir uns in eine ruhige Ecke verziehen.
      Die Frauen in Afrika sind da natürlich das andere extrem

  2. Ich hab keine Kinder, aber ich finde es so arg, dass Stillen ein Tabuthema ist. Es ist doch bitte das Natürlichste der Welt! Mütter, lasst eich nicht verunsichern!
    LG
    Carina

  3. Ich lebte lange in Afrika. Stillen ist die beste Möglichkeit einen Säugling zu ernähren, in meinen Augen. Bindung und Abwehrkräfte. Was braucht so ein „zwutschkerl“ mehr? Der Busen hat eine Funktion. Wer kann, nutzt sie. 🙃

  4. Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Ich habe meine beiden Kinder gestillt und denke damit habe ich ihnen Gutes mit auf den Weg geben können.
    Stillen in der Öffentlichkeit finde ich zwar normal, doch sollte man auch dem Baby zu liebe sich eine ruhige und vor Blicken geschützte Ecke suchen, denn Ruhe und Entspannung gehört zur Nahrungsaufnahme dazu und die findet man nicht inmitten eines Einkauszentrums. Stillecken, wie es diese ab und an gibt, finde ich eine schöne Sache für Mutter und Kind, davon müsste es mehr geben.

    LG Manja

  5. Ein sehr wichtigrs Thema! Schön, dass du darauf aufmerksam machst! Ich habe keine Kinder, bekomme aber die Diskussionen trotzdem immer mit und denke dass man hier echt noch viel aufklären muss…. Obwohl es das natürlichste der Welt ist.

  6. Ich wusste gar nicht dass es einen Weltstilltag gibt. Dieses Thema sollte wahrlich kein Tabuthema mehr sein in unserer heutigen Zeit, allerdings denke ich auch dass man es nicht „zerreden“ muss. Jede Frau entscheidet selbst wie sie das handhaben möchte und das ist dann auch die richtige Entscheidung.

    lg
    Verena

  7. Habe bisher noch nie von den Weltstillwochen gehört. Finde aber auch, dass das Stillen enttabuisiert werden sollte – da es eben etwas natürliches ist. Finde es toll, dass du mit deinem Blogpost darauf aufmerksam machst.

    Liebe Grüße
    Lisa

  8. Ich wusste tatsächlich nichts davon bisher. Bin aber auch noch keine Mama. Finde das Thema aber unglaublich wichtig und richtig toll, dass es so eine Woche hierfür gibt! Das Thema spaltet ja doch die Leute und Nationen. Daweil ist es das natürlichste überhaupt – es wird einfach das eigene Kind gefüttert – mehr auch nicht! Für mich ist das das normalste auf der Welt.

    Toll, dass du einen Beitrag darüber schreibst!

    Liebe Grüße,
    Alice Christina von http://www.alicechristina.com

  9. Hallo! ich habe rund 12 Monate gestillt, das ist bereits einige Jahre her. Und ich habe es sehr genossen. Es war einfach eine tolle Erfahrung und Verbundenheit. Aber ich verstehe auch Frauen, bei denen es Komplikationen hervorruft und sie sich dann dagegen entscheiden. Es kommt halt immer drauf an. Viele Grüße! Sirit von Textwelle.

  10. Huhu,
    ich hatte bereits savon gelesen, dass gerade Weltstillwoche ist, halte mich da selbst aber eher raus.
    Liegt wohl daran, weil ich selbst nie gestillt habe, nicht weil ich nicht wollte, sondern aufgrund meines Medikaments was ich nehmen muss.
    Trotzdem finde ich stillen gut und freue mich für jede Mama die es kann, darf und macht.
    Eigentlich sollte es der „Gesellschaft“ ganz egal sein ob ich meinem Baby die Flasche oder die Brust gebe, da es für ein Baby nun mal das wichtigste übethaupt ist, seine Nahrung!
    Liebe Grüße Sabrina

  11. Ich habe beide Kinder lange und auch wenn nötig in der Öffentlichkeit gestillt. Ich finde es ist das Natürlichste der Welt & bin froh, dass durch diese Woche das Thema Stillern wieder etwas in den Vordergrund rückt. Leider gibt es viel zu viele Mamas die nicht stillen, obwohl es Ihnen möglich wäre.

  12. Schön, dass es so eine Woche gibt. Wenn man keine Kinder hat kann man sich gar nicht vorstellen, wie das alles wirklich so ist. So lange auch nicht-still-Mütter in ihrer Entscheidung supported werden, finde ich das super. 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

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