Vorurteile über Mama – Blogger und die knallharte Wahrheit

Heute habe ich endlich begonnen, ein lang erwartetes Buch zu lesen. Es handelt sich um einen Anti – Ratgeber für Eltern, der mit Witz erklärt, wie man als Mama gelassen bleibt (und ja von der Gelassenheit brauche ich definitiv eine dicke Scheibe!). Doch schon zu Beginn war ich einfach schockiert, wie negativ die Autorin auf Blogger losgeht und uns hinstellt. Auch aus meinem Privatleben sind mir gewisse Kritikpunkte und Unklarheiten bekannt. Während mir oft Mütter sehr positiv entgegen kommen, gibt es natürlich immer die Kehrseite der Medaille und es hagelt oft Kritik. Wir Mama – Blogger sind allerdings vor allem eins: Mütter, wie auch Du es bist. Mit diesem Beitrag möchte ich mit einigen Vorurteilen aufräumen, die mir regelmäßig begegnen und die publik sehr bekannt sind.

Warnhinweis: einige meiner Aussagen beinhalten Witz und Satire. Wer diese nicht von wahrheitsgemäßen Aussagen unterscheiden kann und sich generell schnell angegriffen fühlt, sollte nicht weiterlesen. Ich hafte nicht für Deinen Gemütszustand.

“Blogger machen uns eine heile Welt vor”

Dieses Vorurteil wird durch ein ganz heikles Problem angeheizt: die Konkurrenz zwischen Müttern. Jede möchte die beste sein, die die am meisten schafft, deren Kinder immer auf sie hören, gut schlafen und überhaupt keine Probleme machen. Das ganze Muttersein wird durch diesen Konkurrenzkampf bestimmt. Und ja es gibt sie, die Supermütter, die auch im Internet präsent sind und uns allen ihre tolle einfache Welt vor die Nase reiben. Und ja, es gibt auch welche, die sich zu den Bloggern verirrt haben: schwarze Schafe gibt es überall. Meiner Meinung nach muss ein Blog authentisch sein. Wieso sollte ich als Leser Tipps von jemandem annehmen, der mir völlig fremd ist und dessen Überzeugungen gar nicht mit den meinen entsprechen? Zum Glück gibt es nämlich auch uns, die ehrlichen Blogger, die ihre Erfahrungen und Fehler mit euch teilen. Die sich dessen bewusst sind, dass sie nicht alles richtig machen, die genau diese schlechten Erfahrungen, die sie gemacht haben, mit euch teilen wollen, um euch vor eben diesen zu bewahren. Natürlich zeige ich auch mal gerne gute Seiten meines Lebens, doch ich bin mir immer dessen bewusst, dass auch ich nur ein Mensch bin. Und das ist das, was einen Blogger wirklich ausmacht. Wir sind nah an euch dran, näher als irgendeine Zeitschrift, ein Buch oder eben die Super Mama, die jeden Tag Bilder vom Strand oder ihrer super sauberen Wohnung postet. Und unser Ziel ist es nicht, euch zu zeigen, dass wir es besser machen, sondern dass auch wir dieselben Probleme haben, wie ihr auch.

“Bloggen ist ein Witz und kein Beruf”

Die Bloggerwelt spaltet sich in zwei Kategorien: es gibt die, die aus reiner Freude schreiben und das Bloggen als Hobby betiteln. Und es gibt die, die damit Geld machen. Selten verdient ein Blogger so viel Geld, dass er davon tatsächlich leben kann. Aber oft ist es eine gute Möglichkeit, die Familienkasse ein wenig auf zu stocken. Auch ich habe schon richtig gute Angebote bekommen, gesponserte Beiträge gegen Entgelt zu schreiben. Nur habe ich bisher nicht den Schritt gewagt, tatsächlich mich mit einem eigenen Gewerbe zu befassen. Gegen ein kleines Geschenk habe ich natürlich trotzdem nichts.

Viele von euch kennen sicher den Spruch aus dem Internet “was weiß ich schon, schließlich zählt heutzutage auch Blogger als Beruf”. Mir ist bewusst, dass vielen von euch gar nicht klar ist, wie viel Arbeit hinter so einem Blog steckt. Während gewisse Influencer auf Instagram zwei Bilder am Tag posten und dafür gefeiert werden, ist ein Blog richtig viel Arbeit. Schließlich schreiben wir selten drauf los, müssen uns zu jedem Thema vorbereiten, Bilder bearbeiten und der richtige Text braucht Stunden bis er zu meiner Zufriedenheit verfasst ist. Zudem kann in meinen Augen nicht jeder “einfach schreiben”, nicht jede Person hat das Feingefühl, Texte zu verfassen und Leser zu binden. Dieses Können muss man sich zum einen aneignen und zum anderen hat man ein Talent eben oder auch nicht. Ich mache mich schließlich auch nicht als Mathematiker, wenn ich einfach nicht rechnen kann, richtig?

Aus Blogs schöpfen Leser einen Mehrwert. Und dieser darf sich zahlen lassen wie jede andere Dienstleistung auch. Seid doch glücklich, dass ihr das Geld dafür nicht selbst auf den Tisch legt, wie bei Zeitschriften oder Büchern, sondern Sponsoren dahinter stehen, die das für euch erledigen.

“Blogger wollen uns nur etwas verkaufen”

Wir oben schon beschrieben ist ein Blog mit ganz schön viel Arbeit und manchmal auch mit Kosten verbunden. Wer eine Website betreibt, muss meist dafür bezahlen, ein spezielles Theme kostet, ein Gewerbe muss Steuern abdrücken. Es gibt für Blogger viele Möglichkeiten, das Geld wieder rein zu holen. Dies können wir beispielsweise über Affiliate machen oder euch Produkte vorstellen. Ja, in dem Fall bekommen wir Geld dafür, dass wir euch auf gewisse Produkte aufmerksam machen.

Ich persönlich empfehle jedoch keine Produkte, die mich selbst nicht völlig überzeugen und ich keinen Mehrwert für euch erkenne. Leiglich wenn ich zu 100 % hinter einem Produkt stehe, kann ich euch dieses ebenfalls ans Herz legen. Ja, ab und an versuche ich euch wirklich etwas “zu verkaufen”. Mein Blog ist jedoch keine reine Werbeplattform und mit einigem anderen sinnvollen Inhalt bestückt. Es geht hierbei um den Mehrwert an Informationen im Allgemeinen.

Leider kann ich aber auch hier nicht ausschließen, dass es auch hier nicht einzelne Blogger gibt, die hauptsächlich Produkte vorstellen.

“Das liest doch eh keiner”

Ja Blogger haben es heutzutage schwer. Das Internet wächst unaufhaltsam und wir werden mit Informationen überschüttet. Es ist lange nicht mehr so, dass ein Blogger gleich auffällt und wir müssen tatsächlich um Aufmerksamkeit kämpfen. Hat man sich ein mal einen Followerkreis aufgebaut, kann es nur noch nach oben gehen. Dennoch sind wir natürlich über jeden Support und jedes Like dankbar, da wir nur so sichtbar werden und aus der Menge stechen können. Traurigerweise bekommen nur Blogs und Seiten aufmerksamkeit, die schon eine gewisse Anzahl an Followern vorweisen können, kleine Blogs gehen direkt unter.

Darüber hinaus habe ich ganz viele Einsichten über Google oder Pinterest. Was das bedeutet? Du hast sicherlich schon mal in Internet nach einer Antwort zu einer Frage gesucht. “Wie schläft mein Kind besser?”, “Wie vereinbare ich Familie und Beruf” oder “Tipps bei Erkältungen bei Kindern”. In vielen Fällen bekommst Du einen Blogartikel vorgeschlagen. Viele von euch lesen somit Blogs, ohne wirklich darauf geachtet zu haben, dass es welche sind. Und da motzt ihr auch nicht darüber, sondern seid dankbar über die Informationen, die ihr bekommt.

“Blogger vermarkten ihre Familie im Internet”

Hier verhält es sich ganz unterschiedlich und ich denke, dass es ganz von der Persönlichkeit der Eltern abhängt. Es gibt eben Mamas, die ganz viel von ihren Kiddies im Internet preisgeben und solche, die es eben nicht tun. Das ist erstmal ganz unabhängig davon, ob nun Blogger oder nicht. Aber es ist wahr, dass wir natürlich eine ganz andere Reichweite haben, wie private Profile und vor allem für alle öffentlich sind.

Ich persönlich stelle ganz selten Bilder meiner Kinder rein und wenn doch, überlege ich ganz genau welche und wieso. Aber ja, es gibt Kinder von Bloggern, die überall wiedererkannt werden würden, wenn man sie treffen würde. Das sollte aber jede Person für sich selbst abwägen.

“Blogger machen ständig Urlaub für Lau”

Davon abgesehen, dass es tatsächlich Reiseblogger gibt und gewisse Reisen und Aufenthalte auf Auftrag entstehen, ist auch das nicht die Regel. Auch ich habe schon über Reiseziele und Freizeitaktivitäten geschrieben, habe diese jedoch keinesfalls gespronsort bekommen. Wieso ich es dennoch gemacht habe? Traffic und SEO, meine Freunde. Ich schreibe über Themen, die euch interessieren, manchmal aus purem Egoismus, um Leser auf meine Seite zu ziehen. Wenn ich denke, dass Orte, an den ich war, euch interessieren werden, schreibe ich meine Meinung darüber. Zum einen denke ich, es interessiert einige von euch. Zum anderen bin ich mir sicher, dass der ein oder andere danach im Internet suchen wird und so seinen Weg zu mir findet 🙂

Hast auch Du Vorurteile gegenüber Bloggern? Oder bist Du selbst einer und hast mit solchen zu kämpfen? Erzähle mir davon in den Kommentaren, ich kann die Liste gerne ersetzen.

23 Antworten auf „Vorurteile über Mama – Blogger und die knallharte Wahrheit“

  1. Wow schöner und ehrlicher Kommentar, ich find dies wirklich toll wie du geschrieben hast und so war. Manchmal denke ich wirklich das Menschen nichts besseres zu tun haben als einen zu kritisieren was man macht und tut. Deinen Blog werde ich mir merken und öfter vorbei schauen. Bleib so wie du bist und blogge was auch immer dich interessiert.

  2. Blogger machen ständig Urlaub – na schön wärs ja! Und dass alles nur schön und toll ist , ist auch eine Granate! Wer sowas behauptet oder über Blogger generell sagt , der hat scheinbar auch keine Ahnung. Es muss einem, finde ich schon liegen und braucht Ausdauer und Diziplin zu Bloggen. Eigentlich wie in jedem anderen Beruf auch ;O)! Ich wünsche Dir noch einen guten Tag! VG, Sirit

    1. Liebe Sirit,
      Ja das wäre wirklich toll, aber wie du es schon sagst, das gibt es so in keinem Beruf. Aber ja, solche Vorurteile habe ich tatsächlich schon gehört / gelesen

  3. Toller Artikel! Als Blogger hat man es, egal in welche Sparte man gehört, oft nicht leicht. Ich glaube Vorurteile wie “faul”, “arbeitet nicht”, “schnorrt sich nur durch” kennen wir alle.

    Aber gerade bei Mama Bloggern ist der Konkurrenzkampf glaube ich noch eine Spur härter und diese Kommentare finde ich noch ein wenig unangebrachter. Denn während andere Mamis in Elternzeit gegen und gar nicht arbeiten müssen, setzen die meisten Bloggerinnen als Selbstständige ihre Arbeit ja fort. Alleine dafür sollte es deutlich mehr Respekt und Anerkennung geben.

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Liebe Jana,
      Ich würde das Bloggen für mich gar nicht als Beruf sehen. Besonders jetzt in elternzeit leidet mein Blog sehr daruner und ich komme kaum noch zum schreiben. Aber ja, es ist dennoch immer noch Arbeit und hat das Gegenteil als mit faul zu tun

  4. Liebe Wioleta,

    mir war gar nicht klar, mit welchen Vorurteilen Mama Blogger zu kämpfen haben. Ich persönlich finde es super, dass es euch gibt. Denn wer googlet nicht mal schnell ein Probleme, dessen Lösung sich in dem Moment einfach nicht offenbaren will?
    Ich finde es super, wenn ich im Netz dann auf Menschen treffe, die selber dieses Problem gehabt und gelöst haben. Das hilft mir mehr, als irgendeine professionelle Antwort. Denn durch euch fühle ich mich einfach verstanden.

    Liebe Grüße,
    Mo

    1. Das stimmt Liebe Mo! Ich denke ihr Buchblogger habt da weniger die Probleme, da ihr euch nicht mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen müsst. Wir bekommen da mehr Feuer ab, weil wir eine andere Meinung äußern müssen oder eben Tipps zu brenzligen Themen geben. Aber ich selbst lese auch gerne Blogs und definitiv lieber als irgendwelche Antworten auf gute-frage.net

  5. Hallo,
    Ich bin auch Mama und blogge selbst. Allerdings schreibe ich nich wie viele Elternblogger über den Familienalltag, sondern ausschließlich über meine Leidenschaft, die zu einem Familienhobby geworden ist: Brettspiele und Gesellschaftsspiele für Kinder und Familien.
    Einige der typischen Vorteile begegen aber mit genauso wie anderen Bloggern. Wir Bogger wissen aber doch alle, wieviel Leidenschaft man dafür braucht.
    Ich weiss, das ich nie reich davon werden würde… wenn es mir irgendwann keinen Spaß mehr macht, höre ich auf!
    Verspielte Grüßle,
    Simone

    1. Liebe Simone,
      Es freut mich, dass du in deinem Blog eine solche Freude gefunden hast! Das ist doch das wichtigste, dass es uns Spaß macht! Sollen die da draußen alle reden, wie sie wollen

  6. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Die ganzen Vorurteile über Blogger kenne ich leider auch, manchmal nerven sie mich richtig. Die meisten Leute sehen einfach nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt… Und wenn man dann noch Mama ist, ist es noch mehr Arbeit alles unter einen Hut zu bekommen!

  7. Ich blogge ja selber und kenne diese Vorurteile. Wobei ich auch ehrlich gesagt skeptisch bin, ob Blogger so pauschal ein Beruf ist, den man bis zur Rente ausüben kann. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich auch? Heut macht ja eh niemand mehr nur eine Sache bis zur Rente.

    1. Ich persönlich kann es mir schon vorstellen, das ganze etwas nebenberuflich zu machen, aber mein hauptjob wäre es tatsächlich nicht…

  8. Ich glaube überhaupt im Leben ist es immer das Wichtigste, das zu tun, wohinter man steht und was sich für einen gut anfühlt. Vorurteilen oder blöden Kommentaren wird man – egal in welchem Bereich – leider nie entkommen! Also bleib dir und deinem Weg auf alle Fälle treu 🙂

  9. Als Blogger muss man damit leben, das es Vorurteile gibt. Da stehen wir inzwischen drüber. Da wir wirklich viele Produkte testen, gibt es auch oft einen Neidfaktor. Aber die Arbeit, die dahintersteckt, die sieht leider kaum ein Außenstehender. Schön, dass Du das mal aufzeigst hier!

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