Von der Einsamkeit der HN-Mamas

Die letzten Tage haben mir wieder einmal sehr zugesetzt. Ich fühle mich in letzter Zeit sehr einsam. Ich weiß, dass es viele Mamas gibt, den es genauso geht, doch keiner spricht darüber. Schließlich wollten wir alle ein Baby und haben irgendeine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft, uns über dieses kleine Wunder zu freuen, das wir doch so sehr lieben. Wir müssen nach Außen hin die glückliche Mama abgeben, die alle in uns sehen wollen. Deshalb spreche ich darüber, und vielleicht durchbreche ich so den Kreis, nicht mehr einsam zu sein. Vielleicht gibt es die ein oder andere dort draußen, der es genauso geht und sie gibt sich zu erkennen. Und wenn nicht, dann weiß sie zumindest, dass sie damit nicht alleine ist…

Ich habe mich auf meine Elternzeit sehr gefreut. Noch von meiner Großen wusste ich, wie oft ich draußen war, immer an der frischen Luft mit dem Wagen unterwegs. In den Kursen und im Müttertreff habe ich Gleichgesinnte getroffen, außerdem hatte ich Bekannte mit Kindern im selben Alter. Wir haben uns immer getroffen, jeden Tag war ich woanders, mir war im Grunde nie langweilig. Daher hatte ich hohe Ansprüche an meine zweite Elternzeit. Diese wollte ich noch besser nutzen, da ich nun wusste, wie schnell die Zeit vergeht und wie schnell die ganz kleinen ganz groß werden. Außerdem möchten wir keine Kinder mehr. Ich wollte also die vielen letzten Baby Male nochmal richtig intensiv erleben. Nun ist meine Tochter 6 Monate alt und das erste magische Jahr ist zur Hälfte vergangen. Und irgendwie habe ich oft das Gefühl, die Zeit sei verschwendet, wir hätten nichts unternommen, nichts erlebt, die Zeit nicht genutzt. Bald muss ich wieder arbeiten gehen, dann kann ich die Zeit mit ihr nicht mehr so genießen, wie ich es hätte bisher können.

So viele Tage habe ich in der Wohnung verbracht, die Decke ist mir auf den Kopf gefallen. Ich wünschte, ich würde hier ausziehen, hasse diese vier Wände im Wohnzimmer, die ich den ganzen Tag sehen muss. Doch was genau hält mich auf, zu tun, was ich möchte? Wieso genau sperre ich mich denn ein? Wieso erlebe ich nicht einfach die Dinge, die ich gerne erleben würde? Genau dem möchte ich in diesem Beitrag auf den Grund gehen.

Und irgendwie war das Baby anstrengender als das erste…

Sicherlich bist Du bereits über den Begriff “high need Baby” gestolpert. Auch ich habe bereits darüber berichtet, was dies bedeutet, wo es herkommt und habe einen Notfallplan erstellt, einen besonders anstrengenden Tag zu überstehen. Aber den Tag mit so einem Baby zu meistern, ist immer wieder aufs Neue eine Herausforderung. Schon als sie ganz klein war, war mir bewusst, dass sie etwas mehr Nähe braucht, als es bei der großen war. Sie hing etwas mehr an mir als Mama, ließ sich kaum von anderen beruhigen und weinte etwas intensiver. Anstatt dass es mit dem Alter besser wurde, wurde es schlimmer und oft stand ich am Rande der Verzweiflung und vor allem am Ende meiner Kräfte. Wie hätte ich neben der Kraft, dir ich für mein Baby, mein Kind und dem Ehemann aufbringen müssen, auch noch ein Sozialleben führen sollen? Auch wenn da diese eine laute Stimme ruft, dass ich mich dringend mal mit Freunden unterhalten sollte…

Der Alltag nimmt uns sehr ein

Unter anderem erkennt man ein high need Baby daran, dass es nicht schafft, einen Rhythmus aufzubauen. Somit haben wir keine festen Zeiten, zu den sie schläft oder Hunger hat. Manchmal schläft sie gar nicht, an anderen Tagen holt sie den mangelnden Schlaf nach. An den einen Tagen ist sie somit schlecht gelaunt, an den anderen bin ich ans Sofa gefesselt, da sie diese schläfchen meist auf mir hält. Gestillt wird sie immer noch sehr gerne und sehr oft, selbst mach ihren zwei Breimahlzeiten möchte sie danach noch an die Brust. Das ist für sie viel mehr, als einfach nur Essen, auf die Weise holt sie sich noch mehr Nähe.

Somit bin ich oft glücklich, wenn ich es bis zum Abend schaffe, die Spülmaschine aus zu räumen, die am Abend vorher gelaufen ist. Meine Wohnung lässt es gar nicht zu, dass Menschen diese sehen. Doch ich bin alles andere als gestresst, vielmehr gelangweilt und einsam, aber ich schaffe es nicht, meinen Alltag so zu relativieren, um mir diesen Freiraum zu schaffen, mich mit jemandem zu treffen, schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Selbst wenn ich ihren Schlaf nach draußen verlege, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie wieder an Brust will…

Mein ganzer Tag dreht sich also darum, sie irgendwo schlafen zu lassen oder zu füttern. Sollte sie eines von beidem nicht bekommen, büße ich es mit Weinen und völliger Unzufriedenheit.

Wieso weint Dein Baby so viel?

Und da sind wir beim zweiten Grund angekommen, wieso wir HN Mamas uns lieber zuhause einsperren und unter Einsamkeit leiden, als das Haus zu verlassen: wir haben einfach keine Kraft mehr, erklären zu müssen, wieso unser Kind so schwierig ist. Ja, es weint schon wieder, nein es wird nicht nicht satt, ja sie ist einfach so. Mir begegnen hierzu immer zwei Meinungen: die einen haben Mitleid, die anderen absolut kein Verständnis. Also ja, eine HN Mama verzichtet lieber auf Freunde, als sich dem Konflikt zu stellen, immer unter Unverständnis ihr Kind beruhigen und ablenken zu müssen.

Bei uns kommt noch ein großes Problem dazu, welches auch viele high need Babys haben: sie hasst es, im Auto zu sitzen. Manche Fahrten lassen sich gut überstehen, wenn man sie bei Laune hält, beim nächsten Mal kann das ganze schon wieder völlig ausarten. Ich versuche diese immer so zu planen, dass wir fahren, wenn sie müde ist. Aber es vorher wissen, kann ich auch nicht.

Worüber sollen wir auch reden?

Letztens als wir bei Freunden waren, war es die typische Aufteilung: die Männer sitzen draußen und trinken und die Frauen beschäftigen sich mit den Babys. Abends fragte mich mein Mann, was wir so geredet haben. Ja was denn? Größtenteils weinte ja irgendein Kind und wollte versorgt werden oder wir redeten darüber, was wir so den ganzen Tag mit den Babys machen. Schließlich haben wir zur Zeit keine anderen Themen, bekommen nichts anderes von der Welt mit.

Mit Freunden, die in derselben Situation stecken, lässt sich das noch ertragen. Wenn Freunde aber noch gar keine oder schon größere Kinder haben, was genau soll ich denen denn sagen? Früher oder später sind alle genervt von dem 24/7 Gerede über Babys. Andere Gesellschaftliche Themen fallen bei mir zur Zeit aber aus.

Wir sind einfach zu müde

Ich erinnere mich noch gut, wie eine Freundin mir vor ein paar Monaten ein Treffen abgesagt hat, weil ihr Baby nachts schlecht geschlafen hatte. Wie müde sie war, auch weil sie immer eine gute Nacht gewohnt war. Es hat sie umgehauen.

Das Problem ist, dass man sich nicht an schlechte Nächte gewöhnen kann. Natürlich wird es zur Regel, dass man immer irgendwie müde ist, manchmal holt sie aber nochmal richtig aus und schläft so gut wie gar nicht. Und dann stehe ich komplett neben mir, bekomme kaum einen vernünftigen Satz zustande oder höre meist nicht zu, wenn jemand mit mir redet. Viele empfinden das als unhöflich, ich kann meist aber gar nicht anders. Dazu kommt, dass meine Laune an solchen Tagen sich stark in Grenzen hält.

Was können wir also tun, um den Kreis zu durchbrechen?

Ich überlege mir in meinen vielen ruhigen Minuten oft, wie ich gegen das Problem angehen könnte. Schließlich möchte ich mich nicht mehr einsperren, ich möchte schöne Momente mit tollen Freunden verbringen, lachen, Geschichten hören und erzählen, meine Zeit zuhause voll auskosten. Die Liste ist lang, aber ich schaffe es bisher nicht, auch nur einen dieser Punkte abzuhaken. Ich stehe mir selbst im Weg. Mein Baby steht mir im Weg. Irgendwie gibt es keinen richtigen Weg.

Am einfachsten wäre es sicherlich, jemanden zu finden, der im selben Boot sitzt. So eine Person habe ich auch gefunden. Ein Treffen kam bisher noch nicht zustande, weil es umso schwieriger ist, wenn beide versuchen, ihren Alltag zu bewältigen und es einfach nicht schaffen. Zum anderen fehlt bei beiden der Mut es zu versuchen.

Andererseits wäre es eine gute Lösung, jemanden zu finden, der das ganze schon hinter sich hat, flexibel ist, spontan einspringen und sich an die Launen meines Kindes anpassen kann. Aber wer will schon auf Abruf bereit stehen. Nicht zuletzt durch meinen Blog wissen viele von der Situation bei uns zuhause. Ich habe die Hoffnung allerdings aufgegeben, dass eines Tages eine gute Fee an meine Türe steht mit Kuchen in der Hand (Wein darf ich ja noch keinen trinken) und sagt sie leistet mir Gesellschaft. Und falls dieser Traum doch noch in Erfüllung gehen soll, ihr findet mich stillen auf dem Sofa…

Zu diesem Thema habe ich noch einen tollen Artikel bei Mamiweb gefunden:

https://www.mamiweb.de//familie/einsame-mutter-die-isolation-vieler-frauen/1

24 Antworten auf „Von der Einsamkeit der HN-Mamas“

  1. Viel zu dem Thema selbst kann ich nicht sagen da ich keine eigenen Kinder habe. Ich kann nur von mir als Freundin sprechen – andere in meinem Umkreis haben schon Kinder. Ich würde sie nie so behandeln, ich finde es schade das man dann genervt wirkt vom Kind. Natürlich ist ein weinendes Kind anstrengend, aber wenn ich eine Freundin wirklich sehen will dann kann ich das auch mal ein paar Stunden in Kauf nehmen. Aber das ist meine persönliche Meinung bzw. meine persönliche Handhabe 🙂

    Ich wünsch dir das du bald jemanden findest egal, ob als Gleichgesinnte oder Freundin die noch keine Kinder hat.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  2. Liebe Wioleta,

    interessant, mal so einen Bericht von einer Mutter zu lesen. Ich selbst habe ja keine Kinder und bei mir war es eher so, dass niemand mehr mit mir redete, weil ich eben keine Kinder hatte. Gute Freunde waren weg, weil ich nicht mitreden konnte.
    Zum Glück hat sich das gegeben, weil ich ja jetzt deutlich älter bin.
    Glaub mir, auch bei Dir wird sich das ändern. Und mit einer Freundin, die die gleichen “Probleme” hat, wird es leichter.
    Ich finde es bemerkenswert, dass endlich mal jemand so ein Thema, das sonst ja eher verschwiegen wird, anspricht.

    Liebe Grüße,

    Tabea

    1. Das ist eine sehr interessante Sichtweise der anderen Seite, so habe ich das nie gesehen… Vielleicht sollte ich wirklich lieber die Kontakte enger pflegen, die noch keine Kids haben

  3. Hi ich habe gerade echt Gedacht das bin ich, als ich das gelesen habe. Ich habe zwei Jungs, ein 5 Jahrigen u einen 6 Monate alten Sohn. Mein Großer war ein Schreikind u ein kleiner Mutant, was seine Motorik anging. Der kleine ist mal so mal so. Schlimme Nächte u dennoch sind wir viel unterwegs momentan, da er jetzt sehr entspannt ist, wenn er viel neues zu schauen hat. Natürlich gab es auch wochen, wo es ganricht ging u wir nur zu hause saßen, weil jede Autofahrt u jede Fahrt mit dem buggy nur gebrüll war. Zu hause ablegen geht garnicht, also schleppe ich ihn den ganzen tag u tagsüber schlafen geht auch nur mit mir u an der Brust. Großeltern haben wir hier keine u mein Mann ist die meiste Zeit auf Montage. Aber auch so schafft er es mit beiden nicht lange alleine. Einmal hatte ich es versucht mich mit meiner Freundin zu treffen, leider wohnen auch alle etwas weiter weg, naja aufjedefall endete es damit das ich den kleinen mitnehmen musste. So ist das eben. Aber wenn man dann noch immer wieder angesprochen wird, wie anstregend meine Kinder sind, macht es einen echt traurig. Wenn ich mit beiden unterwegs bin, werde ich entweder blöd angeschaut oder mein großer kriegt was von jemanden zu hören, weil er wiedermal was angefasst hat was er nicht anfassen soll oder irgendwo draufgeklettert wo er nicht drauf soll. Manchmal weiß ich auch nicht was ich falsch mache. Aber ich fühle mich eher so, als ob ich kaum was richtig mache bei der Erziehung.

    1. Liebe Diana,
      Ich weiß, es ist schwer aber halte Dir vor allem eins immer vor Augen:es liegt nicht an Dir! Deine Kinder haben einen sehr starken Charakter und du als Mama hast auf diesen einfach keinen Einfluss. Das Problem vieler Mütter und auch das meine ist, dass wir Dinge kontrollieren wollen, die nicht in unserer Macht stehen. Es hat mir sehr geholfen, die Situation, wie sie ist, zu akzeptieren. Den Weg raus habe ich dennoch nicht gefunden.
      Was sagen denn die Erzieher zu seinem Charakter? Wie schätzen die das ein?

  4. Das Problem liegt ja auch in der Gesellschaft. Ist es nicht schlimm, dass man sich mit einem ewig weinenden Baby nicht raus traut? In erster Linie doch wegen der Mitmenschen. Ich stand mal mit meinen 2 Kindern, damals etwa 6 Monate und 2.5 Jahren An der Kasse. Der große schlief. Der kleine brüllte. Eine Dame rief. “und dann auch noch 2 davon.” letztens lief ich mit 2 zufriedenen Kindern durch die Stadt. Nummer 2 zufrieden mit schnulli im Buggy sitzend. Eine Dame schimpfte wie ekelhaft und widerlich das doch sei…. Und meine Kinder waren beide recht normal. Der große brauchte allerdings auch viel Nähe und wir hatten genau das, was auch angesprochen wurde. Er war woanders so lieb und zu Hause hatten wir dann theater ohne Ende wenn er bereits “drüber” war. Mir ging dann teilweise das gerede auf den Keks, unser Baby wäre ja so lieb und pflegeleicht. Ich dachte da manchmal: aha. In den 2 Stunden wo wir bei euch waren vielleicht. Dann komme mal ein Tag mit nach Hause zu uns. Wo ich den großen teilweise weinend stundenlang im bondolino getragen habe, mich stundenlang nicht hingesetzt habe damit er nicht wieder aufwacht usw. Ich glaube ja, die meisten Babys sind anstrengend, nur die wenigsten sind ehrlich genug, das zuzugeben. Mama sein ist der härteste Job der Welt. Eine Freundin hat mal zu mir gesagt, du bist die einzige, die mir gesagt hat, dass es auch einfach mal “Scheiße” ist. Wir brauchen definitiv mehr davon.

    Viel Kraft für euch.

    1. Das was du beschreibst, sieht man immer wieder. Aber da sind wir wieder bei dem Thema, dass wir nichts richtig machen können… “dein Kind ist so lieb, ich glaube gar nicht, dass es so anstrengend ist” aber auch “wie kann das Kind nur so anstrengend sein?”… Dazwischen gibt es nichts

  5. Auch wenn es etwas “platt” klingt, ich finde keine kreativeren Worte: Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Ideenreichtum, um die Babyzeit trotz allem schön – und etwas spannender 😉 – zu gestalten.

    Unser 1. Kind wäre wahrscheinlich auch unter high need eingestuft, aber da es unsere Premiere war, erschien uns alles normal. Erst jetzt beim zweiten Kind sind wir ständig am Staunen darüber, wie anders es sein kann.

    Ich möchte Dir vorschlagen, trotzdem rauszugehen. Aus Erfahrung weiß ich, dass es einem bald überhaupt nichts mehr ausmacht, wenn das eigene Kind nie schläft, ständig rackert etc., während die anderen schlafen und studenlang einen Bauklotz anstarren. Probiere es aus, wenn Dir die Decke auf den Kopf fällt – schlimmer wird es nicht 😉

    Noch eine ganz simple Lösung: Wenn ihr zu zweit seid, lass Deinen Mann mehr übernehmen. Setz Du Dich raus, während er Babytalk hält. Die beiden werden schnell eine “eigene Beziehung” entwickeln. (Womit ich keineswegs andeuten will, dass sie keine hätten!)

    Ganz liebe Grüße aus Berlin

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Das mit dem Papa gestaltet sich leider nicht so einfach, da diese enge Beziehung wirklich nicht da ist. Sie ist durch und durch Mama Kind und selbst das Duschen ist die Qual, weil sie währenddessen immer weint. Jetzt bei dem wetter versuche ich immer zumindest in den Garten zu gehen, aber sobald ihre Laune umschlägt gehe ich mit ihr hoch. Mehr traue ich mir einfach noch nicht zu

  6. Meinen größten Respekt, dass du so offen und ehrlich bist. Finde ich echt super! Ebenso, dass du deinen Teil dazu beiträgst, das Thema bekannter zu machen. So können hoffentlich andere Eltern mehr Verständnis für solch eine Situation aufbringen.

  7. Ein sehr schöner und intensiver Beitrag. Wer dies nicht auch durchlebt, kann sicherlich nicht nachvollziehen, was du alles leistest. Ich habe aber das Gefühl, dass du eine sehr starke Frau bist. Halte durch!

    Danke für deinen offenen Beitrag.
    Grüsse Petra

  8. Liebe Wioleta,

    am liebsten würde ich jetzt erst einmal in den Arm nehmen und dir sagen: “Es kommen auch wieder erholsamere Zeiten”. Nur, das hilft dir im Augenblick einfach gar nicht.
    Ich finde es toll, wie offen du sagst, was dich (und sicherlich auch noch viele andere Mütter) quält und bedrückt. Im Grunde muss ein Umdenken in den Köpfen der Anderen her, denn du brauchst Unterstützung. Wer sagt, dass du den Haushalt auch noch bewältigen musst?
    Unser Kind hatte nur manchmal solch anstrengende Phasen und wenn die starke Mama Fokussierung da war, da bin ich wirklich fast auf dem Zahnfleisch gekrochen. Aber manchmal, da musste ich einfach mal raus, zwar nicht für Stunden, aber mal ein Spaziergang mit dem Hund alleine war schon eine Wohltat. Auch wenn es im Herzen weh tat. Mein Mann hat sich sehr viel Mühe gegeben, dass übellaunige Baby zu bespaßen und mir ein bisschen Pause zu gönnen.

    Du bist toll, Wioleta und fühl dich ganz doll gedrückt.

    Von Herzen,
    Mo

    1. Vielen Dank liebe Mo ❤️ das mit dem Papa wird Stück für Stück ein kleines bisschen besser. Wirklich Freiraum kann er mir bisher nicht schaffen. Aber das kommt sicherlich noch 🙂

  9. Eltern von High Need-Babys sind einfach viel erschöpfter als andere Eltern. Es ist wichtig die Vorstellung abzulegen, den Kriterien der „normalen“ Babys anlegen zu können. Oft stößt man dann auf Unverständnis im Umfeld, das kann einsam machen, denn nur wer ein High Need-Baby hat, versteht was das bedeutet.
    Alles Liebe
    Annette

    1. Da hast du völlig Recht, man erwartet einfach, dass das Baby genauso normal ist, wie andere Babys auch. Ich hoffe, dass, wenn das Thema immer mehr publik gemacht wird, sich vielleicht doch die Ansicht von anderen Mamis etwas ändert. Vor allem wer ein Anfänger Baby hat, kann sich gar nicht vorstellen, dass es welche vom anderen Schlag gibt. Und dass diese Babys ihren Charakter vielleicht gar nicht nach außen zeigen und zwar vor anderen super lieb sind, uns zuhause nach der Reizüberflutung uns die Rechnung zeigen

  10. Chapeau für Deine Offenheit und Ehrlichkeit. Ich merke daran wieder einmal, das wir oft nicht genügend dankbar sind, wenn unsere Kinder einfach “ganz normal” sind.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass es mit zunehmenden Alter Deines Kindes einfacher für Dich wird.
    Verspielte Grüßle,
    Simone

  11. Wioleta, ich verstehe dich so so gut. Auch wenn unser kleiner Wurm nicht ganz so krass ist, so braucht und sucht sie doch immer wieder meine Nähe. 2 Stunden bei Oma, kein Problem. Eine Stunde hat sie geschlafen und die andere geweint und gebrüllt bis wir wieder da waren (unser Wocheneinkauf). Mal eben schnell bei Oma abladen wegen eines Termins, immer mit einem sehr sehr üblen Beigeschmack. Ich hab mich am Anfang auch teilweise eingesperrt gefühlt. Ich hatte das Gefühl die kleine hat mir meine Freiheit genommen. Hört man doch von anderen immer wie einfach es doch war und das die kleinen immer nur geschlafen haben. Pustekuchen. Nachts schläft sie super, trotz das ich ein bis zwei mal aufstehen muss. Tagsüber ist es der Horror. Sie findet einfach keine Ruhe. Nun haben wir zumindest dafür eine Lösung gefunden. Erst wollte ich darüber berichten, traue mich nun aber doch nicht aus Angst, dass ich mit Steinen beworfen werde, weil wir uns etwas angeschafft haben, das hilft. Aber die Unsicherheit wenn wir raus gehen, uns mal mit Freunden treffen oder einkaufen bleibt. Wir tasten uns ran. Autofahren hat sie am Anfang geliebt, nun nicht mehr. Es tut weh. Jeder Schrei, jedes weinen tut weh und ich hab das Gefühl bei jeden Mal zerbricht ein Stück meiner Seele. Wie gern würde ich manchmal spontan einfach irgendwo hingehen. Mich mit Freunden treffen. Und wie oft mache ich es nicht und bleib lieber Zuhause, weil es hier “sicher” ist. Dennoch denke ich, das ich den Kreis ein Stück weit durchbrochen habe. Gern wäre ich diese eine mit einem Kuchen in der Hand und einer riesigen Flasche voller Verständnis, die an deine Tür klopft. Wir würden uns zunicken und die Tür hinter uns schließen…

    Fühl dich gedrückt. Danke für deine Offenheit. Danke für deine Ehrlichkeit.

    Dany

    1. Liebe Dany,
      Vielen lieben Dank für deine ehrlichen Worte! Ich finde es klasse, dass ihr so eine tolle und mutige Oma habt, die euch in dieser Situation unterstützen kann. Das fehlt uns hier definitiv. Und es freut mich sehr, dass es bei euch langsam besser wird. Das gibt auch uns einen Hoffnungsschimmer ♥️

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