Unser misslungener Familienurlaub

Lange gab es nun keinen Beitrag mehr am Blog, dafür habe ich euch auf meinen Sozialen Netzwerken von unserem Alltag erzählt. Seit ein paar Tagen haben wir es geschafft: wir sind endlich aus unserem Urlaub zurück. Ja, Du liest richtig. Ich bin richtig froh, wieder zuhause zu sein. Ursprünglich war es ja mein Plan gewesen, Bibione als Urlaubsregion vorzustellen. Leider ist bei uns ab dem ersten Tag an komplett alles schief gelaufen. Da der Ort selbst absolut nichts dafür kann, möchte ich daher keine Wertung abgeben. Dennoch liegt es mir am Herzen, mir diesen ganzen Frust von der Seele zu schreiben Darum lasse ich euch an unserem misslungenen, wenn gar katastrophalen Urlaub teilhaben.

Sonntag – eine gefährliche Anfahrt

Bereits um 3 Uhr morgens klingelte bei uns der Wecker. Wir haben bewusst geplant, nachts zu fahren, damit unsere Kinder etwas mehr schlafen können. Davon haben wir uns erhofft, dass wir schneller und mit weniger Pausen durchkommen. Leider waren die Kids da anderer Meinung und haben so gut wie gar nicht geschlafen. Wir haben teils gefüht alle 50 km anhalten müssen, da das eine Kind gestillt werden wollte, das andere auf Toilette musste, oder was auch immer noch so beiden einfiel.

Bereits als wir über die Deutsch-Österreichische Grenze gefahren sind, hörten wir kurz ein komisches Geräusch, als wir über eine Brücke fuhren. Da dieses nicht mehr vorkam, dachten wir uns nichts dabei und fuhren einfach weiter. Bei stärkerem Abbremsen hörten wir ab dem Moment hin und wieder ein schleifen, konnten beim Anhalten zunächst aber nichts erkennen.

Erst als wir von der Autobahn fuhren und durch den Ort unterwegs waren, schliff die Bremse durchgehend. Wir haben es gerade so geschafft, in Bibione unsere Unterlagen und die Schlüssel zu holen und in den Nachbarort Pineda zu fahren. Zum Glück hatte uns die Frau von der Agentur einen guten Tipp bezüglich einer Werkstatt, die wir gleich am nächsten Tag aufsuchen konnten.

Zwar waren wir bereits um 16 Uhr im “Ferienhaus” sofern man dieses so nennen konnte, doch waren wir von der Fahrt und dem frühen Aufstehen total geschlaucht. Ich war von der Qualität unserer Unterkunft total niedergeschlagen und habe zunächst mit den Tränen gekämpft, bevor ich mich dazu aufraffen konnte, unsere Sachen zu verstauen. Anschließned suchten wir uns nur schnell ein Restaurant, in dem wir unsere erste von unzähligen Pizzen aßen und verzogen uns ins Bett.

Montag – etwas Strand muss sein

Der Vormittag ist noch recht schnell vorbei geschossen, da wir alles ausgepackt haben und mein Mann das Auto in die Werkstatt fuhr. Zum Glück war die italienische “Mamma” so freundlich und hat ihn zurück ins Ferienhaus gebracht, damit er die 6 km nicht laufen musste. Zu dem Zeitpunkt wussten wir nur, dass wir eine hintere Bremsbacke verloren hatten. Bis zum Abend sollte das Auto repariert werden. Trotzdem etwas angeschlagen gingen wir kurz vor der Mittagszeit zum Strand.

Der Strand in Pineda

Die Strände in Bibione sind wirklich schön und gepflegt. Sie sind in unterschiedliche Zonen unterteilt, die endweder privat vertrieben werden oder aber zu bestimmten Unterkünften gehören. Wir hatten einen Fußweg von gerade mal 2 Minuten, daswar wirklich top! Und wäre das Wetter gut geblieben, hätte ich gar kein Problem damit gehabt, meinen Urlaub einfach da zu verbringen. Aber dazu später mehr.

Für einen Schirm mit Liegen haben wir am Tag 18 € bezhalt (was in meinen Augen schon ganz schön viel ist, in Malta haben wir vergleichsweise aber mehr blechen müssen). Wir holten uns ein Ticket für zwei Tage und hatten unseren reservierten Platz.

Wassermäuse

Die Kinder mussten sich noch etwas an den Sandstrand gewöhnen, denn es war wirklich sehr sehr sandig 🙂 Aber besonders die kleine hatte großen Spaß am Wühlen und Krabbeln, die Große war viel mit ihrem Surfbrett im Meer. Über Mittag sind wir dann aber doch zurück gegangen, für einen Mittagschlaf im Wagen war es doch zu warm. Für den Abend reservierten wir uns einen Tisch an der Strand-Pizzeria, wo sogar jeden Abend live Bands spielten. Das war wirklich ein schöner Tag! Schade, dass es so nicht bleiben konnte.

Dienstag – schlechte Nachrichten

Bis Montagabend hatte sich leider noch keiner wegen des Autos gemeldet, also riefen wir in der Werkstatt gleich morgens an. Wir wollten nach Bibione auf den Markt, der nur Dienstags statt fand und hatten gehofft, das Auto auf dem Rückweg mitnehmen zu können. Leider konnte uns der Herr noch keine Auskunft geben. Also beschlossen wir hin zu laufen und zurück mit dem Bus zu fahren.

Der Weg hat sich leider ganz schön gezogen und es war wahnsinnig heiß. Wir waren erst gegen 11 Uhr am Luna Park, wo der Markt stattfand, um 12 wurde er schon geschlossen. Doch wir haben sehr vieles gefunden, was uns gefallen hat. Ich habe für mich zum Beispiel eine Handtasche ergattert und für uns alle einen richtig schönen gewebten Strandkorb. Ich liebe ja Einzelstücke!

Unser neuer Strandkorb

Danach sind wir noch etwas durch Bibione durch gelaufen und haben dort gegessen. Meine Stadt ist es persönlich nicht, da sie sehr touristenlastig ist. Es schien, als gäbe es dort nichts eigenes, nur Hotelanlagen, Appartments und Ramschläden – und die vielen Spieleautomaten für Kinder nicht zu vergessen.

Nach Leas Mittagschlaf wollten wir gerade wieder an den Strand gehen, als endlich das Handy klingete und die Werkstatt sich meldete. Doch dann der Schock: er hatte uns die Bremsklötze ausgetauscht, dabei jedoch festgestellt, dass der Bremszylinder defekt war und Flüssigkeit verlor. Außerdem war unsere hintere Spurstange kaputt und unsere völlig neuen Sommerreifen waren innen bis aufs Blech runter gefahren. Wir müssten also nicht nur alles reparieren lassen vor der Heimfahrt, sondern auch noch neue Reifen kaufen. Wieder fuhr mein Mann zur Werkstatt, solange wir schon mal an den Strand gingen. Der Automechaniker versprach uns, dass das Auto am nächsten Tag fertig wäre. In Italien laufen die Uhren aber wohl anders…

Abends machte uns noch etwas Probleme: in Pineda waren wirklich viele Mücken! Während Lea und ich größtenteils verschont wurden, haben es Mia und ihr Papa trotz Armbändern voll abbekommen. An diesem Abend war es so schlimm, dass er beim Essen das Restaurant verlassen hat, weil er es nicht mehr aushielt. Wir haben unser Essen schnell geschlingt und sind zurück ins Haus gegangen, den beiden war von den vielen Stichen richtig schwindelig.

Noch Tage später sind die Stiche bei Mia zu sehen

Mittwoch – schlechtes Wetter

Am Mittwoch waren wir schon ganz schön genervt von der Situation ohne Auto: es began zu regnen und am Strand waren rote Flaggen gehisst. Was bedeutete, dass der Wellengang so stark war, dass man nicht ins Wasser sollte. Also packten wir unsere Tasche und fuhren diesmal direkt mit dem Bus nach Bibione etwas shoppen. Wieder hatten wir die Hoffnung, unser Auto auf dem Rückweg mitnehmen zu können, leider wurden die Reifen noch nicht geliefert, weshalb es sich wieder um einen Tag verschoben hatte. Mit unserer großen Tochter hatten wir an diesem Tag ein riesen Theater wegen den Spielehallen in Bibione. Sie wollte einfach in jede rein und hat jedes Mal ein Aufstand gemacht, wenn wir wieder hinaus mussten. Das war wirklich geschickt gemacht von der Stadt, denn diese Hallen waren wirklich überall!

Um Abends die Stimmung etwas zu erheitern wollte ich mir den Hafen von Pineda ansehen. Wir liefen ziemlich weit die Einkaufspassage nach hinten, vorbei am Park und sind am Hafen angekommen. Dort standen wir leider vor einem verschlossenen Tor, denn der Hafen war nur für private Jachten. Zumindest haben wir auf dem Rückweg wirklich leckeren Fisch gegessen.

Donnerstag – die Stimmung ist endgültig gedrückt

Da wir den Mann von der Werkstatt nicht erneut nerven wollen, planten wir direkt einen Tag in Lignano ein. Zuerst wollten wir uns die Sandausstellung ansehen und anschließend in den Zoo fahren. Die Busse fuhren ca im zwei Stunden takt, das sollte uns für alles reichen. Gegen 12 Uhr kamen wir in der Stadt an und es begann direkt zu regnen. Also verzogen wir uns in die erste Pizzeria die wir fanden, deren Belegschaft total unfreundlich war! Wir versuchten uns den Tag davon nicht vermiesen zu lassen und liefen weiter zur Ausstellung an einem wirklich schönen Strand entlang. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass die Ausstellung erst um 19 Uhr öffnete, was uns den nächsten Schlag verpasste. Also beschlossen wir, an der bucht spazieren zu laufen, bis um halb 4 der Bus zum Zoo kam.

Der Hafen von Lignano

Kurz bevor wir den Bus erreichten meldete sich die Werkstatt, wir sollten unser Auto bis 18 Uhr abholen. So musste auch noch der Zoo gestrichen werden und wir fuhren zurück nach Bibione, um unser Auto noch rechtzeitig holen zu können und unser restliches Urlaubsbudget in der Werkstatt zu lassen. Da war die Stimmung endgültig dahin…

Zum Abend nutzten wir die stürmische Stimmung, um Muscheln am Strand zu sammeln. Es wurden tatsächlich schöne Schätze angespült durch die starken Wellen. So haben wir wenigstens schöne Erinnerungen.

Freitag – endlich mit Auto?

Da wir am Freitag also endlich ein funktionierendes Auto da hatten und endlich mal etwas erleben wollten, nahmen wir uns die Stadt Jesol vor. Dort gibt es ein Sea Life und ein idyllischen Innenstädtchen, so sagten das zumindest die Bilder. Da das Wetter mal wieder nicht so toll war, gingen wir nach einer Stunde Fahrt erstmal in das Sea Life. Dieses war jedoch richtig winzig und nach nur 30 Minuten waren wir schon fertig. Ziemlich deprimierend, denn wir sind über eine Stunde dort hin gefahren. Als wir das Gebäude verließen, schüttete es wie aus Kübeln, sodass wir gar keine Lust mehr hatten, in den Innenstadt zu fahren und enttäuscht zurück fuhren.

Zumindest in Bibione war das Wetter etwas besser. So machten wir am Nachmittag einen Spaziergang zum Leuchtturm. Dieser war lange nicht so romatisch, wie man sich einen Leuchtturm vorstellt, aber wir wollen ja keine Ansprüche mehr stellen…

Samstag – die Rückfahrt

Eigentlich hätten wir den ganzen Samstag ja noch für den Strand eingeplant und endlich spielte das Wetter auch mit. Wir leider nicht. Mia hatte fürchterlich geweint, da sie völlig verstochen war und sich überall aufgekratzt hatte. Ich hingegen wachte mit starken Brust- und Kopfschmerzen auf und hatte eine angehende Brustentzündung. Ich habe mich lange gefragt, wieso, da ich keinen Milchstau hatte. Aber bei diesem Stress war das ja kein Wunder oder?

So beschlossen wir spontan, zu packen und zu gehen und keinen Tag mehr in diesem schrecklichen Urlaub zu verschwenden. Wir sind wirklich immer positiv an jede Situation hin gegangen und haben alles versucht, um den Urlaub noch irgendwie zu retten. Aber es hat gereicht! Bis 12 Uhr hatten wir gepackt und fuhren los, um die Schlüssel abzugeben. Danach machten wir uns auf den Heimweg…

Hattest Du schon einmal einen Horrorurlaub? Was lief bei euch schief? Habt ihr auch abgebrochen oder durchgezogen? Erzähle mir davon in den Kommentaren.

7 Antworten auf „Unser misslungener Familienurlaub“

  1. Oh man, so einen Urlaub möchte man echt nicht erleben. Grade wenn man sich so lange drauf gefreut & gespart hat.

    Seit Hugo da ist, haben wir mehr kleinere Urlaubstrips in Deutschland gemacht, die alle sehr schön waren. Auch wenn das Reisen mit Kind einem definitiv mehr abverlangt. 🙂

    -> https://www.vatersohn.blog/freizeit/reisen-mit-kind/

    Wir drücken euch für den nächsten Urlaub die Daumen!

    LG, Richard & Hugo vom https://www.vatersohn.blog/

  2. Ohje, da lief ja wirklich einiges schief!
    Ich hatte zum Glück noch nie einen Urlauber, der komplett misslungen war – aber auf Reisen passiert natürlich immer mal wieder was, was uncool bis Albtraum ist: Anschlussflug verpassen, starkes Unwetter, Autopanne mit Mietwagen (kurz vorm Rückflug), in einen Seeigel treten…

    1. Liebe Ina,
      Das stimmt, im Nahinein werden wir darüber sicher lachen können 🙂 und zu erzählen haben wir allemal! Ich schaue gleich gerne in Deinen Beitrag rein

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