Unser Familienhund – deshalb ist ein Haustier für die kindliche Entwicklung so wichtig

Ok, die Überschrift täuscht ein bisschen. Wir haben offiziell noch kein Haustier. Schon seit Monaten waren wir am Übelegen, ob wir meinen Beschäftigungsverbot und die anschließende Elternzeit zuhause nutzen, um uns endlich den lange gewünschten Hund zu holen. Früher haben wir das nie, da letztendlich keiner von uns zuhause war und wir immer gearbeitet hatten. Jetzt wäre die perfekte Möglichkeit, einen Vierbeiner an uns zu gewöhnen und ihm ein Zuhause zu schenken. Da ich auch nach zwei Kindern nicht mehr vorhabe, einmal Vollzeit in den Job zurück zu kehren (zumindest nicht solange die Kinds klein sind) und nur stundenweise das Haus leer wäre.

Doch die Auswahl fiel uns nicht leicht! Die meisten Hunde werden überteuert verkauft und die Familien werden mit wervollen Papieren gelockt, die tatsächlich nur etwas wert sind, wenn man selbst auch weiter züchten möchte. Wir persönlich pfeiffen auf Rasse und Wert – hauptsache das Tier passt zur Familie, richtig? Also haben wir über das Tierheim nach langem Suchen endlich den einen Hund gefunden, dem wir ein Zuhause schenken wollen. Auch unsere Tochter freut sich wahnsinnig auf diesen Schritt. Die Sommerferien nutzen wir, um mit ihm viele Spaziergänge zu machen, denn das ist der Vorteil, wenn man sich einen Hund aus dem Tierheim holt: man kann ihn erstmal ausgiebig kennenlernen, bevor man sich entscheidet und nimmt nicht indirekt die Katze aus dem Sack. Weshalb diese Erfahrung für unsere Tochter besonders wichtig ist, und weshalb Hausiere für Familien generell eine gute und wichtige Entscheidung sind, möchte ich euch in diesem Beitrag erläutern.

Das Haustier als Freund und Helfer

Ein Grund, weshalb ein Haustier ein wichtiger Begleiter im Leben eines Kindes ist, ist die tiefe Bindung, die zwischen beiden entsteht. Ein Tier kann sowohl für ein Kind als auch für einen Erwachsenen als Ansprechperson für Sorgen, Tröstkissen oder auch nur als Spielgefährte dienen, denn bei Offenheit gegenüber dem Tier muss ein Kind keine negativen Reaktionen befürchten. Die Bindung, die zwischen beiden entsteht, geht oft tiefer als bei Freundschaften zu anderen Kindern, denn das Haustier ist immer für das Kind da. Ein Kind, das mit einem Tier im Haus aufwächst, hat meist eine stärkere Psyche und ist resistenter gegen Stress.

Natürlich werden Haustiere wie Hamster oder Hasen keine tatsächlichen Wegbegleiter. Wer allerdings eine Katze oder einen Hund hat, merkt schnell, dass Tier und Kind eine Art Liebe zueinander entwickeln. Den Verlust unserer Katze trauert unsere Tochter noch jetzt 1,5 Jahre später nach, weil sie ein sehr wichtiger und prägender Begleiter war.

Tiere wirken positiv auf die Psyche

Kinder, die mit einem Hund oder einer Katze leben, sind psychisch stabiler und leiden weniger an sozialen Problemen. Die Kinder erlernen nicht nur die sozialen Kompetenzen, die Tiere selbst wirken auf Menschen beruhigend und senken den Blutdruck. Sie sind sozusagen der Balsam für die Seele.

Zudem sind Kinder, die mit Tieren aufwachsen ausgeglichener und aktiver und haben eine ausgesprägtere Sozialkompetenz.

Verantwortung für andere übernehmen

Für ein Kind gibt es zu Beginn hauptsächlich eines: die eigenen Bedürfnisse. Mitgefühl und ein Gespür für andere Personen und Wesen lernen die Kinder erst mit der Zeit. Wer ein Tier hält, dem ist jedoch schon früh klar, dass es sich nicht selbst versorgen kann und man in bestimmten Situationen zurückstecken muss und sich um sein Tier kümmert. Denn es kann sich nicht selbst ernähren, muss Gassi geführt werden oder seine Toilette gereinigt bekommen. Es braucht Pflege und Liebe und Zeit. Kinder, die mit Tieren aufwachsen, lernen schnell, sich auch um andere zu kümmern und die Verantwortung zu übernehmen. Zudem steigert die Verantwortung auch das Einfühlungsvermögen der Kinder, sie lernen so die Bedürfnisse der anderen zu erkennen.

Unsere Tochter hatte zum Beispiel schon mit zwei Jahren die Aufgabe, morgens die Katze zu füttern. Sie hat schnell verstanden, dass die Katze jeden morgen Hunger hat und gefüttert werden möchte. Also ging sie jeden morgen selbstständig an die Schublade mit dem Katzenfutter und machte etwas in das Schälchen. Es war für sie eine wichtige Aufgabe, die sie sehr ernst genommen hat. Als Dank hat sie von der Katze immer sehr viel Liebe und Zuneigung erhalten.

der treue Begleiter
Mehr frische Luft durch das Tier

Insbesondere Hunde, aber auch kleinere Tiere wie Hasen oder Schildkröten sind gerne und oft an der frischen Luft. Es ist erwiesen, dass Kinder mit Tieren mehr Zeit an der frischen Luft verbringen, als Kinder, die ohne Tier aufwachsen. Und das macht die Kinder gesund.

unser baldiger Begleiter?
Resitenz gegenüber Krankheiten

Kinder mit Tieren leiden seltener an Allergien und Infektionskrankheiten und haben ein besseres Immunsystem, als Kinder, die keinen Kontakt zu tieren haben.

Besonders ein Hund, der viel Bewegung braucht, stärkt automatisch auch die Fitness der Kinder (und Erwachsenen) besonders durch lange Spaziergänge oder auch nur das Herumtoben, Ball Spielen etc.

Bessere Schulische Leistung

Gewisse Studien belegen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, bessere schulische Leistungen erbringen, als Kinder ohne Tiere. Das liegt an der sozialen Kompetenz, der Belastbarkeit und dem Verantwortungsbewusstsein der Kinder. Ebenso haben Kinder eine größere Frustrationstoleranz, denn sie lernen schnell, dass ein Tier nicht immer das tut, was ihm gesagt wird und sie müssen dies mehrmals üben oder wiederholen.

Wichtig: beachtet vor der Anschaffung eines Haustiers auch immer die eigenen Lebensumstände und ob eine Tierhaltung möglich ist!

 

24 Replies to “Unser Familienhund – deshalb ist ein Haustier für die kindliche Entwicklung so wichtig”

  1. Ich bin selber mit Tieren gross geworden . Mein Hund kam als ich 2 Jahre alt war und wir haben uns so geliebt. Gut er kam vom Zuechter, aber das ist jetzt 30 Jahre her. Ich habe gelernt, Dinge um mich herum vorsichtig zu behandeln und ich habe gelernt Liebe zu schenken. Mit 5 bekam ich einen Wellensittig . Da lernte ich dann auch fressen geben zu muessen.
    Tiere sind (du liest ja meine Erfahrung) sehr wichtig in der Kindheit.

    Leider vermisse ich meinen Hund sehr stark, er starb 2002 ! Aber ich habe dafuer Kaninchen um mich herum. Bei uns gab es nie lange Zeiten ohne Tiere. 6 Monate war das Laengste.

    Ich wuensche euch tolle Erfahrungen mit eurem Vierbeiner und hoffe ihr werdet Gluecklich zusammen 🙂

    xoxo dein Lipstickbunny Vanessa

  2. Kann ich absolut bestätigen.
    Als die Kiddies noch klein waren, hatten wir (den weltbesten) Retriever an unserer Seite, der dann leider nach einem lange und tollen leben verstarb.
    Danach wollten wir uns primär um die Kinder kümmern und haben abgewartet. Bis jetzt…! Gestern ist Anju, unsere Dalmatiner-Hündin, geboren und in ca. acht Wochen ist es soweit… Dann holen wir die Süße von der Züchterin und freuen uns erneut auf hoffentlich laaange, verspielte und süße Jahre.

    Es muss kein Hund sein. Tiere generell sind etwas wundervolles.

    1. Hallo Eren,
      ich finde es toll, dass ihr nach so langer Zeit euch wieder für einen Gefährten entschieden habt. Klar, es muss kein Hund sein. Aber Hunde geben einem sehr viel zurück!

  3. Ein toller Beitrag, den ich nur bestätigen kann. Schon ich bin mit Tieren aufgewachsen und selbiges wollte ich auch meinem Sohn nicht vorenthalten. Auch wenn es manchmal viel Arbeit ist – für uns sind unsere Tiere vollwertige Familienmitglieder. Wir lieben sie!

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Sandra

  4. Ganz toller Beitrag, dem ich nur zustimmen kann. Ich als Tiermensch konnte es meinen Kindern nicht verwehren mit Tieren aufzuwachsen. Wir haben hier ja einiges, 3 Aquarien (eins davon mit Axolotl), einen Hund (Golden Retriever) und 2 Graupapageie. Unsere Katze ist verstorben, aber ich bin auch allergisch gegen Katzenhaare, deshalb bleiben wir Katzenlos. Alle Tiere habe ich aus Notlagen bekommen, ich bin nicht der Züchtertyp. Nur die Axolotl und die Fische sind vom Züchter. Danke für diesen tollen Beitrag. Mag ich sehr.

    Lieben Gruß, Bea.

  5. Sehr schöner Beitrag. Toll dass ihr euch für einen Hund entschieden habt!
    Ein Haustier im Leben eines Kindes ist wirklich eine Bereicherung. Ich bin selbst auch mit Hunden aufgewachsen und das war super. klar hat es auch genervt – vor allem wenn ich bei jedem Pisswetter auch mit den Hunden gassi musste, aber auch das lehrt einen Verantwortung und das besser als jede Unterhaltung mit Erwachsenen.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

  6. das sind alles wirklich wunderbare Gründe, sich einen Familienhund anzuschaffen liebe Wioleta! und ich finde es ganz wunderbar, wenn man ihn aus dem Tierheim holt und dem Kind somit beibringt, dass jedes Keben lebens- und liebenswert ist 🙂

    allerdings finde ich es auch nur richtig, wenn man sich bewusst gegen ein Haustier entscheidet, weil besipielsweise die Umstände die Haltung nur unoptimal machen 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram
    ´

    1. Vielen Dank liebe Tina! Das stimmt, die rassenhunde werden immer als mehr wert dargestellt, dabei sind Tiere aus dem Heim genauso Lebewesen und besitzen Gefühle und Zuneigung

  7. Wir hatten als Kinder leider kein Tier, aber mittlerweile haben sich meine Eltern tatsächlich einen Hund zugelegt. Und für mich steht auch fest, dass wir einen uns holen, wenn wir soweit sind. Ich möchte, dass meine Kinder mit einem Haustier aufwachsen. Deswegen viel Glück bei der Mission. Leicht wird es nicht, aber bestimmt richtig schön 🙂
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

  8. Ich finde es wunderbar, wenn Kindern die Chance gegeben wird, mit Tieren aufzuwachsen. Ich wollte immer einen Hund haben, aber meine Eltern waren aus Zeitgründen leider dagegen. Wenn die Zeit da ist würde ich mich aber immer für einen Hund (oder eben ein anderes Haustier) entscheiden.

    Liebe Grüße
    Jana

  9. Ich finde ein Tier für Kinder immer total toll. Ich selbst bin leider “tierlos” aufgewachsen, lediglich meine Oma hatte einen Hund, den wir in den Sommerferien immer heiß und innig geliebt haben.

    Erst als wir etwas größer wurden durften wir dann einen Hamster halten, der Wunsch nach einer Katze oder einem Hund erfüllte ich mir erst beim Auszug. Während meine Mama sich endlich durchsetzte und einen Hund bekam, habe ich mir zwei kleine Stubentiger geholt.

    Wir möchten aber unbedingt nach unserem Umzug im November einen Husky aufnehmen. Der Traum von mir und meinem Freund, leider gestaltet sich die Suche nach einem seriösen Tier (egal ob Züchter oder Tierheim) garnicht so leicht. Wir sind beide Vollzeit arbeiten, jedoch darf ich den Hund mit in die Arbeit (Büro) nehmen und die Pausen für den Ausgang nutzen. Ab halb drei ist dann mein Freund aktiv mit ihm unterwegs, da er als Sportler (Laufen, Radfahren, etc.) ihn da Fordern kann.

    Wenn wir mal Kinder haben möchte ich unbedingt, dass diese mit Hund und Katze aufwachsen, weil wie ich finde es einen extremen Mehrwert im Erwachsenenwerden bietet.

    LG Daniela von moreaboutdanie.at

    1. Vielen Dank für diesen lieben Kommentar!
      Ich selbst habe in meiner Jugend such einen Hamster bekommen. Das ist als Haustier für ein Kind völlig ungeeignet! Zum einen war die ganze Nacht Krach, tagsüber habe ich das Tier nie gesehen und dann muss man als Kind sehr früh mit dem Thema Tod konfrontieren, da die Viecher nur zwei Jahre leben.
      Huskys sind wundervolle Hunde! Ich wünsche dir viel Erfolg, dass Du dir diesen Traum erfüllen kannst

  10. Tiere sind wirklich etwas wundervolles! Als Kind hatte ich nur Wellensittiche und eine Schildkröte (nein, die ist nicht langweilig). Jetzt habe ich seit über 17 Jahren mein kleines Hotte und hoffe, dass der Opi mir noch möglichst lange erhalten bleibt. Tiere geben einem so viel auf Ihre Art. Egal, ob Kind oder Erwachsener.
    Ich finde es toll, dass Ihr Euch nach reichlicher Überlegung und Planung für diesen Schritt entscheiden habt und dann auch noch einem Tierheimhund helfen werdet. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

    Viele liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

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