Umfrage Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Zum Glück lese ich gerne in Foren – ganz gleich ob allgemein oder in Facebook Gruppen, es gibt immer etwas interessantes zu erforschen. So bin ich auch über diese wunderbare Studie gestoßen. Und da ich gerne Umfragen beantworte, habe ich direkt mitgemacht. An dieser Stelle möchte ich euch die Studie vorstellen und euch auffordern, an dieser teilzunehmen.

Das Institur für IEPB (findet ihr unter https://www.evaluierung-psychischer-belastungen-am-arbeitsplatz.com/ ) beschäftigt sich mit Belastungen auf Arbeitsplätzen. Die junge Studentin Julia hat eine Umfrage geteilt, welche ermittelt, in welchem Arbeitsplatz und in welcher Branche die größte Belastung für Mitarbeiter anfällt. Befragt hat sie in diesem Fall arbeitende Mütter, die Fragen sind jedoch an jede Branche und jeden Arbeiter gestellt. Sprich: auch ihr, meine Nicht-Mama Leserinnen könnt ruhig daran teilnehmen 😉

Zuerst werden allgemeine Daten zu dem Arbeitsort und der Arbeitsweise gestellt. Es werden Angaben über beispielsweise die psychische Belastung, Weiterbildung und Schichtarbeit gestellt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes – was bei mir mit 6 Monaten Probezeit und 2 Jahren Befristung gar nicht gegeben ist. Weiterhin fragt sie ab, ob die Arbeit viel Kontakt zu Kollegen und Kolleginnen erfordert und ob man oft (auch durch diese) gestört wird. In meiner Stelle auf jeden Fall! Als Assistentin bekomme ich meine Aufgaben erst durch den Kontakt und werde anauernd durch vorbeilaufende Personen in einem Großraumbüro und durch Telefone, die in Abwesenheit von ca. 60 Kollegen auf mich umgestellt sind, aufgehalten. Ja manchmal würde ich mir gerne ein Beispiel an den lieben Arzthelferinnen nehmen und den Höhrer zu Seite legen. Auch was die Arbeit auf Abruf angeht, trifft bei mir persönlich völlig zu.

Nach einem Viertel beschäftigt sich die Befragung mit der Körperlichen Anstrengung und den körperlichen Folgen -leider etwas zu allgemein. Ich finde, an dieser Stelle sollte die Umfrage nach körperlicher und geistiger Arbeit gesplittet werden. Auch in dieser Spalte wird viel wechselnde Arbeitszeit und Umgebungen wie zum Beispiel einer Industriehalle oder auf dem Bau angesprochen. Ich vermisse hier immer noch die Büroarbeit, die ebenfalls mit einer zumindest psychischen Belastung verbunden ist. Ein unangenehmer Luftzug? Ich bin davon ausgegangen, dass eine zu kalte Klimaanlage auch dazu zählt, was im Büro tatsächlich stört.

Ab fast der Hälfte sind wir nun an meinem Thema angekommen: die Arbeitsmenge. Nun kann ich endlich loslegen, denn die Fragen passen tatsächlich zu meiner Stelle. Es kommen Fragen, ob die Menge der Aufgaben machbar ist oder ob ich lange Phasen der Konzentration benötige.

Auf dem letzten Drittel sind wir bei der Weiterbildung angekommen. Hier muss ich sagen, dass mein Betrieb schon sehr viel Wert darauf legt – als Mutter bin ich dazu aber einfach zu unflexibel. Ich kann selten an einer Schulung teilnehmen, die bis 17 Uhr geht und schon gar nicht, wenn dies in unserem Mutterkonzern passiert, wohin ich 1,5 Stunden in eine Richtung reisen muss – Sorry meine Schuld! Da werde ich mir bei meinem nächsten Zielgespräch eine gute Ausrede ausdenken müssen, ohne als unflexibe Mutter den Stempel aufgedrückt zu bekommen und die Vorurteile zu stärken.

Nun (durch meine Beschreibung nebenher) nach etwas mehr als 30 Minuten habe ich die Umfrage hinter mir. Und stehe etwas im Dunklen. Bekomme ich nun eine Antwort, ob mein Beruf anstrengend ist? Ist es personenabhängig? Muss ich die Antwort für mich selbst interpretieren? Ich fand es etwas schade, dass kaum Einfluss auf die Person des Befragten genommen wurde und auf deren Lebensumstände. Ja ich mache Überstunden – für eine alleinstehende Frau ist dies weniger schlimm als für eine Mutter, die gerne mehr Mutter als Arbeitstier wäre. Ich fände es schön, ein kurzes Feedback zu erhalten, da jedoch keinerlei persönliche Daten abgegeben wurden, ist dies wohl eher schwierig. Also liebe Wissenschaftler: ich finde es toll, dass sich jemand mit diesem Thema beschäftigt. Und wenn dadurch irgend etwas umgesetzt werden könnte, wäre dies eine wirklich sinnvolle Sache. Ich würde nur gerne Wissen, was springt dabei für mich als Arbeitnehmer heraus? Inwiefern ändert sich die Sichtweise meines Betriebs? Also liebe Arbeiter/innen: vielleicht können wir mit dieser Umfrage etwas erreichen und den Stress in unserem Umfeld reduzieren. Ohne die Wissenschaftler würden zumindest keine bösen Erkenntnisse an die Öffentlichket gelangen dass die eine oder andere Branche schlechte Umstände hat. Und vielleicht sollten gerade wir Büroarbeiter uns zusammentun und der Welt zeigen, dass auch wir leiden können und es nicht nur die körperlichen Arbeiten sind, die Menschen kaputt machen. Wie sieht es mit der Burn Out rate aus? Diese ist wohl kaum auf dem Bau vertreten sondern bei uns, die wir eine hohe Verantwortung tragen. Zumindest habe ich noch kein Arbeitshandy, dann müsste ich meine Mails tatsächlich auch im Urlaub beantworten müssen. Bitte helft mir, meine Seele nie so sehr an meinen Beruf zu verkaufen.

Aber um zum Schluss zu kommen: viel Spaß bei der Umfrage. Ihr findet sie hier: https://surveys.iepb.at/449789

6 Replies to “Umfrage Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz”

  1. Liebe Wioleta,

    ein ganz wichtiges Thema, das du hier aufgegriffen hast. Als Psychologin weiß ich welchen psychischen Belastungen wir im Job ausgesetzt sind und es werden leider immer mehr. Ich versuche selbst mir immer meine Auszeiten zu nehmen und über meinen Job und die Belastung zu reflektieren.

    Liebste Grüße
    Verena

  2. Liebe Busymama,

    zunächst vielen Dank dafür, dass du nicht nur bei unserer Umfrage mitgemacht hast, sondern dir auch die Mühe gemacht hast, diesen ausführlichen Blog-Artikel zu schreiben und unsere Umfrage auch noch weiterzuempfehlen! Das hilft uns sehr, immerhin ist das Ziel, für verschiedenste Arten von Arbeitsplätzen in allen Branchen das Ausmaß der verschiedensten psychischen Arbeitsbelastungen zu erheben, und dafür benötigen wir wirklich viele teilnehmende Personen.

    Gerne antworten wir auf deine Frage im Blog: “Inwiefern ändert sich die Sichtweise meines Betriebs?” Wir wollen mit dieser Befragung Vergleichswerte schaffen, um in Zukunft wissenschaftlich fundiert feststellen zu können, ob ein Unternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen seiner Branche ähnliche, bessere oder schlechtere psychische Arbeitsbedingungen hat und wo genau allfällige Probleme liegen. Diese Möglichkeit soll jedem Unternehmen sehr niederschwellig zur Verfügung stehen. Wir sind davon überzeugt, dass das in Zukunft ganz erheblich dazu beitragen wird, Stress an den Arbeitsplätzen zu vermindern. Das hilft letzen Endes nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den Betrieben selbst, denn gute Arbeitsbedingungen sind eine Grundvoraussetzung für motivierte und effektive Arbeit.

    Dass wir dir noch keine Antwort auf deine Frage geben können, ob dein Beruf nun anstrengend ist oder nicht (bzw. wo genau du mehr belastet bist als Kollegen und Kolleginnen in ähnlichen Tätigkeiten), liegt daran, dass wir mit eurer Hilfe die dafür nötigen Vergleichsdaten eben gerade erst sammeln. Doch in wenigen Monaten werden wir dir und anderen Menschen in den unterschiedlichsten Berufen diese Antworten sehr genau geben können!

    1. Hallo Herbert,

      ich danke Dir für Deine Antwort!
      Ich bin total gespannt auf Eure Ergebnisse und würde mich sehr über ein Feedback freuen.
      Und als Assistentin, die direkt unter dem Chef sitzt, hoffe ich auch für andere Betriebe, dass die Sichtweisen der Vorgesetzten sich auf Dauer ändern. Denn deren Frauen müssen aus finanzieller Sicht nicht arbeiten gehen und sie bekommen diese Belastung gar nicht mit. Ich finde, da sollten wir alle mehr aufeinander achten und Verständnis zeigen. Dadurch kann sich vieles ändern.

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