Tipps gegen Langeweile im Beschäftigungsverbot

Endlich war es letzte Woche soweit! In der 17. Schwangerschaftswoche wurde mir nach langem drängen und mehrmaligen Krankschreibungen endlich ein Beschäftigungsverbot erteilt. Die Situation hat sich somit völlig geändert: während ich noch vor zwei Wochen völlig erschöpft nach einem 10 Stunden Tag nach Hause zurückkehrte und noch Haushalt und ein großes Kind hatte, habe ich nun ganz viel Zeit für … ja wofür eigentlich? Wer von einer beinahe Überforderung in eine starke Unterforderung ohne Übergangsphase wechselt kann sich zuhause ziemlich verloren fühlen. Und natürlich ist es schön, die ersten Tage einfach mal die Füße hoch zu legen und sich zu entspannen. Monatelang bekommt das sicherlich niemand hin, vor allem niemand, der es gewohnt ist, immer in Action zu sein. Von Vollzeitangestellte zu Vollzeitmama quasi. Da ich selbst meine Anfangsschwierigkeiten hatte mich zuhause einzugewöhnen, möchte ich euch meine Tipps gegen Langeweile im Beschäftigungsverbot mitteilen und wie ich mir einen geregelten Alltag geschaffen habe. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Feste Routinen schaffen

Da ich leider nie der Mensch war, der bis in die Mittagstunden im Bett liegen kann und spätestens um 8 Uhr morgens einen wahren Tatendrang verspüre, musste bei mir eine festen Morgenroutine her! Ich wusste, dass es mein Untergang wäre, wenn ich keinen Grund habe aufzustehen und umso glücklicher bin ich darüber, dass ich eine große Tochter habe, die ebenfalls einen festen Tagesablauf braucht. Deshalb klingelt bei uns jeden Tag um 7:00 Uhr morgen der Wecker, um 9:00 Uhr ist die Bringzeit im Kindergarten vorbei. Meine Große hat versucht, darauf zu bestehen, ebenfalls zuhause zu bleiben, da ich ja auch immer frei habe. Doch es ist mir nicht nur für mich und meine Termine wichtig, dass sie regelmäßig in den Kindergarten geht: auch für ihre sozialen Kontakte und ihre Entwicklung ist es enorm wichtig, dass sie noch in den Kindergarten geht.

Ich habe mir zudem angewöhnt, meinen ganzen Haushalt schnell zu erledigen, sobald ich sie weg gebracht habe. Ich war es von meiner Zeit auf Arbeit gewohnt, meine Wohnung in sehr kurzer Zeit sauber zu machen und nicht den ganzen Tag herumzutrödeln. Ich hatte nie dafür Verständnis, wenn Vollzeitmütter über zuwenig Zeit klagten und dass der Haushalt niemals aufhöre. Um 10 Uhr lege ich für eine kurze Zeit tatsächlich meine Füße hoch und bin glücklich über die getane Arbeit und darüber, dass ich den restlichen Vormittag für mich Zeit habe.

Verbringe intensiv Zeit mit den großen Kindern

Bald wird das kleine Geschwisterchen dasein und das wird nicht nur die Welt von uns erwachsenen auf den Kopf stellen: wie in meinem Beitrag über das Vorbereiten des großen Geschwisterchens beschrieben, fiebert auch meine Große aufgeregt der Geburt entgegen. Doch auch sie weiß, dass sich dadurch vieles ändern wird und ich meine Zeit auch dem Kleinen widmen muss. Deshalb eignet sich so ein Beschäftigungsverbot super, um nochmal intensiv Zeit mit dem großen Kind zu verbringen, was oft neben dem Job eher nebenher lief und sich oft auch während meiner Home Office Zeiten selbst beschäftigen musste. Die freien Nachmittage nach dem Kindergarten verbringen wir nun ausgiebig mit Ausflügen, Eis essen in der Eisdiele, Spielplatzbesuchen und ganz viel gemeinsamer Zeit! Da kommt uns der Sommer ganz schön zugute und wir nutzen das schöne Wetter, soweit es mein Kreislauf erlaubt mit und genießen die Zeit

Zeit für soziale Kontakte

Die 10 Stunden mehr am Tag bieten sich bestens an, mal wieder die sozialen Kontakte aufzufrischen. Ich muss zugeben, dass viele meiner Freundschaften an meinen Arbeitszeiten gelitten haben. Aber wer möchte auch noch bei einer Freundin auf ein Schwätzchen vorbeifahren, wenn er erst um 21 Uhr geduscht und mit allem fertig aufs Sofa sinken kann? Und das ist als Schwangere noch 1000 mal anstrengender als sowieso schon. Glücklicherweise haben viele meiner Freundinnen selbst Kinder und sind zumindest den halben Tag daheim, wodurch ich gleichzeitig meine Kontakte und die meiner Tochter pflegen kann. Und es tut wirklich gut, nach so vielen Stunden allein daheim sich mit jemandem zu treffen und über Themen sprechen zu können, die über “Mama wie ziehe ich meine Puppe heute an?” hinausgehen.

Bedenkt auch, dass ihr durch das neue Baby erstmal in euer neues Leben reinkommen müsst und alles etwas anders planen werdet (zum Beispiel je nach dem zu welchen Uhrzeiten das Baby Milch braucht etc.). Umso mehr lohnt sich die freie Zeit, um sie jetzt mit Freunden zu verbringen, solange ihr flexibel seid.

Sinnvolle Terminplanung

Ja meine Assistenz-Aura ist tief in mir verlagert und ich bin nunmal ein sehr organisierter Mensch. Bei mir funktioniert es selten spontan und meine ganze Woche ist einfach durchgeplant. Da ich durch mein Risiko engmaschiger kontrolliert werde und öfter zum Arzt muss, da neben meinen Routine Kontrollen noch doppler Sonografien anstehen und ich durch meine stressige Lebensweise auch psychische Hilfe in Anspruch nehmen musste, besteht mein Alltag aus Terminen. Mindestens 3 die Woche habe ich allein bei Ärzten. Was ich zuvor gestresst am Abend erledigen musste, kann ich mir nun ganz entspannt auf den Vormittag legen und muss nicht mehr kurz vor knapp zu den Ärzten rennen. So habe ich nicht nur meinen “einsamen” Vormittag überbrückt, sondern habe Nachmittags ganz viel Zeit für meine Familie.

Such dir ein Hobby!

Während Deiner Zeit zuhause wird es öfter vorkommen, dass Dir die Decke auf den Kopf fällt. Und Schränke umzuräumen ist zwar mal ganz sinnvoll, erfült jedoch nicht Deinen Lebenssinn. Deshalb MUSST Du dir etwas suchen, dass Dir Spaß macht. Ich hatte glüklicherweise schon vor der Schwangerschaft meinen Blog, mit dem ich im nächsten halben Jahr große Pläne habe! Zudem möchte ich, um fit zu bleiben (oder zu werden?) im Prekanga Kurs anfangen und etwas Sport machen. Es gibt sehr viele Angebote für Schwangere und Mütter, um mit anderen Müttern in Kontakt zu kommen und etwas raus zu kommen oder Sport zu machen. Diese reichen von Muttertreffs in Familienzentren über sportliche Angebote wie Schwangeren Yoga zu Vorbereitungskursen. Frag am besten bei Deiner Hebamme nach, welche Aktivitäten in Deiner Nähe angeboten werden. Und denke immer daran, Du bist nicht nur Mama und schwanger, Du bist auch Frau uns hast Deine Interessen, die Du befolgen kannst und musst! Tue etwas für Dich, das Dir Spaß macht.

Das waren sie, meine Tipps gegen Langeweile. Wie habt ihr euch beschäftigt, während ihr im Beschäftigungsverbot oder aus anderen Gründen längere Zeit allein daheim wart? Oder gehört ihr eher zu den, die eine entspannte Kugel schieben? 🙂

22 Antworten auf „Tipps gegen Langeweile im Beschäftigungsverbot“

  1. Ich wünschte ich hätte irgendwann diese Situation gehabt 😉 … ich habe neben der Schwangerschaft mein Business aufgebaut und bis in den Kreissaal hinein gearbeitet. Selbst bei Kind Nr. 2 (23 Monate später) konnte ich mir nicht mehr als 3 Wochen “Pause” gönnen! Langweilig wäre mir sicherlich nie gewesen … ich denke das ist immer irgendwas zu tun, vor allem wenn du Kinder hast. Also genieß es auch mal “Nichts” zu tun und Zeit mit deinem Baby im Bauch zu genießen.

    Liebe Grüße aus Wien
    Verena

  2. Hihi – ich erinnere mich noch gut. Bei meiner zweiten Tochter durfte ich auch nicht arbeiten. Allerdings war ja aber noch die erste da… die Vormittage habe ich aber sehr genossen und nochmal alle Staffeln Buffy geschaut!

  3. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass einem langweilig werden kamm im Beschäftigungsverbot 😀 Gerade wenn man ein Kind erwartet hat man doch sooo viel was mach noch machen möchte 🙂 Naja, zur Not gibt es ja auch Netflix 😉

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  4. Das sind mal tolle Tipps 😀 Ich bin total der Typ, wenn nichts am Plan steht wird mir schnell langweilig und neue Aufgaben müssen her. Ich kann mir das in der Schwangerschaft garnicht vorstellen und hoffe …

    LG Danie

  5. Ich war “nur” drei, vier Wochen vor der Geburt daheim – im Mutterschutz eben. Es war komisch, von einem Stressjob auf null (und etwas bewegungslos) herunterzufahren, ich bin tatsächlich vorm Fernseher gelandet…. Das war auch okay in dieser Phase. Für den Fernseher hab ich jetzt, als Mutter, keine Zeit mehr 😀

  6. Hey du.
    Ich selbst hatte auch kein Beschäftigungsverbot aber durfte in den letzten Wochen eben nicht mehr so viel machen, es hieß es waren vorzeitige Wehen. Aber nichts für ungut, ich habe es genossen und mir wurde auch nicht langweilig. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir selten langweilig ist.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

    1. Liebe Sandra,
      Ich denke zum Schluss wenn man schon etwas müder ist, dann langweilt man sich nicht so sehr wie noch im aktiveren 2. Trimester

  7. Den Umschwung von Überforderung zu plötzlicher Ruhe kenne ich zu gut. In so einem Moment habe ich mit dem Stricken begonnen. Das beruhigt noch mal zusätzlich, kann aber auch ganz schon den Puls nach oben treiben, wenn als Anfänger wieder nichts klappt.

    Liebe Grüße
    Kat

  8. Ich habe zwar kein Kind, aber ich kenne die Situation, wenn einem der Rahmen fehlt weil plötzlich etwas fehlt. Ich fühle mich dann auch schrecklich verloren und muss erst einen neuen Tagesablauf für mich finden, damit ich wieder ankomme und meinen Tag sinnvoll planen kann

    Liebe Grüße Anni von https://hydrogenperoxid.net

  9. hihi, das sind super Tipps – kann man sicher nicht nur gut im Beschäftigungsverbot gebrauchen 😉
    neben dem Nesttrieb, der sich bei vielen jungen Mommies-to-be einzuschleichen scheint, gibt es ja auch schöne Hobbies … der eigene Blog ist da sicher eine der schönsten Beschäftigungen der Welt 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  10. Hallo du Liebe,

    ich hatte kein Beschäftigungsverbot, aber ich hatte auch nie Langeweile als ich zu Hause war. Es gab immer irgendwie was zu erledigen und wenn ich eine Pause machen musste oder wollte, dann hatte ich meistens ein Buch in der Hand.
    Aber deine Tipps und Tricks finde ich super hilfreich.

    Liebe Grüße,
    Mo

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