5 Vorurteile gegen arbeitende Mütter

Ich bin eigentlich ein sehr offener Mensch und handle nach dem Motto “leben und leben lassen”. Und nachdem ich letztens oft das Gefühl hatte, der Krieg zwischen Vollzeit- und arbeitenden Müttern hätte etwas nachgelassen, schon kommen wieder neue Diskussionen auf. Passend zum Anlass möchte ich euch hier meine Top 5 Aufreger vorstellen:

Arbeitende Mütter schieben ihre Kinder ab

Ganz vorne dabei ist dies mein “lieblings” Vorurteil. Es heißt, dass manche Mütter lieber arbeiten gehen als Zeit mit ihren Kindern verbringen und auf dem Rücken der Kinder ihre Karierre ausleben. Dass die Realität ganz anders ist, und auch wir unsere Kinder auf Arbeit vermissen könnt ihr in meinem Beitrag http://www.busymama.de/so-wirkt-sich-ganztagsbetreuung-auf-unsere-kinder-aus/ nachlesen. Natürlich macht mir meine Arbeit auch Spaß, sonst hätte ich mir eine andere gesucht. Aber ich könnte mir weitaus schöneres vorstellen, als mein Kind den ganzen Tag in fremde Hände zu geben. Ich schiebe mein Kind auch nicht am Wochenende ab und gehe nicht feiern. Denn meine Abwechslung hole ich mir im Büro und bin das ganze Wochenende für mein Kind da.

Arbeitende Mütter lassen ihren Haushalt von anderen machen

Darüber habe ich köstlich gelacht. Ja, diesen Satz hat tatsächlich eine Vollzeit Mutter in ihrem Blog gepostet. Das hat meinen Tag in meiner morgendlichen Facebook Runde beim Aufwachen so sehr erheitert, dass ich tatsächlich mal lächelnd aufgestanden bin. Wenn ich das Geld übrig hätte, mir eine Haushaltshilfe zu holen, dann müsste ich auch nicht vollzeit arbeiten gehen. Natürlich, wenn man den ganzen Tag Zeit hat, sich den Haushalt aufzuteilen, dauert er eben länger. Und es ist tatsächlich möglich, diesen alleine zu schaffen. Die einzigen Hilfen dabei sind mein Mann und natürlich mein Staubsaugerroboter. Wie dies ansonsten möglich ist, habe ich euch in einem älteren Beitrag zusammen gefasst http://www.busymama.de/schnell-ordnung-halten/

Arbeitende Mütter haben weniger Haushalt

Würde ich tatsächlich auch so nicht behaupten. Natürlich ist meine Tochter nicht den ganzen Tag da, um ihr Zimmer zu verwüsten. Aber glaubt mir, sie schafft es wenn nötig auch in 5 Minuten alles auf den Kopf zu stellen. Ich muss ebenfalls Wäsche waschen und sogar meinen Haufen Hosenanzüge und Blusen bügeln. Hier staubt es, das Bad wird dreckig und es wird gekocht. Weniger Zeit bedeutet tatsächlich nicht, dass weniger Dreck entsteht, sondern dass dieser in einer kürzeren Zeit beseitigt werden muss.

Arbeitende Mütter wollen nur ein Kind, um die Karierre nicht zu gefährden

Ein Vorurteil, das mich sehr verletzt. Ja, ich habe nur ein Kind, das bereits 4 Jahre alt ist und ein Geschwisterkind ist noch nicht in Aussicht. Aber das liegt an ganz anderen Gründen als meinen Aufstieg auf der Karierre leiter. Ja, vielleicht gibt es diese Mütter, den ein Kind reicht und sie danach beruhigt weiter arbeiten können. Und es gibt auch Vollzeitmütter, die eine Elternzeit nach der anderen machen. Aber man kann nicht einfach alle über einen Kamm scheren. Merkt euch das bitte, denn ihr könnt niemanden verurteilen ohne die Hintergründe zu wissen.

Arbeitende Mütter beschäftigen sich zu wenig mit ihrem Kind

Ja, das stimmt vielleicht, dass mein Kind mehr Zeit in der Kita verbringt als zuhause. Und vielleicht sind da ein paar Erzieherinnen, die meinem Kind bestimmte Werte vermitteln. Jedoch heißt es nicht, dass ich mit meinem Kind nicht spiele und die volle Erziehung in fremde Hände gebe. Wir verbringen die Abende intensiver miteinander, wir haben hier Regeln und Werte, die eventuell anders sind als die im Kindergarten. Wie man trotzt knapper Zeit, diese wertvoll verbringen kann, habe ich euch ebenfalls bereits vorgestellt: http://www.busymama.de/quality-time/ Wie schon oben erwähnt, gehe ich auch nicht aus, sondern verbringe mein Wochenende mit meiner Familie. Wir machen Ausflüge, gehen ins Schwimmbad oder an andere Besondere Orte.

 

Bitte liebe nicht arbeitende Mamas, steinigt mich jetzt nicht. Ich möchte euch in keinster Weise angreifen, sondern euch nur die Augen öffnen und sagen: wenn eine Mutter den ganzen Tag daheim ist, ist sie deshalb nicht besser, genauso wenig wie wir arbeitenden Mütter es sind. Aber schaut doch einmal bitte hinter die Kulissen und erkennt die wahren Gründe, bevor ihr urteilt