Selbständig und alleinerziehend mit Kind – Organisation ist alles

In meinem Blogger Dasein habe ich viele interessante Personen kennen lernen dürfen! Manchmal staune ich selbst, wie einfach das im www manchmal funktioniert und wie gut wir uns vernetzen können. Eine dieser Frauen ist Melanie, Lifestyle- und Beaty Bloggerin bei Lovingcarli und selbstständige Kosmetikerin. In meinem neuen Beitrag erzählt sie, wie sie den Alltag als Selbständige und alleinerziehende Mama gemeistert hat und wieso sie diesen Weg immer wieder wählen würde:

“In meinem Umfeld gibt es zwei Arten von Müttern. Ich gehöre zu keiner von beiden. Es gibt die, die es sich leisten können 1-3 Jahre Zuhause zu bleiben und sich nur um Kind und Haushalt kümmern. Ich sage bewusst ,,nur”. Denn dann gibt es noch die andere Art Mütter, die zusätzlich zu Kind und Haushalt arbeiten gehen. Und zu guter Letzt gibt es noch die Selbständigen Mütter, wie mich.

Versteht mich nicht falsch. Mutter zu sein und Kind und Haushalt zu managen, ist schon ein Job für sich. Keine Frage. Und auch damit ist der Tag voll ausgebucht, das weiss ich.  Es ist aber nochmal was ganz anderes, wenn man zusätzlich einer täglichen Arbeit nachgeht. Das ganze wird noch getoppt, wenn man zudem plötzlich alleinerziehend ist. Denn das bedeutet perfekte Organisation. Und manchmal gibt es bei sowas auch ein Happy End…hier kommt meine Geschichte.

Unser Alltag

Als wir noch in Frankfurt wohnten, hatte ich ein großes Kosmetikstudio mit Mitarbeitern und Öffnungszeiten von 6 Tagen die Woche. Mein (Ex)Freund ist Gastronom. Somit hatten wir völlig unterschiedliche Arbeitszeiten. Das hat öfter zu Streit geführt weil man einfach aneinander vorbei lebte und sich mehr oder weniger die Klinke in die Hand gab.

Als unser Sohn Liam geboren wurde begannen die Schwierigkeiten erst richtig. Wir waren beruflich beide voll eingespannt und ich konnte meinen Laden nicht einfach mal für ein Jahr oder so verlassen. Die Kosten laufen schließlich weiter und die Kunden suchen sich schnell Ersatz. Ein Kitaplatz war nicht in Sicht, mein (Ex)Freund war unzufrieden in der Elternzeit, denn ihm fiel die Decke auf den Kopf.  Die Streitereien nahmen zu und so trennten wir uns. Wir wollten nicht, dass unser Sohn mit dauernd streitenden Eltern aufwächst.

Wir beschlossen in meine Heimat zu ziehen, in getrennte Wohnungen, uns aber gemeinsam um unseren Sohn zu kümmern. Hier hatten wir direkt einen Kitaplatz und Oma und Opa um die Ecke. Mein Exfreund hatte schnell eine tolle Anstellung als Leiter eines Restaurants in Münster gefunden und ich habe mich entschieden mir ein Kosmetikstudio zuhause einzurichten. Die Räumlichkeiten sind perefekt dafür, denn mein Arbeitsraum ist abgetrennt vom Rest der Wohnung. Soweit sogut.

Planen, planen, planen!

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich andere Mütter klagen höre, dass ihnen alles zuviel sei. Und das sind Mütter in Elternzeit. Ach Gott die ganze Wäsche und der Schlafmangel und der Mann hilft so wenig im Haushalt…. Und jedes Mal habe ich gedacht: ,, Wollen wir mal 1 Woche tauschen?” Selbständig und alleinerziehend ist nichts was man sich wünscht. Es ist einfach eine schlechte Kombination. Man arbeitet ja auch dann, wenn man keine Kunden hat. Buchführung, Bestellungen, Telefonate, Termine planen, Vorbereitungen etc. Und dann ist da noch ein kleines Kind und der Haushalt zu führen.

Täglich jongliert man zwischen Kind, Job und Haushalt. Und das eben ganz alleine. Andere Eltern wechseln sich ab. Beim nächtlichen Aufstehen, beim Windeln wechseln, das Kind baden, füttern. Und auch die Aufgaben im Haushalt kann man sich teilen. Ich dagegen musste alles alleine machen. Egal wie oft ich nachts aufstehen musste, egal ob ich krank war, egal ob ich total kaputt war, ich musste mich trotzdem um den Kleinen kümmern.

Und das schafft man nur mit guter Organisation. Und Hilfe! Ich kann allen Müttern in dieser Situation nur raten Hilfe anzunehmen. Man kann nicht alles alleine schaffen! Wie denn auch? Der Tag hat nur 24 Stunden. Ich habe angefangen alles was ging vorzubereiten. Abends habe ich unsere Klamotten für den nächsten Tag rausgelegt, das Frühstück soweit es ging vorbereitet und den nächsten Tag geplant. Ich nutzte jede freie Minute um die Wäsche zu machen, zu putzen oder was sonst anfiel.

Wenn ich den Kleinen abholen wollte, habe ich vorher geplant was ich auf dem Weg zur Kita noch erledigen kann. Einkäufe, Bank. Post. Feierabend kannte ich nicht. War Liam abends endich im Bett habe ich aufgeräumt, geduscht, gebügelt und wieder die Vorbereitungen für den nächsten Tag gemacht.  Wenn Liam in der Kita war habe ich gearbeitet.

Jeden Monat habe ich mit meiner Mutter geplant, wann sie Zeit zum aufpassen hätte, so dass ich auch nach Kitaschluss arbeiten konnte. Denn nicht alle Kunden haben vormittags Zeit. Und natürlich versucht man auch noch Zeit für sein Kind, Familie und Freunde zu finden. Hört sich alles stressig an oder? Ist es auch! Natürlich war Liams Papa auch noch da und hat geholfen, so gut es ging. Nur geht er halt Vollzeit bis spät nachts arbeiten.

Genug gejammert…

Denn…ich würde es immer wieder so machen. In dieser Zeit bin ich selbständiger geworden als in meinem ganzen Leben davor. Ich habe gemerkt, wer wirklich für mich da ist und auf welche Menschen ich verzichten kann, wie wichtig eine gute Planung ist und ganz besonders hat es die Bindung zwischen mir und meinem Sohn gestärkt. 3 Jahre waren wir alleine und sind ein super Team gewesen. Und das hat uns sehr stark zusammengeschweißt. Ich habe gelernt, wie man einen Tag gut organisiert, um alles zu schaffen. Und wie man sich noch Quality Time mit seinem Kind sichert. Nach dieser Zeit weiss ich einfach, dass ich es immer wieder alleine schaffen kann. Und das ist ein gutes Gefühl.

Und was ist mit dem Happy End?

In diesen 3 Jahren haben Liams Papa und ich viel Zeit zum aufarbeiten aller Streitereien und Gefühle gehabt. Und nach und nach ist das Verhältnis besser und besser geworden. Mit ganz viel Zeit und Geduld haben wir es geschafft wieder zueinander zu finden. Viele sagten uns es hätte keinen Sinn einen 2. Anlauf zu starten. Wir sind der beste Beweis, dass es manchmal erst im zweiten Anlauf richtig klappt. Und wisst ihr was? Das, was früher ein großer Streitpunkt war, nämlich die unterschiedlichen Arbeitszeiten, sind heute das Beste für uns. Wir schaffen es somit beide arbeiten zu können und uns beide um unseren Sohn zu kümmern. Und an den freien Tagen nehmen wir uns Zeit für uns und genießen unser Familienleben.

Auch wenn eine Trennung nie schön für ein Kind ist, bin ich der Meinung, dass es noch schlimmer ist, wenn das Kind die Streitigkeiten der Eltern mitbekommt. Von daher war es gut so, wie es war. Und meine Organisation habe ich beibehalten. Denn wir Mütter managen nun mal die Familie. Oder nicht 😉

Über mich

Mein Name ist Melanie, 38 Jahre und selbständige Kosmetikerin. Außerdem bin ich auch noch Friseurin und habe 3 Jahre am Frankfurter Flughafen als Luftsicherheitsassistentin gearbeitet. Meinen Blog Loving Carli habe ich im April 2018 gestartet. Einfach weil ich Lust dazu hatte, etwas von meinem Wissen über Beauty und Kosmetik weiterzugeben. Mittlerweile hat sich das Themengebiet erweitert. Ich arbeite noch daran meine Nische zu finden :-). Es gibt einfach zuviele interessante Themen. Schaut doch mal vorbei. Ich freue mich auf euch.

Blog: Loving Carli

Instagram: Loving_Carli

Pinterest: Loving_Carli

Facebook: Melanie

32 Replies to “Selbständig und alleinerziehend mit Kind – Organisation ist alles”

  1. Meine Liebe,

    ich bin zum Glück nicht Alleinerziehend und kann mir das auch in keinster Weise vorstellen. Allerdings bekomme ich meine 2 kleinen Kids, meine eigene Firma und noch den Blog kaum unter einen Hut. Ich bin zwar ein Organisationstalent, aber manchmal geht mir einfach die Puste aus. Toll wie du das alles hinbekommen hast.

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Ich muss zugeben, auch wirklich glücklich zu sein, meinen Mann zu haben, der immer einspringen kann wenn es mal eng wird! Wobei durch seine Umschulung zum Beispiel auch keine krank mit Kind Tage möglich wären und ich so schon oft auf mich allein gestellt war. Aber dann hatte ich immer noch seine Familie. Melanie hat das schon wirklich super gut gemeistert!

  2. Erst mal finde ich es toll, dass du hier eine andere Bloggerin vorstellst, ich kenne Melanie auch seit einiger Zeit und fand ihren Blog so schön, durch sie kam ich an die “1000 Fragen an dich selbst” Geschichte 🙂 Was genau aber hinter ihr stand und wie sie sich die letzten Jahre durchkämpfen musste, dass war mir in dieser Form nicht bekannt und ziehe vor Melanie und allen anderen den es ähnlich geht den Hut!
    Ich habe noch kein Kind, bin verheiratet, Angestellte und habe meinen Blog wie Melanie erst seit März/April 2018 und ich mache mir hier so viele Gedanken, denke oft das ich es nicht schaffe mehr Menschen aufmerksam auf mich zu machen, dabei steckt man so viel Liebe rein und dann zu sehen wie Melanie und viele andere es schaffen, das freut mich und noch mehr freut es mich, wenn man weiß, was für einen stressigen Alltag die Person eigentlich hat und trotzdem die Zeit findet “nebenbei” so einen Blog groß zu machen.

    Wirklich toll!!

    Liebe Grüße Eileen
    http://www.eileens-good-vibes.de

  3. Wow! es ist wirklich beeindruckend wie du das alles meisterst. Ich bewundere ich wirklich für all das was du schaffst <3 Du bist eine echte Powerfrau 😉
    Hab einen schönen Sonntag,
    Liebe Grüße,
    Saskia

  4. Man wächst mit den Aufgaben. Nur zuhause kann dann auch anstrengend sein. Ich bewundere die Frauen, die alleinerziehend durch die Welt segeln. Ganz schön heftig. Also Hut ab und Ohren zu, was andere meinen. Dein Leben, Deine Kinder, Deine Art Dinge zu meistern. So seh ich das. VLG Marion

  5. Da sieht man mal wieder, wie es bei anderen ist. Mir ging das Gejammere von anderen auch so auf den Keks, die “nur” zu Hause waren, geht mir heute noch so. Sie jammern wie gestresst sie doch sind dabei sind sie immer zu Hause, die Kinder in der Schule. Sie können langsam in den Tag starten, haben “nur” den Haushalt und nachmittags die Kinder. Wenn meine Kinder nach Hause kommen, arbeite ich noch. Haushalt? Das meiste am Wochenende. Jammern? Kommt garnicht in Frage!

    Schön, dass Melanie das alles so auf die Reihe bekommt, es ist ein hohes Maß an Organisation gefragt. Und schön, dass sie es im 2. Anlauf mit der Liebe geschafft hat. Es ist ihr gegönnt.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Liebe Bea, das ist wahr! Wenn du ein bisschen runter scrollst habe ich zu dem Thema zuhause überfordert sein auch einen guten Beitrag, der dir sicher gefallen wird

    2. Liebe Bea, vielen lieben Dank für deine netten Worte. Ich weiss genau, was du mit den jammernden Frauen meinst. Manche sollten mal 1 Woche mit uns tauschen :-)Dann sehen sie, wie gut sie es eigentlich haben.

      LG Melanie

  6. Hallo, Job und Kind ist nicht leicht zu managen. Ich war früher Köchin – habe ich leidenschaftlich gemacht – das Opfer für meine Tochter ist, dass ich jetzt einen Bürojob habe. Nicht meine erste Wahl, aber ich habe geregelte Zeiten. LG, Claudia

  7. Eine tolle und aufregende Geschichte die du da mit uns teilst. Das ist auch ein Punkt, der mich interessiert. Bin ja auch selbstständig und weiß auch noch nicht, ob ich meinen Job wegen einem Kind zurückstellen möchte/kann bzw. mich anders organisieren will. In den nächsten Jahren bleiben wir daher erstmal kinderlos! 🙂

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

    1. Ich glaube so sehr ich meinen Job liebe, auf meine Kids hätte ich niemals verzichtet. Das Leben bringt mehr als den Job und ich finde jede Mühe ist es wert, wenn diese kleinen liebenden Hände dich am Ende des Tages umarmen und du weißt, dass du einfach wirklich gebraucht wirst

  8. Wow, das ist ja ein toller Beitrag von Melanie. Und wahnsinnig toll, dass ein 2ter Anlauf geklappt hat. Ich habe damals kein Glück gehabt, aber das war auch gut so, weil ich so meinen Mann kennen und lieben gelernt habe. Aber wenn ein Kind im Spiel ist und man es dann schafft, dann ist es doppelt toll <3
    Unglaublich auch selbstständig mit Kind zu sein – das schafft nicht jeder! Hut ab!

    Liebst,
    Sarah von http://www.vintage-diary.com

    1. Ich finde diese Leistung auch wirklich klasse! Ich kenne es zwar, vollzeit berufstätig zu sein aber selbst wenn man nach Feierabend erreichbar bleiben muss, gibt man seine Verantwortung für ein paar Stunden ab. Das hast du als selbstständige nie

  9. ich finde es unglaubloch bewundernswert, dass du deine Geschihte hier teilst liebe Wioleta! und auch, dass du dich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt – man hat eben nicht so oder so zu sein, sondern nur man selbst 🙂

    eine heile Welt vorzutäuschen bringt natürlich genauso wenig weiter …

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

      1. oh je, stimmt, dass ist mir im Nachhinein auch aufgefallen 😉
        nichtsdestotrotz … das Kompliment geht natürlich an die liebe Melanie 🙂

        PS: cool, dass du auch andere Mama zu Wort kommen lässt 🙂

        liebste Grüße auch,
        ❤ Tina

        1. Klar, in nächster Zeit wird es bei mir einige gastbeiträge geben!
          Durch mein Beschäftigungsverbot kann ich viele berufliche Themen nicht mehr richtig abdecken, was aber ein großes Thema bei busymama ist, da es hier schließlich um die Vereinbarkeit handelt ☝️ ein bisschen Unterstützung ist daher wirklich super ☺️

  10. Hallo Melanie,

    wow, Respekt. Ich dachte, ich mache es mir kompliziert und schwierig. Mit Bachelorarbeit, Vollzeitjob, Kurse nachholen, damit ich den Master parallel zu einer halben Stelle an meiner Wunschuni machen kann, Bloggen und da mein Blog jetzt ziemlich gut Fahrt auf nimmt will ich immer mehr und mehr und eine Fernbeziehung zu meinem Verlobten am anderen Ende der Republik. Aber ich habe das Gefühl, dass man mit seinen Aufgaben wächst.
    Ich finde euer Happy End einfach toll. Schade mit der Pause, aber wenn es das wert war, was ja bei euch der Fall war. Dann ist es gut.

    Liebe Grüße
    Bea

  11. Ich stelle es mir ebenfalls sehr schwer vor, alleinerziehend zu sein. Und dann auch noch selbstständig? Respekt! Sehr schön finde ich, dass es mit dir und dem Papa des Kindes nochmal geklappt hat 🙂

  12. Danke, dass Du uns an euren Erfahrungen teilhaben lässt. Und ja Beziehungen sind immer eine (wenn man das will) lebenslange Liebesarbeit. Das endet also nie. Genau das ist es aber was auch den Kindern hilft, denn sie sehen was Beziehung ausmacht.

  13. Boah, das ist wirklich eine Herausforderung! Alleinerziehend zu sein ist sicher ansich schon schwer genug und dann auch noch Selbstständig sein!

    Ich geb dir auf jeden Fall recht – eine Trennung ist für ein Kind sicher nicht so einfach, aber die Streitigkeiten mitzubekommen wäre auf Dauer sicher schlimmer. Ich bin sowieso der Meinung, dass es am besten für ein Kind ist, wenn man ihm vorlebt, dass man auf sich schaut und das man glücklich ist. In einer nicht funktionierenden Partnerschaft zu bleiben, wäre da kontraproduktiv und hilft in Wahrheit niemanden.

    1. Das ist wahr! Kinder brauchen ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, das heißt aber nicht zwingend, dass diese zusammen leben müssen. So wie es allen gut tut, ist es am besten

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