Rhesuskonflikte Teil 3 – “Eine Schwangerschaft IST möglich”

Seit Montag habe ich meinen lang ersehnten und gefürchteten Arztbesuch hinter mir, in dem mir die pränatale Klinik in Tübingen erklärte, ob und inwiefern ein weiteres Kind für unsere Familie möglich wäre. Und der erste Satz, den der Arzt zu unseren bangenden Gesichtern sagte, war: „Eine Schwangerschaft unter diesen Voraussetzungen IST möglich“. Nur durch diesen einen Satz ist mir ein riesiger Stein von Herzen gefallen, der schon so lange in mir lag.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie eine Schwangerschaft verlaufen kann, wenn das Kind nicht die Blutgruppe der Mutter erhält (und tatsächlich habe ich dabei etwas neues gelernt). Denn anders als gedacht, wird das Ungeborene trotz bereits vorhandener Antikörper NICHT sofort angegriffen, sondern nur, wenn ich beispielsweise wie bei meiner ersten Schwangerschaft mit dem Kindesblut in Berührung komme. Dieser Fall kommt spätestens bei der Geburt, frühestens bei einer Plazenta-Ablösung oder ähnlichen Vorfällen, auf. Das bedeutet schon einmal, dass mein Kind nicht von Anfang an gefährdet wäre. Dennoch wird die Schwangerschaft gleich als Risiko eingestuft und nicht von meiner Frauenärztin, sondern in der Klinik direkt betreut werden. Dort haben sie spezielle Ultraschall-Geräte, welche die Durchblutung der Kinder direkt erkennen und bei einer Blutarmut, welche durch die Antikörper ausgelöst werden kann, sofortige Maßnahmen eingeleitet werden können.

Somit kommen wir zum zweiten Fall: eine Blutarmut des Kindes kann eintreten, aber auch behandelt werden. Zunächst würde ich alle 14 Tage eine Bluttransfusion durch die Nabelschnur erhalten. Durch meine Blutwerte kann die Klinik die Blutgruppe des Kindes bestimmen und das Richtige Spenderblut verwenden (an dieser Stelle nochmals viele Dank an alle Blutspender, die diese Vorgänge ermöglichen!!!). Erst zum Schluss der Schwangerschaft, falls eine Bluttransfusion nicht mehr ausreicht, würde ich stationär in der Klinik aufgenommen und streng überwacht werden. So können problematische Schwangerschaften sogar bis zur 40. SSW gehalten werden!

Nichts desto trotz muss ich mir der Gefahren bewusst sein und damit rechnen, dass das Kind ab der 30. SSW geholt werden KANN, falls wider Erwarten eine Komplikation auftritt. In seltenen Fällen besteht auch eine Gefahr der Fehlgeburt. Aber dieses Risiko besteht auch in allen anderen Schwangerschaften, richtig?

Dennoch muss ich sagen, dass mich dieser Besuch sehr aufgebaut hat. Ich habe mich schon damit auseinander gesetzt, dass es heißen kann „Frau S., ich rate Ihnen von einer erneuten Schwangerschaft ab“. Aber nein! Ich habe mich in der Klinik herzlich aufgenommen gefühlt und hatte Personen an meiner Seite, die sich um mich kümmern würden. Was will eine Mutter, mit einem verzweifelten Kinderwunsch denn mehr, als jemanden, der einen an der Hand nimmt und sagt, dass es Hoffnung gibt?

Somit möchte ich jeder Frau, die damit Probleme hat und um eine Schwangerschaft bangt, Hoffnung schenken. Traut Euch, euch der Klinik vorzustellen und diesen Problemen ins Auge zu sehen!

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