Wie, Sie sind schon Mutter?

Bei meinem gestrigen Freibadbesuch unterhielt ich mich mit einer Mutter, dessen Kind mit meiner Kleinen gespielt hat. Sie erzählte mir, dass sie wieder schwanger sei und wir kamen auf das Thema Wiedereinstieg in den Beruf. Dabei erzählte sie, dass ihr Studium im Endeffekt umsonst war, da sie nun eine schlechter bezahlte Stelle erhielt und sie somit einfach eine Ausbildung hätte machen können. Stattdessen hätte sie ihre Zeit bis sie 27 war vergeudet. Später erwähnte sie rechtfertigend, sie sei ja sehr jung Mutter geworden. Wenn man hierbei bedenkt, dass sie nach dem Studium noch gearbeitet hat und zusätzlich die Schwangerschaft hatte, wird sie frühestens mit 29 Mutter gewesen sein – was in meinen Augen nicht als „sehr jung“ abgetan werden kann.

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Quality Time – 10 Möglichkeiten, intensiv Zeit mit den Kindern zu verbringen

Unter der Woche stecken wir in unserem Alltag fest. Wir kommen am späten Nachmittag nach Hause, bereiten das Abendessen vor, räumen darauf hin auf – und kaum dass wir uns versehen ist schon wieder Schlafenszeit. Unsere Kinder, die den ganzen Tag nicht daheim waren, spielen in dieser Zeit meistens in ihrem Zimmer, besonders anhängliche malen in der Küche ein Bild und unterhalten sich mit uns. Im Großen und Ganzen bleibt oft nicht besonders viel Zeit, um die Momente, die man den über Tag verpasst hat, abends nachzuholen. Aber: Arbeit hin oder her, unsere Kinder brauchen uns! (Und wir sie auch). In diesem Beitrag möchte ich Euch 10 Möglichkeiten zeigen, wie ihr dennoch Eure Zeit mit Euren Schätzen wertvoll verbringen könnt

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Organisationstalent Mama

In jedem Beruf ist es üblich, dass arbeitende Mütter eher ein Laster zu sein scheinen, als tatsächlich eine Hilfe. Sie machen pünktlich Feierabend, weil die Kinder vom Kindergarten abgeholt werden müssen oder arbeiten gar auf Teilzeit. Regelmäßig unterbricht ihre Arbeit das schellende Telefon, weil der Kindergarten anruft, da das Kind mal wieder wegen einem Mageninfekt abgeholt werden müsste. Doch tatsächlich haben Mütter ganz viele Vorzüge, welche vielen Kollegen nicht klar sind.

Bei meiner Ausbildung habe ich viele Abteilungen durchlaufen. In den meisten habe ich den ganzen Tag das gleiche Programm bedient und im Endeffekt gleiche Sachen eingetragen. Egal ob es nun im Einkauf, Verkauf oder Service war. Und ziemlich schnell habe ich gelernt, dass dieser Beruf eigentlich gar nichts für mich ist. Neben der schulischen Belastung habe ich oft an diesem Weg gezweifelt und war kurz davor abzubrechen. Bis mein Weg in die Chefassistenz geführt hat. Denn dort habe ich einen wichtigen Vorzug von mir kennen gelernt, der mein ganzes Arbeitsleben gerettet hat: ich bin als Mutter ein Organisationstalent.

terminmanagement aus dem ärmel schütteln

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Assistentin ist die Planung und Genehmigung von Terminen und Tagesabläufen. Die Chefs rennen von einem Meeting zum anderen, müssen zwischendrin die Fragen und Belange der Mitarbeiter beantworten und sollten auch noch Zeit für die Mails und Anrufe von Kunden und Geschäftspartnern finden. Dabei gilt es die Tätigkeiten nach Prioritäten zu ordnen und das Wichtigste herauszufilten, ohne dass sich Mitarbeiter vernachlässigt fühlen oder die Vorgesetzten abends erschöpft aus dem Büro flüchten. Besonders schwierig gestalten sich spontane Änderungen, bei den sowohl die Assistenz als auch die Vorgesetzten improvisieren müssen. Und wer kann in solchen Situationen besser reagieren als eine Mutter? Wir sind ständig mit Ausnahmen konfrontiert, mit Kindern, die ihren eigenen Kopf haben (zurecht!) und es nicht verstehen, was es heißt, püntklich sein zu müssen. Woher soll auch ein Kindergartenkind, welches zwischen 7 und 9 Uhr kommen und quasi wann es will gehen kann, verstehen, dass es Termine gibt, die Erwachsene einhalten müssen? Und dennoch schaffen wir es nach einem Streit um die ausgesuchte Kleidung und die falschen Schuhe oder gar die Milch, die nicht warm genug oder zu heiß ist, pünktlich aus dem Haus zu kommen, die Kinder abzuliefern und gerichtet und geschminkt auf Arbeit zu stehen. In wenigen Sekunden wechseln wir von Mama zur Geschäftsfrau. Um dies zu schaffen, bedarf es ein überaus großes Organisationstalent, Verhandlungeschick und Kompromissbereitschaft. Auch ein kurzer Ausflug zur Freundin kann in einem Chaos enden, da wir die Pläne einer Vierjährigen durchkreuzen, die beschlossen hat, gerade jetzt ein Puzzle anzufangen. Aber immer wieder stehen wir auf der Matte und klingeln mit maximal 5 Miuten Verspätung an ihrer Tür. Da sind für uns Terminkonflikte und Verhandlungen mit Erwachsenen wie ein entspannender Nachmittagtreff zum Kaffee (wahrscheinlich trinken wir nebenher sogar einen, da wir zuhause keine Zeit dafür haben).

Einen weiteren Zeitkonflikt stellen auch Überstunden dar: es ist 16:25 Uhr, der Kindergarten schließt in 20 Minuten und ist mit einem Autoweg von 10 Minuten erreichbar. Dies bedeutet, dass wir jetzt genau 10 Minuten haben um zu entscheiden, ob wir noch ein Familienmitglied in die Abholung einbinden können oder auf der Stelle unsere Sachen packen und losfahren. In der kurzen Zeit wird der ganze Speicher aus Telefonnummern von Familie und Freunden abtelefoniert und ein Babysitter organisiert.

Zeitmanagement

In den meisten Fällen kann jedoch kein Babysitter gefunden werden. Der Chef des Papas lässt ihn nicht früher gehen, da die Chefs für Väter generell weniger Verständnis haben als für Mütter. Die Oma ist zu weit weg und schafft es nicht innerhalb der 20 Minuten im Kindergarten zu sein. Und der Opa hat sein Handy im Auto vergessen. Täglich sind wir mit der Sorge konfrontiert, dass wir bis zu einer bestimmten Uhrzeit unsere Aufgaben erledigt haben müssen. Deshalb planen wir unseren Tag anders als Mitarbeiter, die sich bis Abends ihre Zeit aufteilen können und bei manchen Aufgaben eher eine Pause einlegen. Während sie in der Küche ihren Kaffee genießen, trinken wir diesen am Schreibtisch mit der einen Hand an der Tastatur und der anderen um den Tassengriff. Mütter halten weniger Gespräche und schauen seltener aufs Handy (außer der kurze Kontrollblick ob nicht doch der Kindergarten angerufen hat), weil sie trotz der beschränkten Zeit meist nicht weniger zu tun haben, als andere Mitarbeiter (oder Väter, die länger bleiben können).

Auch diese Gabe haben wir von unserem Muttersein übernommen. Denn nach Feierabend geht unser perfektionisiertes Zeitmanagement weiter. Wir kommen nach Hause, kochen, essen, verbringen Zeit mit den Kindern und bringen diese pünktlich ins Bett, damit der nächste Morgen nicht in einem Anflug von müder Wut beginnt. Wir müssen es den Kindern und dem Ehemann recht machen, damit diese sich durch unseren Job nicht vernachlässigt fühlen. Und auch die Wochenenden oder den Urlaub teilen wir zwischen Erholung, Erledigung von liegengebliebenen Haushalt und Ausflügen auf, um möglichst viel von allem zu schaffen.

Für andere mitdenken

Eine weitere Fähigkeit, die Müttern gegeben ist, ist das Denken. Wir dürfen es uns nicht erlauben etwas zu vergessen, ganz gleich ob es materielle Dinge sind, die wir mitnehmen (siehe die Handtasche einer Mutter gefüllt mit Tempos, Getränken, Snacks und Feuchttüchern) oder Erledigungen. Wenn wir etwas vergessen, gefährdet es nicht nur unser Zeitmanagement, da wir im schlimmsten Fall umkehren müssten, es würde einfach liegen bleiben und vergessen werden. So bereiten wir auch im Job Unterlagen sorgfältig zusammen, fragen unbewusst zu oft, ob etwas vergessen wurde und erhalten gerne das eingeforderte Feedback, dass alles in Ordnung war. Wir packen in Gedanken mit und sorgen dafür, dass keine Angelegenheit vergessen wird.

wir zeigen Mitgefühl

Ja, das ist wahrscheinlich die größte Stärke der Mütter. Wir sind  sehr empfindsame Menschen, die in jeder Situation Mitgefühl und Verständnis haben müssen. Egal wie sehr wir uns mit unseren Kindern streiten oder ihre Ansichten nicht verstehen, ist es dennoch immer unsere Aufgabe, immer alle Bedürfnisse unserer Kinder zu erfüllen. Und das kann auch im Job von großer Bedeutung sein. Für die Vorgesetzten heißt es, dass wir eher als andere Assistenten merken, wenn eine Person überfordert ist und nicht zur Ruhe kommt. Wir haben eher das Gespür, wann es genug ist und versuchen, die Flut an Anfragen und Belangen der Mitarbeiter abzufangen. Im Gegenzug haben wir auch Verständnis für die Mitarbeiter, welche versuchen ein Gespräch zu erhalten. Wir können besser verhandlen und zeigen Verständnis, was uns Vertrauen von der anderen Seite einbringt. Und in dieser Kombination können wir eine geeignete Lösung für beide Seiten finden.

fazit

Lasst euch also nicht nachsagen, ihr wärt die Arbeitskräfte, die der Arbeitgeber aus Gründen irgendwelcher Quoten einstellt. Mütter sind ein wichtiges Bindeglied sowohl in der eigenen Familie als auch im Unternehmen, da sie ein anderes Gespür für Prioritäten und Reihenfolgen haben. Jede Mutter ist ein Gewinn für den Betrieb.