Nebengewerbe anmelden – Tipps für Mamas

Auf sehr vielen Kanälen habe ich euch bereits mitgeteilt, dass ich es endlich gewagt habe: ich habe mein Nebengewerbe angemeldet! Es war ein sehr langes hin und her und ich hatte auf diesem Weg sowohl Zweifel als auch Ängste. Deshalb war es ir so wichtig, Dir diesen Beitrag zu schreiben, als kleine Anleitung. Heute erzähle ich Dir, wieso es besonders für Mamas sinnvoll ist, freiberuflich zu arbeiten und erkläre Dir, wie Du das angehen kannst. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Wer mich gut kennt, der weiß genau, dass ich nicht auf der faulen Haut sitzen kann. Schon nach meiner ersten Elternzeit habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, wieder zu arbeiten und entschied mich für eine Berufsausbildung. Das war mit Kleinkind wirklich nicht ohne! Danach war ich gar nicht so lange im Job, bis ich wieder schwanger wurde und aufgrund meiner Risikoschwangerschaft ins Beschäftigungsverbot musste.

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Mir fällt in solchen Momenten sehr schnell die Decke auf den Kopf. Zwar habe ich meinen Blog, den ich jedoch eher Hobbymäßig nutze und kein Geld damit verdiene – auch wenn ich genügend Angebote dafür erhalten habe. Aber ich brauche eine Arbeit, in der ich unter Menschen komme. Ich bin einfach sehr sozial veranlagt und vereinsame leicht. ..

Wiedereinstieg in den Beruf – wann ist es soweit?

Vor einigen Monaten habe ich mich mit der Frage bereits in diesem Beitrag beschäftigt. Denn ob und wann ich wieder arbeiten gehe, hängt nicht nur von mir, sondern auch von meinen Kindern ab. Mal ehrlich, wer möchte schon den ganzen Vormittag ins Büro sitzen, wenn man nachts keine Stunde am Stück schläft? Ich wäre dazu gar nicht in der Lage, meine Arbeit aufzuführen.

Da kommt es mir mehr oder weniger gelegen, dass die Wirtschaft sich momentan in der Krise befindet. Zwar bin ich beim Amt gemeldet und bewerbe mich auch fleißig, aber ich bin zur Zeit nun mal nicht die erste Wahl. Meine Berufsberaterin hat mir sogar den Tipp gegeben, meine Kinder im Lebenslauf zu verheimlichen, damit ich bessere Chancen habe. Aber wie soll das gehen?

Aufgrund der Kinder werde ich so viele Ausfälle haben…hier krank, da fällt die Schule aus. Wie soll ich das einem Arbeitgeber erklären, der nichts von meinen Kindern wissen soll?

Hinzu kommt, dass wir momentan im Umbruch stehen und eventuell umziehen werden. Da brauche ich mich nicht hier in der Gegend bewerben, wenn ich hier bald nicht mehr leben werde (vielleicht!).

Aber der Wunsch nach einer sinnvollen Arbeit und Anerkennung, nach mehr sozialen Kontakten und (sind wir mal ehrlich) nach Geld ist dennoch da. Ich möchte ja nicht ewig von meinem Mann oder vom Amt abhängig sein, sondern bin eine Frau, die für sich selbst sorgen könnte. Deshalb war ich schon immer gerne arbeiten! Nur wie soll ich beides unter einen Hut bekommen?

Sei Dein eigener Chef

Wie viele Menschen kennst Du, die in ihrem Job nicht glücklich sind? Und zwar nicht, weil die Tätigkeit ihnen nicht gefällt, sondern einfach der Vorgesetzte nicht passt? Ich kann davon Lieder singen, denn als Mama steht man auf der Abschusslinie. Ich war früher richtig gut angestellt. Bis zu dem Tag, an dem mein Ex Chef meinte „sehen Sie bitte zu, dass jemand Anderes sich um ihr Kind kümmert, wenn es krank ist“. Das hat mich so tief getroffen, zumal ich nicht einmal frei genommen habe, sondern von zuhause aus gearbeitet habe. Mit krankem Kind im Arm.

Da muss ich direkt an den Film „Kill the boss“ denken. Es sind einfach wahnsinnig viele Menschen davon betroffen, einen Vorgesetzten zu haben, der sie nicht richtig ernst nimmt und nur nieder macht. Wenn Du das nicht mehr möchtest, dann gibt es nur einen einzigen Weg da raus:

Sei Dein eigener Chef!!

Und dafür brauchst Du gar nicht viel: nur einen Traum, den Du umsetzen möchtest. Was kannst Du gut? Wofür interessierst Du Dich? Wer kan Dich dabei unterstützen? Und vor allem: was ist Dein WARUM?

Nebengewerbe als Mama – die Vorteile

  • Du kannst ganz einfach etwas Geld dazu verdienen und hast zunächst kein Existenzrisiko. Erst wenn Du merkst, dass Dein Produkt gut ankommt, kannst Du vollzeit einsteigen
  • Du kanst Dir Deine Arbeitszeit so einteilen, wie es Dir passt
  • Du brauchst Deine Kinder nicht vorzeitig in die Kita stecken
  • Du kannst dort abeiten, wo Du möchtest: ganz gleich, ob es lieber von Zuhause aus wäre oder Du raus willst. Das entscheidest alleine Du!
  • Du brauchst Dich vor niemandem für Deine Kinder rechtfertigen
  • Du kommst wieder unter Menschen und hast eine neue Aufgabe. Nenn es Horizonterweiterung!
  • Du bist einfach freier in vielen Hinsichten
  • Bei einem Nebengewerbe muss Du dich noch nicht privat versichern. Deine Sozialversicherungen laufen weiterhin über den Hauptarbeitgeber, das Arbeitsamt usw.

Gewerbe anmelden – so geht’s

Nebengewerbe beim Ordnungs- und Gewerbeamtanmelden

Also, bevor Dir jemand etwas anderes sagt und Du so wie auch ich, von Stelle zu Stelle rennen musst: das einzige Amt, bei dem Du Dein Gewerbe zunächst einmal melden musst, ist das Ordnungs- und Gewerbeamt. Bei uns in Freudenstadt befindet sich dieses im Technischen Rathaus (in dem Gebäude, wo auch die Post ist). Hier bekommst Du nochmal alle Infos.

Und Du kannst auch wunderbar vorarbeiten: auf der Seite deiner Stadt gibt es den Gewerbeschein bereits zum Ausdrucken. Den musst Du dann nur noch ausgefüllt beim Amt abgeben und die 25€ Gewerbegebühr bezahlen.

Als nächsten Schritt wird sich bei mir das Finanzamt melden, damit ich mein ESTA Account anmelden kann. Dazu habe ich ein Infoblatt zusammen mit dem Gewerbeschein erhalten.

Nebengewerbe und Arbeitslosengeld

Da mich das aktuell auch betrifft, möchte ich nochmal das das Thema Nebengewerbe und Arbeitslosengeld ansprechen. Denn an dieser Stelle hatte ich mega viele Zweifel und Ängste. Was, wenn ich meinen Anspruch auf das ALG 1 durch meinen Nebenerwerb verliere? So viel werde ich anfangs doch gar nicht einnehmen, um das wieder aus zu gleichen!

Als allerersten Schritt musst Du auf Deine Berufsberatung zugehen. Diese hat ein Formular für Nebenerwerb jeglicher Form. Und auf diesem steht alles ganz genau drauf. Um Dein ALG weiterhin in voller Höhe muss Du folgendes ankreuzen und auch unbedingt einhalten:

  • Du darfst nicht mehr als 160€ Gewinn pro Monat machen (aber vergiss nicht, dass Du Umsatz-Ausgaben rechnest, daher mehr einnehmen darfst)
  • Deine Arbeitszeit darf 15h/Woche nicht überschreiten

Wenn Du ankreuzt, dass Dein Gewinn die 160€ nicht übersteigt, musst Du mit keinem Abzug rechnen und musst monatlich dann auch nichts weiter nachweisen. Zumal Du am Anfang eher mit Verlust rechnen solltest! Wenn Dein Gewinn die Summe übersteigt, musst Du das monatlich vorweisen und Dein ALG wird um die entsprechene Summe gekürzt.

Erst wenn Deine Arbeitszeit die 15 Stunden übersteigt steht Dir das ALG nicht mehr zu, da es nicht mehr unter Minijob fällt und Du offiziell erwärbstätig bist.

Fazit

Ein Nebengewerbe als Mama zu betreiben, kann Deine große Chance sein, Fuß in der Selbstständigkeit zu fassen. Besonders als Freiberufler bist Du einfach frei: in Deiner Arbeitszeit, Deiner Tätigkeit, deinem Leben im Allgemeinen. Und das beste: Du kannst Dich langsam an ein Business herantasten und später entscheiden, ob mehr daraus werden soll. Ohne jegliches Existenzrisiko!

Hast Du eine freiberufliche Nebentätigkeit ausgeführt? Wie sind Deine Erfahrungen damit? Oder ist es noch Dein unerfüllter Traum? Erzähle mir in den Kommentaren davon!

14 Antworten auf „Nebengewerbe anmelden – Tipps für Mamas“

  1. Sehr sehr geil, meine Liebe! Ich habe in der „Erziehungszeit“ (als ob das nach einem Jahr endet hahaha) nicht gearbeitet, bin ja länger zu Hause geblieben. Allerdings habe ich davor viel gearbeitet, dann studiert, die Auszeit von 5 Jahren habe ich gebraucht. Und nun bin ich Vollzeit-Selbstständig, aber das habe ich mir ja so ausgesucht! Ich finde es toll, dass Du Dir Deinen Weg suchst und ihn Dir zurecht legst! Sag mir Bescheid, wenn Du Hilfe für irgendwas brauchst, ich bin da.

    Lieben Gruß, Bea.

  2. Ein Nebengewerbe als Mama ist schon wirklich was tolles. Das habe ich auch. Man kann die Zeit frei einteilen und ist relativ flexibel. Das auch noch von zu Hause aus. Allerdings sollte man, wenn man das machen möchte, vorher schon einmal wissen, auf welchen Gebiet man arbeiten möchte und natürlich auch schon Ideen bzw. ggf. Kooperationspartner haben. Denn, einfach ein Gewerbe anmelden bring leider noch keine Kunden. Es ist einfach trotzdem auch ein harter Job.

    Liebe Grüße,
    Steffi

    1. Ja das stimmt 😉 ich habe mich trotz meines Blogs für Beauty entschieden. Wenn dieser bereich einmal mein vollzeit Job wird, mache ich meinen Blog zum Nebengewerbe. Aber ja, du hast recht: Kunden zu gewinnen ist dennoch harte Arbeit

  3. Liebe Wioleta,

    so einen Artikel hätte ich mir vor zwei Jahren gewünscht. Im Internet hatte ich dazu kaum was finden können, denn auch ich wollte ein Nebengewerbe anmelden.
    Mittlerweile überlege ich aber, ob ich es wieder abmelde. Ich hatte es eigentlich nur zur Sicherheit gemacht, als ich eine einmalige Kooperationsanfrage mit Geldfluss hatte.

    Liebe Grüße,
    Mo

  4. Das sind jede Menge gute Tipps!
    Ich bin komplett Selbstständig, habe bisher noch keine Kinder, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich schon ein bisschen Muffensausen davor habe, irgendwann mal in ‚Babypause‘ zu sein und mir dann der Verdienst erstmal völlig wegbricht. vA den Weg danach zurück stelle ich mir relativ schwierig vor. Aber we’ll see, vllt. sehe ich das im Moment noch alles zu negativ 😉

    Liebe Grüße,
    Christina

  5. Liebe Wioleta,
    ein wichtiger Blogartikel für alle, die sich mit dem Gedanken tragen sich mit einem Nebengewerbe oder Gewerbe selbständig zu machen. Gute Vorarbeit und Recherche ist der erste wichtige Schritt, den Du mit diesem Beitrag erleichtert hast.
    Alles Liebe
    Annette

  6. Ich finde es toll, dass du für dich genau die richtige Lösung gefunden hast. Die Vorteile liegen, wie du auch schreibst, einfach auf der Hand durch die flexible Zeiteinteilung. Ich arbeite neben meinem Studium freiberuflich, das ist nicht immer leicht unter einen Hut zu bekommen.

  7. Es kommt ein bisschen auf die Situation an, denke ich. Die meisten haben sicher auch Existenzrisiko. Es sei denn, man betreibt sein Nebengewerbe wirklich nur nebenbei. Das habe ich auch schon getan und mehrere Jahre Design-Aufträge angenommen, aber neben der 40-Stunden-Woche mit 2 Kindern war mir das doch eine große Last und ich habe mein Nebengewerbe dann wieder abgemeldet.

    Inzwischen bin ich nebenher auch Bloggerin und habe hier eine freie Autorentätigkeit angemeldet – das macht mich glücklicher, weil ich wirklich „mein eigenes Ding“ machen kann. Ich brauche neben meiner Arbeit nicht noch mehr Jobs, in denen ich für andere was erledigen muss. Wenn, dann würde ich mit den Stunden im Hauptjob runtergehen. Das wäre meine Empfehlung, allerdings hat man dann auch wieder die Existenzangst.

    Ich bin gespannt, wie es sich bei dir gestaltet. Alles Gute für die Zukunft!

    1. Puh also neben einem 40h Job würde ich das definitiv nicht wollen. Der Beitrag ist schon eher auf Mamas bezogen, die zuhause sind und wie ich nicht arbeiten gehen können.
      In deinem Fall muss man ganz klar Prioritäten setzen

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