Multilinguale Erziehung? Vor- und Nachteile und wie wir uns entschieden haben

Nur wer uns schon näher kennt weiß, dass wir beide eigentlich aus dem Ausland stammen. Mein Mann kam als kleines Kindergartenkind aus Kasachstan nach Deutschland, ich sogar erst mit 8 Jahren und einer schon begonnenen Schulbildung aus Polen. Da würde es eigentlich nahe liegen, unsere Kinder multilingual zu erziehen und ihnen somit einen leichten Einstieg in die große weite Welt der Fremdsprachen zu eröffnen – zudem die Mama sich auch schulisch verstärkt auf Sprachen spezialisiert hatte. Doch wer uns näher kennt, hat sicherlich noch nie unsere Tochter eine dieser beiden Sprachen sprechen hören. Wieso das so ist und ob sie nun schon eine Fremdsprache kennt, verrate ich euch in diesem Beitrag:

Unsere linguale Vorgeschichte ist eine völlig andere: während mein Mann sehr jung war, als er nach Deutschland kam, war er sprachlich jedoch auf dem völlig gleichen Stand wie seine Eltern und alle mussten die Deutsche Sprache komplett neu erlernen. Ich hingegen kam mehr oder weniger in einen deutschen Haushalt, denn meine Mutter hatte diese Sprache bereits studiert, ich bekam in Polen Unterricht und der neue Partner meiner Mutter war ein Deutscher – daher wurde ich in diese Welt mehr oder weniger geschubst und musste mich schnell anpassen. Während mein Mann noch die Kindergartenzeit zum Erlernen hatte, wurde ich in die zweite Klasse gesteckt und von Zuhause aus wurden große Erwartungen in mich gesteckt, daher musste ich sehr schnell lernen. Das Ergebnis war mehr oder weniger das selbe: man hört und merkt es uns beiden kaum an, dass wir eigentlich aus dem Ausland stammen, haben keinen Freundeskreis aus dem ursprünglichen Land (ich habe sehr oft beobachtet, dass viele Personen sich eher mit gleichsprachigen zusammentun und ganze Cliquen meist aus demselben Herkunftsland stammen), hören nicht die dortige Musik und haben auch sonst kaum Allüren, die unsere Herkunft anderen vermuten lassen. Und das obwohl unser beider Eltern sehr an ihren Kulturen zu hängen scheinen. Durch diese Bekanntschaft mit dieser und anderen Herkünften (in unserer Gegend gibt es einen sehr großen Anteil an Ausländern) habe ich um ehrlich zu sein, völlig unterschiedliche Muster erkannt, wie und ob man seine Kinder multilingual erzieht oder nicht. Fakt ist, dass jeder seine Vor- und Nachteile daraus ziehen kann und sich letztendlich für seinen eigenen “richtigen” Weg entscheiden muss.

Vorteile multilingualer Erziehung
Erweiterte Möglichkeiten

Es heißt ja, wer viele Sprachen spricht, hat immer irgendwo eine offene Türe. Tatsächlich hat es mir schon Vorteile gebracht, bei einem polnischen Autohändler gute Rabatte auszuschlagen, weil “man das unter Landsleuten so macht” und auch so kommt es oft gut an, wenn Du mit anderen Ausländern in deren Sprache kommunizieren kannst.

Auch beruflich hat mich mein polnisch tatsächlich schon weiter gebracht, was ich nie erwartet hätte! Denn auch unsere Firma hat Großkunden in Polen und als Assistentin der Projektabteilung konnte ich tatsächlich schon Kontakte knöpfen und wurde bei der Korrespondenz bevorzugt, obwohl mein Polnisch in Wort und Schrift nicht mehr das Beste ist. Das wurde natürlich auch von der Chefebene bemerkt (was in der Assistenz aber auch nicht fern liegt, da Du ja direkt als Stabstelle fungierst).

Leichtere Voraussetzungen für das Sprachen-Erlernen

Auch in der Schulzeit sind mir Frendsprachen nur so zugefallen. Erst war ich sehr gut in Englisch, dann in Französisch – floppte aber vermehrt in den Naturwissenschaftlichen Fächern ab und blieb schließlich mit einer 6 in Physik sitzen. Dennoch konnte ich durch diese vier Sprachen, die ich beherrschte, mich immer in andere Sprachen hineinhören. So verstehe ich durch mein Polnisch Bruchstücke vom Russischen oder Kroatischen und durch das Französisch einzelne Worte Italienisch oder Spanisch (eine Spanisch-AG habe ich ebenfalls belegt, war es jedoch leid, die Lehererin immer verbessern zu müssen und habe es schließlich aufgegeben). Das hat mich schon oft im Urlaub weiter gebracht und auch auf der beruflichen Ebene. Aber es war keine Voraussetzung dafür, wie gut meine schulische Leistung im Endeffekt insgesamt ausfiel.

Bessere Verbindung zu den eigenen Wurzeln

Es gibt Menschen, den die eigenen Wurzeln sehr wichtig sind und die an dieser Kultur, aus der sie stammen, komplett hängen. Sei es religiös oder traditionell. Ich muss zugeben, absolut nicht an diesen zu hängen (auch wenn ich bei meiner Mutter zuhause noch polnisches Heiligabend feiere, denn alle zwei Jahre feiern wir es auch deutsch). Das einzige, das mir manchmal wirklich fehlt ist das polnische Essen, weshalb ich bestimmte Gerichte gerne nachkoche. Vielleicht ist der Grund aber auch einfach eben der, dass ich mich so schnell in Deutschland anpassen musste und auch meine Sprache komplett abgelegt habe, dass mir dieser Bezug auch völlig fehlt. Vielleicht wäre der Bezug ja da, wenn ich doch multilingualer erzogen worden wäre.

Nachteile multilingualer Erziehung

Es ist aus diesem Beitrag sicher unschwer zu erkennen, dass ich eher die Nachteile als die wichtigen Werte der multilingualen Erziehung sehe, daher rede ich gar nicht lange um den heißen Brei sondern nenne sie Dir gleich:

Man spricht die Sprache, die jeder versteht

Vielleicht wäre es hier anders, wenn mein Mann und ich aus demselben Land stammen würden und uns untereinander auch verstehen würden. Indirekt müssen wir aber auf Deutsch ausweichen, da wir uns einander nicht verstehen würden  – oder einer von uns dumm daneben säße, wenn unsere Kinder mit dem anderen in seiner Sprache kommunizieren würden. Manchmal hat meine Mutter in Anwesenheit meines Stiefvaters polnisch mit uns gesprochen. Ich habe sehr lange nicht verstanden, weshalb er sich immer so darüber aufgeregt hat. Heute weiß ich, dass ein Mensch sich sehr ausgeschlossen fühlen kann, wenn er als einzige Person im Raum eine Sprache nicht spricht und die anderen sich nicht für die entscheiden, die alle verstehen würden.

Spätere Sprachentwicklung

Ich habe in den letzen Jahren bei bekannten und fremden Kindern sehr oft beobachten können, dass diese insgesamt viel später und undeutlicher sprechen, als Kinder, die zu Beginn nur mit einer Sprache aufgewachsen sind. Oder sie erlernen zuhause nur die Muttersprache der Eltern und werden als fremde Kinder in den Kindergarten gesteckt und müssen plötzlich in der neuen Welt klar kommnen. Immer mehr Kindergärten brauchen Integrationshelfer und speziell auf die Sprachentwicklung ausgebildeten Betreuer, die alle Kinder sprachlich auf ein Level bringen müssen, damit diese später keine Nachteile erleben. Daher sehe ich es inbesondere für die Kommunikation unter anderen Kindern als sehr wichtig, gleich die Sprache zu lehren, die auch im Kindergarten gesprochen wird und diese ist hier ganz klar Deutsch.

Beonders bei uns wäre die sprachliche Entwicklung fatal, zumal Polnisch und Russisch sich oft sehr ähneln, allerdings die Gramatik eine völlig andere ist! Unsere Kinder wären von diesen drei Sprachen gleich zu Beginn völlig überfordert gewesen – zurecht.

Probleme mit der Rechtschreibung

Leider passiert es auch oft, dass Personen, die von Geburt an mehrere Sprachen können mussten, mehr Probleme haben, Schreiben zu lernen und später zu einer Rechtschreibschwäche neigen. Besonders in Zeiten der “Rechtschreibung nach Gehör” und Smartphones mit Atokorrektur finde ich es wichtig, bewusst auf Rechtschreibung zu setzen und die Kinder in diesem Punkt zu unterstützen.

Gefahr zur Ausgrenzung

Wie oben schon erwähnt ist es oft so, dass Landsleute sich oft zusammen tun. Ich möchte bewusst verhndern, dass meine Kinder später in Freundeskreise rutschen, die ausschließlich aus dem Ausland stammen und diese Sprache sprechen und sie sich somit sozial selbst ausgrenzen würden. Ich habe sie sogar soweit erzogen, dass sie sich davon gestört fühlt, wenn andere Kinder untereinander nur ihre Sprache sprechen und die restlichen Kinder (oder sich selbst?) ausgrenzen.

Es muss eine “Hauptsprache” geben

Damit das Können des Kindes also eine Sprache perfektioniert, sollte bei der Entscheidung, ein Kind multilingual zu erziehen, der Fokus auf eine Hauptsprache fallen. Die anderen Sprachen können später oder nebenher immer noch beigebracht werden. So spricht unsere Tochter richtig Deutsch, versteht Bruchstücke Russisch und das Ponisch – naja in dem Fall habe ich die kleinere Familie und habe wohl den kürzeren gezogen. Meine Tochter geht schon so weit, dass sie Menschen, die versuchen mit ihr einfach auf polnisch oder russisch zu sprechen einfach ignoriert, wenn Personen anwesend sind, die diese Sprache nicht können. Wenn sie später das Bedürfnis hat, eine dieser Sprachen zu erlernen werde ich sie nie daran hindern. Aber es muss uns immer bewusst bleiben, dass die andere eben eine Fremdsprache bleiben wird.

Ich bin keinesfalls gänzlich abgeneigt, dass Eltern ihren Kindern mehrere Sprachen beibringen und mir ist bewusst, dass es sehr viele Haushalte gibt, in den nicht Deutsch gesprochen wird. Allerdings haben wir für uns entschieden, dass wir uns ausschließlich auf die Deutsche Sprache konzentrieren – was später folgt, ist dann die Entscheidung der Kinder.

 

Erziehst Du multilingual? Wie klappt das bei euch mit der Eingliederung? Erzähle mir von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren

39 Replies to “Multilinguale Erziehung? Vor- und Nachteile und wie wir uns entschieden haben”

  1. Hallo, ich muss hier leider etwas widersprechen.

    Wir erziehen unseren Sohn bilingual. Spätere Sprachentwicklung? Überhaupt nicht. Er spricht mit seinen 2 Jahren tolle und richtige Sätze (6 Wörter), besser als manch 3-Jährige.

    Die Sprachen müssen einfach nur klar definiert sein. Ich spreche nur Deutsch mit ihm, mein Mann nur English. Wenn man das konsequent durchzieht, dann funktioniert so etwas auch. 3 Sprachen wären natürlich noch besser, aber das wäre dann too much gewesen.

    1. Wow das hört man aber selten!
      Darf ich fragen, wie ihr das untereinander macht? Also wenn alle drei im Raum sind?
      Ich muss aber auch sagen, englisch gehört da auch zu den sinnvolleren Sprachen. Ich finde nicht, dass meine Tochter etwas von polnischen hätte, englisch hingegen wird ab der Schule auch ein sehr wichtiges Thema

  2. Sehr spannendes Thema! Ich schätze das variiert von Kind zu Kind doch sehr stark weil jeder Mensch individuell ist. Ich selbst bin mit 5 Jahren nach Deutschland gekommen und hatte keinerlei Schwierigkeiten in kürzester Zeit Deutsch zu lernen. Meine Eltern legten allerdings auch großen Wert darauf, weiterhin Russisch mit mir zu reden, was damals in anderen Familien nicht häufig der Fall war. Viele hatten sich tatsächlich für ihre Muttersprache geschämt, was ich persönlich sehr traurig finde. Mittlerweile sehe ich Deutsch als meine Muttersprache an weil ich hier zur Schule gegangen bin und Russisch leider nicht auf dem gleichen Niveau beherrsche, da mir da einfach die russische Schule gefehlt hat. Mein Bruder ist in Deutschland geboren und war am Anfang als Kleinkind jedoch mit den beiden Sprachen eher verwirrt. Deswegen konzentrierten wir uns darauf ihm erst einmal eine Sprache (Deutsch) zu vermitteln weil wir bemerkt haben, dass ihn eine zweite Sprache überfordern würde. Dennoch ist er heutzutage sehr sprachbegabt und lernt neue Sprachen auch sehr schnell. Es ist wirklich faszinierend wie unterschiedlich die Wege der Sprachen, der Spracherziehung und ihrer entsprechenden Wirkung sein können Das Thema ist auf jeden Fall unglaublich spannend 🙂

    Liebe grüße,
    Lina von https://www.petitchapeau.de/

    1. Das finde ich klasse, wie deine individuell auf euch eingegangen sind und die Sprache einzeln ausgewählt haben, je nach dem wie ihr es gebraucht habt

  3. Ich finde diesen Beitrag sehr spannend, liebe Wioleta. Mein Mann kommt aus Indien und spricht von Haus aus 3 Sprachen – als seine Muttersprache bezeichnet er davon Englisch, Deutsch ist seit letztem Jahr dazu gekommen. Ich bin Deutsche und ich habe Englisch auf Lehramt studiert – also ist “unsere” Sprache Englisch, obwohl mein Mann ja gerade Deutsch lernt und wir viel öfter in der Sprache sprechen müssten.
    Wir haben beschlossen, unser zukünftiges Kind bilingual zu erziehen: Papa in Englisch, Mama in Deutsch. Glaubt man den Linguistikstudien über den Spracherwerb von Kleinkindern, die ich während meines Studiums gewälzt habe (also die Studien, nicht die Kinder ?), sollte man als Elternteil konsequent sein in der Sprachnutzung, damit ein Gewöhnungseffekt bei den Kindern eintritt. Das heißt aber auch: Mama spricht Deutsch mit Papa, Papa versteht das und antwortet auf Englisch, die ersten Jahre zumindest. Daraus ergibt sich, dass beide Elternteile die jeweils andere Sprache verstehen sollten. Im Idealfall.
    Es ist übrigens auch wahr, laut dem Gros der Wissenschaftler, dass das Kind nur eine richtige Muttersprache hat, in der es in Schrift und Sprechen einwandfrei ist, egal in wie vielen Sprachen es erzogen wird – ich denke, in Deutschland wird das automatisch Deutsch sein, aufgrund des Umfeldes.

    Spracherwerb war mein Lieblingsthema im Englischstudium! ?

    Ein Lächeln,
    Miri von http://www.thesoulfoodtraveller.com

    1. Liebe Miri, das ist ein sehr interessanter Einblick! Ich finde es mutig, dass ihr euch als Familie sprache für Englisch entschieden hat und er nicht versucht, euren Kindern indisch bei zu bringen. Denn vom englischen werden die Kinder im Gegensatz zu polnisch, russisch oder was auch immer hier alles noch wohnt auch wirklich profitieren. Aber wie du sagst, nur wenn die Eltern das wirklich perfekt beherrschen!

  4. Ich bin zweisprachig aufgewachsen – französisch ist sogar meine Muttersprache und deutsch. Meine Mutter ist Französin und mein Vater Deutsch, beide sprechen beiden Sprachen. Ich möchte es nicht missen, denn Sprachen lernen fällt mir nicht schwer und ich bin sehr begabt, was das Sprechen betrifft. Aber der letzte Tipp von dir ist entscheidend, es muss eine Hauptsprache geben. Das war bei uns immer Deutsch, damit wir in der Schule etc. auch keine Probleme bekommen.
    Liebe Grüße,
    Emilie von LA MODE ET MOI

  5. Das ist hoch interessant. Meine Mama ist Polin und mein Vater Sizilaner. Ich bin allerdings nur mit deutsch aufgewachsen. Sie wollten dass ich richtig deutsch spreche und nicht wie sie als Kinder als Ausländer gehänselt werde. Grausam, oder? Dass man sich solche Gedanken machen muss… ICh bereue das sehr. Ich spreche zwar heute 6 Sprachen, aber die habe ich mir hart erlernen müssen…

  6. Ein sehr schöner Bericht 🙂 Wir machen es so – wie schon auf Facebook geschrieben, dass wir beide deutsch sprechen werden, aber meine Schwiegereltern werden russisch reden. Ich werde zwar gar nichts verstehen, aber ich finds total gut auf diese Art. Wenn mein Mann russisch sprechen würde, dann würde ich’s Zuhaus mega schwer finden – eben weil ich gar nichts verstehen würde.

    So schnappt unser Kind wenigst ein wenig von einer anderen Sprache auf, auch wenn es auf diese Weise wohl nicht so effektiv ist, wie als wenn einer von uns eine andere Sprache sprechen würde.

    Liebste Grüße,
    Sarah von http://www.vintage-diary.com

    1. Liebe Sarah,
      Ja das ist tatsächlich so ähnlich wie bei uns. Sie schnappt das russische auch von Oma auf aber lässt es nicht zu nah an sich ran.
      Dass du zuhause nicht ausgeschlossen werden möchtest verstehe ich vollkommen

  7. Super toller Beitrag. Ich hab mir auch schon oft die Frage gestellt, wie ich meine Kinder erziehen würde – sprachlich. Ich hab zwar selbst keine “Ausländischen” Wurzeln, spreche privat aber viel Englisch und gucke fast alles im englischen oton. Da Englisch ja ohnehin in den Schulen Gelernt wird, wär da das Problem sicher nicht so stark wie bei euch mit Polnisch und russisch.
    Dass sich die bilinguale Erziehung derart auf Rechtschreibung und Co auswirkt, war mir bis Dato gar nicht bekannt – so genau damit auseinandergesetzt hab ich mich aber auch noch nicht.
    Auch klasse finde ich, die Tendenz deiner TOchter, Leute zu ignorieren, wenn sie in eier Sprache mit ihr Sprechen, die nicht jeder im Raum versteht. Virtuelles High five – mich stört das schon immer so sehr. Meine Schulklasse bestand zu ca 70 % aus RUssen und Polen. Wenn sich da einige unterhalten haben, konnte der Rest auch nix verstehen. Das war so unangenehm – vor allem unter dem Hintergrund, dass ich viele Probleme mit Mobbing hatte – da wird man natürlich noch hellhöriger, wenn man eben nicht weiß was gesprochen wird. Ein plan? Ein Angriff? Eine Verschwörung? Man kann es eben nicht einschätzen und es hat viel mit Respekt zu tun. Daher wirklich ganz großes Lob an deine Tochter und die Erziehung.

    1. Liebe Tama,
      Herzlichen Dank!
      Ja ich kenne deine Sorgen, allerdings weniger aus der Schule. Die Familie meines Mannes spricht sehr viel russisch. Wenn ich da manchmal so am Tisch sitze, dann ist es wirklich sehr unangenehm. Vor allem wenn dann doch der eigene Name fällt, horcht man jedes Mal erschrocken auf.
      Mich schockiert das jedes Mal, wenn du schreibst, daß du gemobbt wurdest. Ich finde, du bist so ein herzlicher und offener Mensch! Aber diese Gruppierung die du da ansprichst, habe ich ja auch im Beitrag erwähnt. Wenn du da in der unterzahl bist, kann ich mir schon vorstellen, dass es schwer ist rein zu kommen. Solche Gruppen bleiben oft einfach unter sich.

  8. ich finde es ja richtig toll, wenn man die Möglichkeit hat, sein Kind bilingual zu erziehen! viele haben das ja nicht, wenn sie keine andere Muttersprache sprechen … da hab ich aber bisher nicht dran gedacht, dass das eben auch Nachteile haben kann 😉

    alles Liebe,
    Eden

  9. Da wir beide aus Deutschland stammen sprechen wir in der Familie natürlich nur Deutsch. Wenn ich die Gelegenheit hätte eine weitere Sprache schon von Kindesbeinen an meiner kleinen beizubringen, dann würde ich es wahrscheinlich zumindest für gängige Begriffe und Floskeln machen.
    LG Ina

  10. Hier wird zu Hause grundsätzlich nur Deutsch gesprochen, Umgebungssprache ist Norwegisch. Das ist überhaupt kein Problem, es ist übrigens auch überhaupt kein Thema wenn ohne Norwegisch aktiv zu können, sie bekommen von der Umgebungssprache natürlich vor dem Kiga was mit, in den Kiga zu kommen, innerhalb kürzester Zeit können sie Norwegisch. Es war auch total fatal wenn wir die nicht perfekt Norwegisch Norwegisch mit den Kindern sprechen würden, da würden sie so einige Fehler lernen ;-). Wichtig laut Sprachforscher ist die Sicherheit in der Muttersprache bzw. Hauptsprache, dann werden die anderen Sprachen auch leicht und gut gelernt, Probleme gibt es halt häufig wenn keine der Sprachen mehr richtig gekonnt wird und es da keine klare Struktur gibt.

    LG aus Norwegen
    Ina

    1. Ich finde es nicht schlimm, wenn die Kinder eure “Fehler ” mitnehmen würden. Du selbst kommst dadurch ja auch gut rein und und die Kids können dir dann helfen 🙂 ich spreche deutsch mittlerweile viel besser als polnisch durch den täglichen Gebrauch

  11. Ein interessanter Beitrag! Bei meinen Kindern hat sich diese Frage nicht gestellt, weil wir beide als Muttersprache Deutsch haben. Bei vielen Kindern im Kindergarten und in der Schule bekomme ich mit, wie schwierig es für Kinder sein kann, wenn sie beide Sprachen gleichzeitig lernen. Ich denke das kann wirklich nur jede Familie für sich entscheiden.

    lg
    Verena

  12. Da ich keine Kinder habe, ist die Frage schwer zu beantworten. Allerdings kenne ich viele Familien die multilingual erziehen. Ich glaube hier kommt es stark darauf an, welche Sprache das ist. Ist es Italienisch, Englisch oder Französisch finde ich es gut, weil später in der Schule ist das Kind sowieso damit konfrontiert.

    Bei anderen Sprachen sehe ich das eher schwierig.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

  13. Ich finde du hast beides sehr gut begründet. Bis zum fünften, sechsten Lebensjahr würde ich wahrscheinlich auch sagen, besser nur auf eine Sprache konzentrieren. Danach würde ich aber die andere Sprache dazu nehmen. Das hat keinen wirklichen Grund, aber ich glaube so würde ich mich entscheiden 😉

  14. Ich finde auch, dass die jeweilige Landessprache immer im Fokus stehen sollte. Dennoch denke ich, dass eine Multilinguale Erziehung auch Vorteile haben kann und ich hätte gerne eine zweite Sprache von klein auf beherrscht, denn mir fällt es schwer, andere Sprachen zu lernen. Aber es gibt eben immer Vor – und Nachteile und ich finde es gut, dass du deine Gedanken zu diesem Thema in diesem Beitrag mit uns teilst und neue Denkanstöße bietest 🙂

    Liebe Grüße, Kay
    http://www.twistheadcats.com

    1. Liebe Kay,
      So habe ich das noch nie gesehen,dass jemand das gerne gelernt hätte,der diese Chance nicht hatte. Aber das nehme ich in meine Gedankengänge mit auf!

  15. ein sehr spannendes Thema wie ich finde! bei uns gibt es auch mehrere Sprachen, die wir den Kindern beibringen könnten … ich finde das auch eher von Vorteil! aber ich kann dich gut verstehen … Probleme kann es dabei geben und es scheint mir auch sehr wichtig, sich auf eine Hauptsprache festzulegen!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  16. Ich finde eine Multilinguale Erziehung sehr wichtig! Meine Familie selbst kommt aus Rumänien. Ich bin die erste in der Generation, die in Österreich geboren und zeitgleich in zwei Ländern aufwachsen durfte ? Mittlerweile bin ich seit über 9 Jahren mit meinem Freund zusammen, der waschechter Österreicher ist. Wir haben aufjedenfall beschlossen, dass unser Kind multilingual aufwachsen wird, sowohl mit der deutschen als auch mit der rumänischen Sprache. Ich bin ja generell der Meinung, dass es Kinder dadurch später viel leichter haben, neue Sprachen zu erleben, weil sie einen anderen Bezug dazu haben ? Ich selbst habe bereits 6 Sprachen erlernt, wobei ich 3 fließend spreche, 1 sehr gut und bei den letzten 2en zumindest Grundkenntnisse besitze.

    Lieben Gruß,
    Alice von alicechristina.com
    Alice Christina auf Instagram

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