Meine Tochter das Papa-Kind – Auswirkungen der väterlichen Bindung

Letztens kam unsere Große nachts zu uns ins Bett. Manchmal träumt sie nachts schlecht und möchte dann nicht alleine sein, was natürlich gar kein Problem ist – sofern sie schläft. Oft läuft es jedoch so, dass wir uns stundenlang herumwälzen und beide nicht zur Ruhe kommen, während Papa friedlich vor sich hin schlummert. Nach spätestens zwei Stunden werde ich wütend und schicke sie zu Papa kuscheln – wo sie friedlich sofort einschläft, eingehüllt in Papas sichere Arme.

Auch im Alltag scheint in vielerlei Dingen ihren Papa einfach zu bevorzugen: sie hört mehr auf ihn, hilft ihm bei unterschiedlichen Arbeiten rund ums Haus und lässt keine Möglichkeit aus ihren “Papa-Kuschel-Wuschel” nicht in den Arm zu nehmen. Als Mama steht man da manchmal ziemlich dumm daneben.

Die Situation wäre mir klarer, wenn ich viel zuhause wäre und sie nur ihn seltener sehen würde. Da ich jedoch genauso viel arbeite, müsste sie ihre Mama theoretisch genauso vermissen. Man könnte auch meinen, sie hätte zu ihm einfach mehr Bezug, da er zum Beispiel freundicher mit ihr umgehen würde, jedoch spielt er bei dem Guter Bulle – Böser Bulle immer den strengen Teil. Wie ich dies also drehe und wende, ich schaffe es nicht, auf einen Nenner zu kommen, wieso ausgerechnet er ihr ein und Alles ist und ich eher den nebensächlichen Part spiele, der eben Essen macht und da ist. Und ja, in diesem Satz schwingt ganz schön viel Eifersucht mit. Mein Mann meint dazu immer, ich bräuchte einen Sohn, da ein Mädchen einfach viel Papa-bezogener ist, als ein Junge und er widerum mehr an seiner Mama hinge. Vielleicht vertehe ich so etwas einfach nicht, da ich schlichtweg einfach keinen Papa habe…

Da eine gute Vater-Tochter-Beziehung jedoch wichtig für die kindliche Entwicklung ist, lasse ich diesen Zustand genauso stehen. Ich selbst hatte durch die frühe Scheidung meiner Eltern nie wirklich einen Vater und habe oft gestaunt, was die Mädels in meiner Umgebung so erzählt haben, was sie mit ihrem Papa so erleben und was sie unternehmen. Die Mamas spielen in Erzählungen von Mädchen eher eine selbstverständlichere und kleinere Rolle.

Vorteile einer guten Vater-Tochter-Bindung
  • Es heißt, Mädchen suchen sich oft einen Partner, der ihren eigenen Vater ähnelt. Wenn Mädchen ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben ist die Chance auf einen zuverlässigen und liebevollen Partner größer als bei einer gestörten Vater-Tochter-Beziehung. Denn wenn ein Mädchen mehr Nähe und Zuneigung von ihrem Papa erfährt, dann kann sie diese auch von ihrem späteren Partner einfordern. Bitte Papas denkt daran, für Mädchen seid ihr die erste große Liebe! Lasst diese niemals versickern…
  • Auch die Beziehung zwischen Vater und Mutter sind für die spätere Entwicklung der Kinder essentiell. Ein Kind, das in einer stabilen Elternbeziehung aufwächst hat bessere Chancen, später eine gute Beziehung und Ehe zu führen
  • Mädchen, die eine gute Beziehung zu ihrem Vater haben, haben erwiesenermaßen eine besseres Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich stärker und mutiger, wenn sie Lob und Anerkennung von ihren Vätern erfahren.
  • Ein Mädchen mit einem Papa fühlt sich stark. Diese Beziehung ist noch wertvoller, als die Großer-Bruder-Funktion. Ein Papa wird das Mädchen immer beschützen, unterstützen und für sie dasein.
  • Die Vater Tochter Beziehung wirkt sich zudem auf das Berufsleben der Töchter aus. Mädchen, die von ihren Vätern gefördert wurden und deren Vätern Leistungen wichtig waren, bemühen sich mehr um ihren Abschluss und späteren Werdegang, als Mädchen mit diesbezüglich gleichgültigeren Vätern. In einer Amerikanischen Studie wurde nachgewiesen, dass Frauen in Führungspositionen früher mehr mit ihren Vätern unternommen haben.

 

Die Rolle der Mutter spielt in vieler Hinsicht eine weniger wichtige Funktion in der psychischen Entwicklung der Mädchen. Wahrscheinlich kommt dies daher, dass das Urvertrauen an die Mutter tiefer ist, da diese als Baby schon mehr für die Kinder da war. Was auch immer der Grund für diese innige Beziehung ist, genießt es Papas um die gemeinsame Zeit und Mamas um die Verschnaufpause! 🙂

7 Antworten auf „Meine Tochter das Papa-Kind – Auswirkungen der väterlichen Bindung“

  1. Ha ha, ich bin ja sooo das Papa-Kind 😀 Eigentlich habe ich die Aufgaben meiner beiden Eltern gut aufgeteilt und weiß immer, wen ich wann anrufen muss… Aber nun bin ich verheiratet und merke: Shit, der Typ ist ja doch meinem Vater absolut ähnlich! Optisch zwar nur relativ, aber vom Wesen her… O je o je 😀 GLG Sandra von voceandich.de

  2. Das kann man so aber überhaupt nicht verallgemeiner! Wir haben hier 4 Mädels, manche sind eher Papa Kinder andere Mama Kinder und das wechselt auch noch häufig.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  3. eine sehr interessante Thematik liebe Wioleta!
    wir waren ja zwei Geschwister zuhause … persönlich war ich ein totales Mama-Kind und habe viele Eigenschaften mit meiner Ma gleich. meine Schwester aber war ein Papa-Kind … komisch, dass diese Ausprägungen innerhalb der Familie so unerklärlich sind 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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