Lifehacks im Kinder-Alltag

Mit Kindern wird der Alltag turbulent und viele Dinge, die wir aus dem ff beherrschen werden zur täglichen Herausforderungen. Das Ergebnis sind gestresste Eltern und zickige Kinder, beide sind bockig aufeinander und werden sich nicht einig. Doch anstatt zu schimpfen und mit Wut unseren Willen durchzubekommen, gibt es Tricks, die den Kindern vermitteln, dass sie eben diese Dinge freiwillig tun und sie Spaß machen. Um euch an diesen Tricks teilhaben zu lassen, möchte ich euch hier meine Lifehacks vorstellen, welche mein Leben mit Kind erleichtern:

Wettrennen statt Eile

Unsere Kinder haben das ganz fest im Gespür, wenn wir es eilig haben. Ganz gleich, ob wir auf dem Weg zur Arbeit sind oder uns einfach nur mit jemanden verabredet haben: wenn wir raus MÜSSEN, beginnen unsere Kinder zu kleinen Faultieren zu mutieren, liegen auf dem Boden rum (wenn es ums Anziehen geht gerne auch nackig) und bewegen sich nicht. In so einer Situation gibt es nur eine Sache, die uns immer hilft: ein Wettrennen veranstalten! Nach dem Motto “schaffst du es, dich an zu ziehen, bevor ich fertig geschminkt bin?” bekommen die faulsten und langsamsten Kinder Beine und bekommen es sogar hin, sich selbstständig eine Strumpfhose über zu ziehen. Aber bitte denkt dran, euer Kind in dem Fall auch gewinnen zu lassen. Es hat nämlich kein Problem damit, beleidigt mitten auf der Straße liegen zu bleiben.

Kleidungsdrama

Ich habe eine richtige Prinzessin, der es wichtig ist, ihren Ansprüchen entsprechend gekleidet zu werden. Hier und da entsteht morgens schon mal ein Drama um das rote oder blaue T-Shirt oder die Grundsatzfrage, was dem Wetter entspricht. Aus dem Grund machen wir uns am Vorabend gemeinsam Gedanken, schauen uns den Wetterbericht an und legen im Besten Fall Schonmal die Kleidung zurecht.

Fiebersaft ist eklig

Wir hatten früher nie Probleme mit Fiebersäften. Sie sind schließlich mit einem Geschmack versehen, dem Kinder nicht unbedingt abgeneigt sind. Mit 4 Jahren bekam meine Große eine Aversion gegen diese Mittel. Hierzu haben wir zwei Lifehacks entwickelt. Meistens klappt auch tatsächlich einer von beiden:

Wenn Kinder denken, sie machen etwas aus freien Willen, dann kann es sein, dass sie es eher tun. Daher habe ich meine Tochter den Fiebersaft selbst nehmen lassen. Aus der Spritze konnte sie genau so viel auf einmal Rausdrücken, wie es ihr angenehm war.

Wenn das nichts gebracht hat, habe ich ihr den Fiebersaft in ihren normalen Saft gemischt und gemeint, dass sie viel trinken müsste, damit das Fieber weg geht. Anschließend hat sie den Becher runter gezogen (Vorteilhaft sind hier eher kleinere Becher). Zum Lerneffekt ist es wichtig, den Kindern am nächsten Tag, wenn das Fieber runter gegangen ist, zu erklären, dass die Medizin in dem Saft war! Sonst denken sie womöglich, dass es auch ohne Medizin geht.

Kunst ausleben ohne vollgekritzelte Wände

Jeder, der ein Kleinkind hat, das zum ersten Mal Gefallen an Buntstiften gefunden hat, lebt in Gefahr, jeden Moment eine vollgemalte Wohnung zu haben. Die Farbe sieht schließlich nicht nur auf dem Papier, sondern auf frischgestrichenen Wänden gut aus. Damit sich die Kids dennoch austoben können, ohne uns in den Wahnsinn zu treiben, haben wir eine Tapetenrolle gekauft und diese immer wieder auf unseren Esstisch oder Couchtisch geklebt. Dort konnte sich die Kleine immer voll austoben und alles ankritzeln.

Angst vor dem Duschen

In unserer letzten Wohnung hatten wir keine Badewanne. Dies war kein Problem, bis  die große aus der Babywanne herausgewachsen war. Denn sie hatte panische Angst vor fließendem Wasser und schrie bei jedem Mal unter der Dusche wie am Spieß. Wie wir sie trotzdem dazu brachten, zu duschen? EIn Themenbucht hat uns gerettet: es beschreibt ein Mädchen, das panische Angst vor dem Haarewaschen hat. Alle Versuche ihres Papas gehen schief, bis sie sich die Haare selbst ausspült. Nach diesem Vorbild durfte Mia die Brause selbst halten und entscheiden, wo das Wasser hinunter floss.

Unverzüglich nach Besuchen im Schwimmbad ging es übrigens besser. In einer Flaute war die “Gewöhnung” an Wasser also der beste Hack.

Lange Autofahrten meistern

Kinder sind bei langen Autofahrten stark genervt. Natürlich, denn sie sind es gewohnt zu spielen und sich frei zu bewegen. Je länger sie im Auto eingesperrt sind, umso mehr steigt die Spannung aller beteiligten. Da hilft nur eines: Kindermusik.  Kein Ausmalen, kein Spielen und kein Rätseln macht auch nur annähernd so viel Spaß, wenn nur Mama und Papa das Musikprogramm bestimmen dürfen. Nehmt deshalb genügend Lieder und Geschichten für die Kleineren mit.

Mahlzeiten mit den Kindern bestimmen

“IIIH, das schmeckt mir nicht!” ist ein typischer Satz an unserem Tisch. Natürlich dürfen die Kinder nicht immer essen, was sie wollen, sonst bleiben wir in einem Schnitzel, Spaghetti, Pommes Albtraum hängen. Aber es ist wichtig für den Apetit und das Wohlgefühl des Kindes, auch mal entscheiden zu dürfen was es gibt. Deshalb schreiben wir unseren Einkaufszettel gemeinsam und entscheiden zusammen, was es gibt.

Sinnvoll ist es hier zudem, neue Krationen zu erschaffen. Immer wieder Spaghetti? Wieso nicht mit einer Tomaten-Zucchini- Karotten-Soße? Seitdem ist meine Tochter ein Zucchini Fan geworden.

Keine Last Minute Geschenke

Ich habe mir lange vor dem letzten Weihnachten angewöhnt, potentielle Geschenke, die ich beim Einkaufen entdecke, gleich mit zu nehmen. Denn wie sollte ich mich auch in 3 Monaten erinnern, was ich beim Vorbeilaufen gesehen habe? Ein gewisser Vorrat an Bügelperlen, CDs oder Puzzels ist nie verkehrt.

 

Welche Tipps habt ihr bei eurer Erziehung auf Lager? Und welchen schwierigen SItuationen müsst ihr euch regelmäßig stellen? Teilt hier eure Erfahrungen!

 

19 Antworten auf „Lifehacks im Kinder-Alltag“

  1. Schöner Beitrag. Zum Glück sind meine Kinder schon größer, obwohl es eigentlich viel zu schnell ging. Allerdings benehmen sich meine Jungs wie Deine Tochter bei der Kleiderwahl! Diskussionen habe ich da echt genug.

    LG, Bea.

  2. Großartiger Beitrag! Das Wertrennen bei Anziehmuffeln klappt prima! Auch die Idee, die Kleidung schon am Vorabend gemeinsam auszusuchen, um morgendliche Diskussionen zu umgehen, finde ich klasse! Danke für die wertvollen Tipps!

  3. Kommt mir vieles bekannt vor! Z.B. Autofahren und Kindermusik 🙂 Wir kannten alle Kinderlieder und Bibi Blocksberg Hörspiele auswendig. Ich wusste nicht, dass es noch schlimmer kommen sollte 😉 Der Musikgeschmack meiner Tochter im Teenageralter war sehr speziell 😉

  4. Das mit dem trödeln kenne ich zu gut! Wir starten jetzt
    mit dem Kindergarten und ich habe echt schon etwas Angst davor denn wenn es schnell gern muss dann geht es bei der Kleinen sicher langsam 😅. Ich werde mir da aber deine Tipp
    mit dem Wettrennen auf jeden Fall zu Herzen nehmen und hoffe dass es bei uns auch gut klappt!
    Die Medizin ist auch nicht so unser Ding. Bis jetzt hatten wir das Glück dass sie airklich nur einmal ein Antibiotika gebraucht hat aber diese Woche damals war eine Qual für alle. Leider kann man diese Art Medizin halt auch nicht einmal
    mit etwas vermischen aber eventuell sollte ich wirklich beim nächsten Mal (ich hoffe dass es nicht so schnell wieder so weit ist) probieren ihr die Spritze selbst in die Hand zu geben und ihr Zeit zu lassen als es schnell versuchen in den Mund zu bekommen.

    Viele Grüße
    Denise
    http://www.lovefashionandlife.at

    1. Hallo Denise!
      Ich denke dass die Anfangszeit im Kindi gut verlaufen wird 🙂 es ist alles noch aufregend und neu. Ich wünsche euch dabei alles gute!

  5. Meine Tochter ist zwar schon groß und ich werde sicher keine zweites Kind mehr bekommen aufgrund meines Alters, aber Deine Tipps sind für Mütter wirklich Gold wert!
    Da ich schnell wieder Berufstätig war, musste ich mir so einiges einfallen lassen um pünktlich zur Arbeit zu kommen 🙂

  6. Oh, das mit dem Duschen kommt mir auch so bekannt vor. Meine Kinder waren beide wasserscheu und duschen ging gar nicht. Zum Glück haben wir eine Badewanne. Aber mittlerweile sind sie durch diverse Schwimmbadbesuche echte Wasserratten.

    Ein toller Beitrag. Erkenne mich in vielen Punkten wieder 🙂

    Liebe Grüße

    Christine

    http://pretty-you.de/

  7. Ich hab zwar selbst keine Kinder, kenn aber einige Szenarien von meinen Neffen. Vor allem das Duschen gehen und Haare waschen. Keine Ahnung warum das eigentlich für fast jedes Kind ein Problem ist.
    Deinen Tipp mit dem selber halten werde ich meiner Schwägerin in Spe geben damit sie bei ihren Kindern vielleicht auf die Schreie verzichten muss.

    Was hast du für Tipps zum Thema Zähne putzen?

    Alles Liebe!

    1. Vielen Dank liebe Julia,
      Über das Zähneputzen habe ich mir keine Gedanken gemacht, wobei du recht hast, es war auch mal problematisch. Ich glaube das hat sich nach dem ersten Zahnarzt Besuch von selbst gelegt. Schließlich ist es ja so: Zahnbakterien mögen Süßes

  8. Schöner Text!
    Vor allem, das mit dem Wettrennen finde ich gut. Ich selbst habe keine Kinder. Aber wenn ich was raten kann, dann ist es genau darauf zu achten, wofür sich ein Kind faszinieren kann.
    “Papa, Mama, ich will Pilot werden” – “Ja, komm, wir schauen mal wo dir mal ein Flugzeug angucken kannst und ob du auch mal drin sitzen darfst”. Bitte nicht dem Kind sagen, dass es nie fliegen könne oder Ingenieur werden müsse. Wenn man es schaffen kann, die Traumberufung innerhalb der Kindheit schon festsetzen und umsetzen zu können, dann sollte das Kind unterstützt werden.

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