Kinderleicht Schlafen – 5 Tipps für bessere Nächte in jedem Alter

Heute möchte ich ein sensibles Thema ansprechen, eines, was mich während meine Große noch klein war, jahrelang beschäftigt hat. Und ich denke, dass viele von euch dasselbe Problem haben: Dein Kind möchte einfach nicht (durch)schlafen. Ich kann die Nächte gar nicht zählen, in den ich sie getragen habe, damit sie endlich einschläft. Und so viele Abende sind vergangen, an den ich gefühlte 1000 Mal ins Kinderzimmer gestiefelt bin, um mir anzuhören, sie habe Durst, Hunger, fühlt sich alleine oder ist einfach nicht müde. Heute weiß ich um viele Fehler, die ich damals gemacht habe und meine Kleine ist eine wunderbare Schläferin. Etwa drei Nächte die Woche schläft sie mit ihren 4 Monaten durch, die restlichen wacht sie kurz auf, trinkt ein paar Schlucke und schläft weiter. Auch meine Große ist eine kleine Schlafmütze geworden. Deshalb möchte ich Dir meine Top 5 Tipps verraten, wie eure Kinder besser in den Schlaf finden und auch durchschlafen. Und das Beste? Ihr könnt sie in jedem Alter anwenden!

Tipp 1: Geborgenheit in der dunklen Nacht

Den schwersten Tipp möchte ich Dir gleich zu Beginn verraten: die Nacht kann Kindern ganz schön Angst machen! Während bei Tageslicht die Eltern immer um die Kinder herum sind, müssen sie nachts im dunkeln plötzlich alleine in ihren Bettchen liegen und schlafen. Auch ich erinnere mich an viele Nächte aus meiner Kindheit, in der ich nachts in der Dunkelheit erwacht bin und erstmal panisch das Licht anknipsen musste, um mich zu orientieren. Und ich habe mich oft alleine und ängstlich gefühlt.

Auch an meiner Großen merke ich, dass sie in den Nächten schlechter schläft, wenn es am Abend Stress gab und wir den Tag nicht harmonisch ausklingen lassen konnten. Sie fühlt sich dann in ihrem Zimmer einsam und ruft abends oft, damit wir kommen. Sie braucht einfach diese Nähe. So kannst Du Deinen Kindern die geforderte Geborgenheit geben:

  • Richte Dich an den Bedürfnissen der Kinder. Möchte / Kann es überhaupt schon im eignenen Bett oder Zimmer schlafen? Ich wollte bei meiner Großen unbedingt, dass sie in ihrem Bett schläft. Heute bin ich schlauer und lege die kleine direkt zu mir, bis sie soweit ist und loslassen kann
  • Weise das große Kind nie ab, wenn es in Dein Bett kommen will! Klar ist es bei uns zur Zeit eng, da die Kleine ebenfalls bei uns schläft. Wir haben den Vorteil, dass zwischen unserem Schlafzimmer und dem Zimmer der Großen eine Tür ist, die ich dann einfach aufmache, wenn sie sich nachts alleine fühlt. Das ist für sie fast, als würden wir in einem Zimmer schlafen. Gelegentlich kommt sie trotzdem zu uns, vor allem, wenn sie schlecht träumt oder krank ist.
  • Abendliche Kuschelzeit ist essentiell wichtig! Die Kleine holt sich diese beim Stillen, die große möchte abends etwas vorgelesen bekommen und in den Arm genommen werden. So weiß sie, auch wenn wir gehen, dass unsere Nähe immer möglich ist
  • Ich versichere meinen Kindern jeden Abend, dass sie geliebt werden. Dieses Wissen ist Kindern unfassbar wichtig!

Tipp 2: Licht an!

Das weitere, das Kindern neben der Einsamkeits nachts Sorgen macht ist die Dunkelheit. Aber wer sagt, dass es nachts stockdunkel sein muss? Kinder können sich nach dem Aufwachen viel besser orientieren, wenn sie sehen, wo sie sind. Aus dem Grund haben wir in allen Zimmern, in den geschlafen wird, Lichterketten, die die ganze Nacht leuchten. Außerdem stecken in jedem Raum Nachtlichter. Viele von euch schimpfen jetzt bestimmt wegen der Umwelt. Der ganze Strom und die Batterien! Aber meine Kinder danken es mir und das ist mir das wichtigste.

Tipp 3: Durchatmen

Noch eines, das uns generell sehr wichtig ist, ist dir frische Luft. Kennst Du diese Tage, an den fürchterliches Wetter ist und Du einfach nicht das Haus verlassen kannst? Und diese stickige Luft in der Wohnung, weil Lüften einfach eine Überwindung ist? Du fühlst Dich einerseits einfach müde – andererseits kommst Du nicht wirklich zur Ruhe. Mir selbst hilft es ungemein beim Schlafen, wenn ich richtig durchatmen kann – tags und nachts. So kannst Du für frische Luft sorgen:

  • Versuche tagsüber mit den Kindern raus zu gehen. Auch wenn es nur ganz kurz ist, könnt ihr so frische Luft atmen und neue Kraft tanken
  • Lüfte abends direkt vor dem Schlafen das Zimmer, in dem geschlafen wird für mindestens 10 Minuten. Es gibt kaum etwas schöneres, als sich in einem frisch gelüfteten Zimmer schlafen zu legen
  • Lasse nachts die Heizung aus, soweit es geht. Heizungsluft wird nachts schnell mal stickig. Besonders bei uns ist es sehr unangenehm, da der Gasbeuler in der Küche steht. Wenn dieser läuft, riecht man es einfach direkt
  • Um bei frischen Temperaturen wohlig zu schlafen, bietet es sich an, die Bettwäsche der Temperatur anzupassen. Im Winter eignet sich zum Beispiel ein Lammfell auf der Materatze super, um die Temperatur auszugleichen
  • Verwende Luftbefeuchter (natürlich nur, wenn das Gebäude nicht zu Schimmel neigt)

Tipp 4: bringe die Kinder rechtzeitig ins Bett

Wer von uns hat es sich nicht mal gedacht, das Kind am Wochenende einfach lange aufbleiben zu lassen, um am nächsten Morgen ausschlafen zu können? Meist geht das ziemlich in die Hose. Die Kinder sind ab einer bestimmten Uhrzeit einfach übermüdet. Anstatt friedlich einzuschlafen drehen sie dann meist nochmal auf und werden richtig miesepetrig und wollen einfach nicht einschlafen. Wie zur Strafe wachen sie Sonntags dann erst recht um 6 Uhr morgens auf und sind den ganzen nächsten Tag platt und schlecht gelaunt. Ich lege meine Kinder immer zur selben Uhrzeit ins Bett. So werden sie schon ganz automatisch zu einer bestimmten Zeit müde und schlummern friedlich ein.

Tipp 5: Schaffe einen ruhigen, sich wiederholenden Ablauf

Eben mal schnell abends noch ein paar Einkäufe erledigen, gehetzt heim kommen und die Kinder gleich ins Bett schicken? Das endet bei uns immer in Aufruhr und Stress. Kinder brauchen Sicherheit und die bekommen sie meist durch Wiederholung. Daher haben wir feste abendliche Abläufe geschaffen und lassen den Tag nochmal gemütlich ausklinken. Abends legen wir daher immer noch eine kleine Spielzeit ein, verzichten aufs Toben und lesen im Bett nochmal eine kurze Geschichte. Die kleine wird ausgiebig gestillt. So können die Kinder nochmal runter kommen, bevor sie einschlafen sollen.

Was hilft Deinen Kindern beim (ein)schlafen? Wie verlaufen bei euch die Nächte? Konntest / würdest Du einen dieser Tipps umsetzen? Erzähle mir davon in den Kommentaren!

28 Antworten auf „Kinderleicht Schlafen – 5 Tipps für bessere Nächte in jedem Alter“

  1. Bei uns ist das ins Bett gehen immer mit einem Ritual verbunden. Und zwar nehme ich mir jeden Abend die Zeit und kuschel noch mit meinem Sohn. Wir reden dann noch über den Tag oder toben noch 5 Minuten im Bett. Diese Zeit ist ihm immer sehr wichtig und die nehme ich mir gerne. Danach schläft er super ein.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com/

  2. Ich finde deine Tipps sehr schön. Als ich vor 16 Jahren meinen Ersten hatte, da galt es das Kind weinen zu lassen. Das hat mir fast das Herz gebrochen. Nun weiss ich es besser. Und gebe meinen Kindern viel Geborgenheit. Doch trotzdem sind nicht alle Kinder gleich. Manche schlafen einfach schlechter ein oder durch.

  3. Ganz toller Beitrag mit Deinen eigenen Erfahrungen. Das ist immer sehr wertvoll für Mamas. Meine sind ja nun so groß, da bin ich froh, wenn sie abends endlich mal ins Bett gehen, morgens muss ich sie immer wecken. Die Zeiten ändern sich. Die Rituale, die Du benennst, kann ich voll unterschreiben. Und jeder kleine Fehler, den man macht, braucht 4 Wochen, bis er wieder ausgemerzt ist. Aber mit Liebe und Verständnis kommt man immer weiter. Ausserdem muss jeder selbst herausfinden, was genau nun der richtige Weg ist.

    Lieben Gruß, Bea.

  4. Liebe Wioleta,

    die Tipps sind – auch für uns Erwachsene – durchaus beim Ein- und Durchschlafen hilfreich. Frische Luft, geregelte Zeiten – ich denke, dass wir die nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf uns anwenden können. Auf jeden Fall alles Dinge, auf die wir achten sollen.

    Viele liebe Grüße,

    Tabea

  5. Bisher habe ich keine Kinder, finde deine Tipps aber dennoch sehr gut. Gerade das mit der Ruhe und dem Lüften kann man in jedem Alter gebrauchen! Irgendwie war ich bisher auch der Überzeugung, dass meine (irgendwann hoffentlich geborenen) Kinder niemals in meinem Bett schlafen werden/sollen, nach deinem Artikel sollte ich da dann aber doch noch einmal darüber nachdenken 🙂

  6. Hallo, da wir kinderlos sind kenne ich mich mit dem Thema “Kinder wollen nicht schlafen” leider nicht so aus aber für alle Eltern sind deine Tipps bestimmt sehr hilfreich. Wobei man einige Punkte, vorallem Nr. 5 auch als Erwachsener anwenden sollte, ich schlafe immer am Besten wenn es abends ruhig ist, alles normal und nichts aufregendes 🙂 Liebe Grüsse, Janina

  7. Ich finde die Tipps richtig gut 🙂
    Wir haben ab und zu ein Problem mit dem Schlafen, aber am nächsten Tag ist er wieder total brav und schläft durch. Wir merken einfach wenn der Tag stressig war, das der Kleine unruhiger in der Nacht ist.

    Liebste Grüße,
    Melanie

  8. Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber finde, dass man die Tipps mit dem Lüften und dem Raus gehen generell auch bei sich selbst merkt. Wenn ich z.B. raus gehe, dann hebt sich sofort auch meine Stimmung und wenn ich mal einen Tag lang keine Bewegung hatte, dann fällt mir das Einschlafen auch schwer. Kann mir gut vorstellen, dass das bei quirligen Kindern noch viel intensiver ist 😀
    Liebe Grüße
    Silvia

  9. Bei uns ist Schlafen nie ein großes Thema gewesen – vielleicht auch weil wir keines daraus machen ;-). Wir haben Einschlafrituale seit die Kinder auf der Welt sind und die Bedürfnisse beider Kinder werden berücksichtigt. Mal braucht eines der beiden mehr Kuscheleinheiten, dann möchte eines der beiden mehr reden und erzählen. Es ist einfach für alle Raum und Zeit. Auch das Licht wird öfter mal angelassen … wie gesagt bei uns läuft das seit der Geburt sehr entspannt ab.

    lg
    Verena

  10. Liebe Wioleta,

    deine Tipps finde ich großartig. Wir halten es noch heute so, dass das Kind gerne zu uns Bett kommen darf, wenn es dies braucht. Die Nacht bleibt auch grundsätzlich die Tür auf und wir haben auch ein Nachtlicht. Es geht nach einer Weile aus, aber bei einer Bewegung geht es wieder an. Das klappt super.

    Liebe Grüße und erholsame Nächte für euch,
    Mo

  11. Habe ich zwar noch keine Erfahrung mit, später wird dein Artikel aber sicher sehr hilfreich sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr nervenzährend sein kann, wenn das eigene Kind nicht schläft.

  12. Lieben Dank für die vielen Tipps. 🙂 Ich habe (noch) keine Kinder, hab den Beitrag aber dennoch nützlich gefunden – ich muss aber sagen, dass man den ein’ oder anderen Trick auch auf Erwachsene umlegen kann. Ich merke beispielsweise immer wieder, wie gut mir ein geregelter (Tages-)ablauf tut – man fühlt sich einfach rundum wohler wenn alles seinen gewohnten Lauf nimmt.

    Liebe Grüße,
    Sigrid

    1. Ganz gleich ob Kind oder Erwachsener, wir sind alle Menschen mit dem Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit 🙂 nur bei den Kindern wird das so oft als verwöhnen abgestempelt, wenn man genau diese Bedürfnisse erfüllt

  13. Meine Tochter hat zum Einschlafen immer ein Hörbuch und ein gedimmtes Licht an. Wir haben zusätzlich an Ihrem Kopfende noch ein Luftbefeuchter. Wenn wir ins Bett gehen, dann ist im Zimmer nur noch ein Nachtlich, welches auch recht hell ist an. Damit fahren wir seit Jahren ganz gut

    1. Den Fehler habe ich mal gemacht 🙂 am Anfang hat es gut geklappt. Dann hat sie die Geschichten immer zu Ende hören wollen. Und so began das Theater erst um 21 Uhr

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