Meine erste (schlechte) Erfahrung mit Home Office

Nicht lange nach meiner Übernahme nach der Ausbildung war es soweit: unsere Kleine wird krank und ich finde absolut niemanden, der sich um sie kümmert. Natürlich fällt das ganze Mal wieder auf die Mama zurück. Da meine Kollegin zu diesem Zeitpunkt ebenfalls krank war, konnte ich aber nicht wirklich weg bleiben. Also blieb mir nur eine Lösung: ich arbeitete von Zuhause aus, während meine Tochter krank daheim war. An sich zunächst eine schöne Vorstellung. Da ich mir bewusst war, dass mit einem fiebernden Kind nicht wirklich viel anzufangen war und sie weder Lust auf einen Spielplatzbesuch noch auf längere Beschäftigungen hatte, spielte sich in meiner Vorstellung ab, wie sie vor dem Fernseher sitzt und Filme schaut, einen Mittagschlaf macht und irgendwann mittags Papa nach Hause kommt und übernimmt.

Von dem ganzen hat im Endeffekt nur geklappt, dass Papa mittags daheim war.

Es hat alles schon ganz falsch angefangen. Da ich wusste, dass mir die Zeit, die ich zum Schminken und für die Hinfahrt brauche, entfällt, habe ich völlig optimistisch meinen Wecker eine halbe Stunde später gestellt. Da mein innerer Wecker sich jedoch, nachdem ich um 5:40 nicht aus dem Schlaf gerissen wurde, fälschlicherweise an Wochenende eingestellt hat, wollte das Wachwerden nicht wirklich klappen (zumal ich ein totaler Morgenmuffel bin).

Das gleiche dachte sich meine Kleine auch, denn auch sie ist einfach nicht aufgestanden. Nachdem ich zumindest in Ruhe meinen Kaffee genießen konnte, ist mein Mann gegangen und ich saß mit einem halbschlafenden Kind am Küchentisch obwohl bereits 7:00Uhr war und ich langsam einstempeln musste, damit ich auch pünktlich Feierabend machen konnte.

Also habe ich sie schon mal alleine sitzen lassen müssen.

Auch das Anziehen hat mir alles durcheinander gebracht. Da ich mein Geschäftstelefon auf meines daheim umgestellt hatte, rannte ich den halben Morgen zwischen Bad und Esstisch hin und her. Gefrühstückt haben wir beide unser Müsli vor meinem Laptop (mehr oder weniger, da sie aufgrund des Fiebers einfach keinen Appetit hatte) und in meiner Frühstückspause war gerade die Waschmaschine fertig, sodass ich diese zum Aufhängen genutzt habe (total effektiv wirklich, aber ich brauche meine Pause einfach nur zum Kopf ausmachen). Danach habe ich ihr ihre Serie angemacht und mit Mia & Me im Hintergrund Telefoniert, Mails beantwortet und Termine erstellt. Naja zumindest geht die Zeit anders rum, wenn man alle 20 Minuten zum Fernseher läuft und die nächste Folge anmacht.

Kurz vor dem Mittag, als ich endlich etwas in meiner Arbeit versinken konnte, fiel ihr ein, dass sie doch noch Appetit bekommen hat. Also rannte ich wieder zwischen Laptop und Küche und machte ihr Nudeln warm.

Erst mittags, als mein Mann nach Hause kam, konnte ich tatsächlich so viel arbeiten, dass ich das Gefühl hatte, etwas vom Schreibtisch weg zu haben. Obwohl er letztendlich in ihrem Zimmer eingeschlafen war, während sie endlich etwas Motivation fand zu spielen.

Was ich letztendlich damit sagen will, ist dass mein erster Versuch, von Zuhause aus zu arbeiten total schief gelaufen ist. Ich fand nicht einmal unbedingt, dass sie es war, die mich gestört hat. Aber ich habe zuhause einfach keinen Bezug zur Arbeit. Weil ich glücklicherweise zu den Menschen gehöre, die Beruf und Privates trennen und nicht daheim noch stundenlang über den schlechten Arbeitstag brüten.

Und aus dem Grund hat für mich der Fakt, dass meine Arbeit nun zuhause auf dem Tisch lag, einfach nicht in mein Leben gepasst. Ich habe diese Erfahrung dennoch gerne gemacht und bin froh, dass ich in meinem Beruf auf diese Variante zurückgreifen konnte. Dennoch weiß ich jetzt, dass mein Plan, später mehrere Stunden die Woche zuhause zu arbeiten, nicht aufgehen wird.

Habt ihr schon Erfahrungen gemacht? Vielleicht auch schlechte, die sich zum Guten gewendet haben? Dann teilt sie gerne mit mir!

4 Replies to “Meine erste (schlechte) Erfahrung mit Home Office”

  1. Also bei mir MUSS es einfach in solchen Situationen passen. Eine andere Option habe ich dann nicht, als all meine Dinge fürs Büro zu erledigen. Da laufe ich dann auch nicht herum und erledige Dinge im Haushalt. Mails und Konzepte bekomme ich auch hin wenn ich neben meinem kranken Kind sitze … nur bei Kundentelefonaten habe ich geschaut dass die Kleinen alles haben und habe mich hinauf ins Büro verdrückt. Wie gesagt, wenn man keine andere Option hat, klappt es auch :-).

    lg
    Verena

    1. Liebe Tina,
      Ja zum Glück habe ich seitdem noch ein paar mal zuhause gearbeitet und da lief es viel besser! Mit Kind ist es jedoch wirklich nicht immer einfach, weil das denen schwer zu erkläre ist, wieso ich den ganzen Nachmittag am Laptop sitze und eigentlich doch nicht richtig da bin ?‍♀️

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