Homelearning mit Grundschülern

Irgendwie war es ja ab zu sehen, dass nach Italien und Österreich nun auch in Deutschland die Schulen geschlossen sind. Das trifft uns somit nicht ganz überraschend, bringt uns aber vor eine ganz neue Herausforderung. Denn trotz des Begriffs „Corona Ferien“, der hier ziemlich oft fällt, sind es nun einmal keine Ferien. Den Schulstoff eignen sich die Kinder beim Homelearning selbst an. Deshalb habe ich euch Tipps zusammen gestellt, wie Du Deinen Grundschüler zuhause unterrichten kannst und die Motivation hoch hälst.

Auf der einen Seite bin ich sehr froh, dass Mia noch in der Grundschule ist und der Schulstoff nicht sehr anspruchsvoll ist. Denn ich schätze mal, ab einer gewissen Stufe wäre es sehr schwierig gewesen, sie beim Lernen zu unterstützen. Andererseits brauchen in meinen Augen besonders Schulanfänger noch eine Lehrerin an ihrer Seite. Das selbstständige Lernen muss noch trainiert werden, sie hat sehr viele Fragen und die Ausdauer beim Lernen alleine zuhause ist nicht immer die größte.

Ein Tagesplan

Glücklicherweise haben wir von der Schule einen genauen Wochenplan erhalten, welche Aufgaben an welchem Tag erledigt werden sollen. Dieser ist bei und sehr großzügig geplant und von der Menge her wirklich ok. Doch wie genau gestalten wir unseren Tag, um die Aufgaben wirklich sinnvoll auf zu teilen?

Morgens

Wir haben uns dafür entschieden, nicht mit dem Wecker auf zu stehen und zumindest diesen Vorteil der Krise aus zu schöpfen. Jedoch sind wir auch Frühaufsteher und die Kinder haben bisher nicht ein einziges Mal bis 7 Uhr geschlafen. Daher sind wir ziemlich zeitig wach. Ich persönlich würde dennoch empfehlen, nicht zu lange liegen zu bleiben, damit eine Aufteilung der Aufgaben möglich ist.

Erst nach einem gemütlichen Frühstück und wenn alle angezogen sind, geht es gegen 9 Uhr los: Mia startet mit ihrem Homelearning. Vormittags versuchen wir immer die Hälfte der Aufgaben zu erledigen.

Besonders bei Grundschulkindern müssen rechtzeitig kleine Pausen eingelegt werden. Dazu später mehr.

Am späten Vormitag gehen wir eine Weile nach Draußen (das Wetter ist da zum Glück auf unserer Seite). Zumindest solange wir noch raus dürfen, nutzen wir die Gelegenheit. Außerdem haben wir einen kleinen Garten, auf den wir zurück weichen. Spielplätze und co meiden wir freiwillig, damit dieser Spuk so schnell wie möglich ein Ende findet (mittlerweile sind diese aber offiziell gesperrt).

Mittags

Um die Mittagszeit herum gehen wir wieder nach oben. Ich lege dann die Kleine hin und Mia hat mehr Ruhe und kann sich dann besser auf ihre Aufgaben konzentrieren. In dieser Zeit arbeitet sie nochmal einen großen Teil weg.

Nachmittags

Nachdem Lea ihren Mittagschlaf beendet hat, essen wir zu Mittag und die Kinder spielen noch ein wenig. Danach erledigt Mia den Rest ihrer Aufgaben.

Nicht zu vergessen sind Leseaufgaben, denn auch in dieser Zeit soll sie weiterhin täglich vorlesen (zum Glück macht sie das hin wie her gerne)

Entscheidend sind die Pausen

Die Pausen gestalte ich anders, als sie in der Schule sind. Denn zwar gibt es dort nach 45 Minuten kurze Pausen und alle zwei Stunden lange Pause, jedoch lernen die Kinder nicht eine Schulstunde konzentriert durch. Das können sie in dem Alter auch noch gar nicht.

Wir legen daher nach jeder Aufgabe eine kruze Pause ein. In dieser trinkt sie, nascht eine Kleinigkeit und beschäftigt sich mit etwas anderen. Nach wenigen Minuten kehrt sie an ihren Arbeitsplatz zurück.

Nach jedem Fach machen wir eine größere Pause:

  • wir gehen raus in den Garten
  • Wir essen zu Mittag
  • Die Kinder spielen zusammen, toben sich aus
  • Wir öffnen die Fenster und lassen frische Luft herein

Euch fallen sicher noch viele andere Möglichkeiten ein, was ihr so unternehmen könnt 🙂

Der richtige Arbeitsplatz fürs Homelearning

Sicherlich hat Dein Kind einen Arbeitsplatz, an dem es immer seine Hausaufgaben erledigt. Das ist auch wichtig und richtig, einen Rückzugsort zu haben. Beim Homelearning müsst ihr allerdings abwiegen, ob sich dieser Platz gut eignet.

Ich habe meine Tochter ganz bewusst ins Wohnzimmer umgesiedelt. Wie oben schon erwähnt, ist es nicht immer einfach Grundschulkinder zu motivieren. Ich muss stets dabei sein, schauen, ob sie wirklich arbeitet oder in ihrem Zimmer heimlich spielt und sie vor allem unterstützen. Ich kann leider keine Lehrerin ersetzen, aber ich versuche ihr alles bestmöglich zu erklären.

Motivation

Das Gute an Grundschülern ist, dass ihre Motivation noch relativ hoch ist im Vergleich zu älteren Schülern. Dennoch versuche ich den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten, um die Motivation bei zu behalten:

  • Halte den Unterricht abwechslungsreich. Wir schieben zwischen Deutsch und Mathe eher Kunst oder Musik dazwischen.
  • Beim Ausmalen kannst Du deinem Kind eine Fanstasiegeschichte vorlesen. Das hat früher unser Kustlehrer auf dem Gymnasium immer gemacht und ich habe es einfach geliebt! Dazu eignen sich super Geschichten vom Blog: elkeskindergeschichten.de
  • Neben dem Ausfüllen etlicher Arbeitsblätter können Kinder auch ganz easy online lernen. Hierzu kannst Du Videos auf Youtube nutzen (zum Beispiel Die Sendung mit dem Elefanten). Suche doch einfach passende Videos zum aktuellen Unterrichtsstoff
  • Auch auf der App der Maus gibt es tolles Lernmaterial!

Wie klappt das Homelearning bei euch? Hast Du weitere Tipps, wie der Unterricht zuhause gut klappt?

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4 Antworten auf „Homelearning mit Grundschülern“

  1. Ein super aktuelles und wichtiges Thema, das so viele betrifft. Ich habe keine eigenen Kinder, aber sah mich vor dem Problem auch, als vor anderthalb Wochen in Kenia die Schulen geschlossen wurden und wir alle rund 110 Kinder im Waisenhaus hatten. Es war unmöglich, die nötige Ruhe zu finden, aber wir haben es immer mal wieder geschafft, einzelne (schwächere) Schüler herauszunehmen und gezielt und alleine mit ihnen zu üben. Den Hinweis mit den Pausen bei dir finde ich super.

  2. Als Pädagogin muss ich sagen, Hut ab vor der Leistung der Eltern, die gerade das Lernen mit den Kids übernehmen.
    Struktur und Pausen sind wichtig. Was ich aber an der Situation auch wirklich gut finde ist, dass die Kinder nun in ihrem eigenem Tempo und zu ihrer bevorzugten Tageszeit lernen können.
    In jeder Herausforderung liegt auch eine Chance!
    Stay healthy!
    LG
    Carina

  3. Liebe Wioleta,

    dein Artikel kommt wie gerufen für mich. Momentan habe ich echte Schwierigkeiten das Homelearning bei uns umzusetzen. Das liegt gar nicht so sehr an der Motivation des Kindes, sondern daran, dass ich nebenbei auch meinen Job erledigen muss. Dabei muss ich mich sehr konzentrieren und schaffe es einfach nicht beides gleichzeitig zu erledigen.
    Wir haben leider keinen Aufgabenplan bekommen. Alle Unterlagen, die die Kinder bearbeiten soll, haben sie lediglich mitbekommen. Ich setzte jetzt auf die Wochenenden und übernächste Woche auf meinen Urlaub.
    Deine Tipps werde ich aber ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Mo

  4. Danke für Deine tollen Tipps, ich habe ja nun auch welche auf meinem Blog, denn das Thema betrifft derzeit jeden mit Schulkindern. Garnicht so einfach, das zu organisieren.

    Lieben Gruß, Bea.

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