Heiratet doch wie ihr wollt – eine Heirat mit ausländischen Dokumenten

In den letzten Wochen bin ich über eine wundervolle Blogparade gestolpert! Am Blog der “Traumerfüllerin“, die über Hochzeiten berät und Reden erstellt, haben nun andere Blogger die Chance erhalten, über ihre eigene Hochzeit zu berichten! Unter dem Motto “Heiratet doch wie ihr wollt” möchte ich euch an dieser Stelle auch von unserer Hochzeit erzählen, die, wie alles andere bei uns auch, nicht ohne Umwege funktioniert hat… Aber wenn es einfach ist, dann wären es wohl nicht wir 😉

Ehefähigkeitsbescheinigung… äh was?

Unseren ersten Versuch zu heiraten haben wir schon 2013 gestartet, bevor Mia geboren wurde. Jung, frisch verliebt und beflügelt von meinen Schwangerschaftshormonen haben wir einen Termin beim Standesamt gemacht, um uns über die notwenidigen Dokumente zu informieren. Dass genau diese uns die Heirat verhindern würden, wussten wir in diesem Augenblick noch nicht! Zuerst mussten wir beide (er aus Kasachstan und ich aus Polen stammend) unsere Geburtsurkunden ins Deutsche übersetzen lassen, da die Übersetzung, die wir besessen haben, zu alt war. Zum Glück haben wir in der Gegend ein gutes Übersetzungsbüro, welches auch diese Sprachen führt. Gefühlte Wochen später hatten wir die Dokumente zusammen und wurden aufgefordert, eine Ehefähigkeitsbescheinigung von mir zu holen, da ich zu diesem Zeitpunkt noch die polnische Staatsbürgerschaft hatte.

Da das polnische Konsulat in Stuttgart zwei Jahre vorher geschlossen hatte, mussten wir die 300 km Fahrt nach München auf uns nehmen. Dort bekam ich das besagte Dokument, welches nachweist, dass ich im Ausland nicht verheiratet bin, da dies in Deutschland nicht registriert wäre. Das Problem:

  • Dieses Dokument ist nur für 3 Monate gültig
  • Es wird natürlich auf Polnisch erstellt und muss erneut übersetzt werden
  • Es wird vom Ausländeramt in Stuttgart nochmals geprüft

Da wir super viel Unglück hatten, war nicht nur in unserem Standesamt Urlaubszeit, sondern auch im Ausländeramt in Stuttgart. Die Ämter haben es somit nicht geschafft, meine Dokumente in den vorgegebenen 3 Monaten zu prüfen und wir konnten nicht heiraten!

“Es wäre einfacher mit einer deutschen Staatsbürgerschaft”

Dieser Satz war natürlich logisch. Also habe ich mir einen Termin beim Einwohneramt bei uns im Ort gemacht, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Das Problem: meine Schwangerschaft. Da ich zu dem Zeitpunkt kurz vor dem Mutterschutz war, hatte ich kein “festes Einkommen”, welches man für die Beantragung der Bürgerschaft nachweisen muss. Wir wurden also mit den Worten “Es wäre einfacher, wenn Sie verheiratet wären” wieder nach Hause geschickt, da das Einkommen meines Ehepartners angerechnet werden konnte…

Hochzeit mit Turbo-Planung

Über ein Jahr später haben wir den zweiten Versuch gewagt, sind erneut nach München gefahren, haben die teuren Dokumente geholt und übersetzen lassen. Die Hochzeit haben wir sehr knapp Ende August angesetzt. Da wir nicht wussten, ob es diesmal gut geht, haben wir nur eine kleine standesamtliche Trauung geplant, 20 Personen in ein Restaurant eingeladen und gebangt…

Und tatsächlich haben wir eine Woche vor dem Termin das ok vom Standesamt bekommen, dass wir heiraten können!

Da es in dieser Zeit unmöglich war, irgend etwas auf die Beine zu stellen, haben wir also in einem kleinen Rahmen gefeiert.

War das alles?

Definitiv nicht! Nach unserer kleinen Hochzeit waren wir auf einige Große eingeladen. Ich habe jedes Mal eine Wehmut verspürt, dass mir viele dieser Augenblicke nicht gegönnt waren. Daher haben wir beschlossen nächstes Jahr, wenn unser Hochzeitstag auf einen Samstag fällt, das ganze nochmal pompös nachzuholen. Dann werden wir 6 Jahre verheiratet sein. Und ich habe definitiv etwas, worauf ich mich freuen kann!

Wie war es bei euch? Habt ihr groß oder klein geheiratet? Lief bei euch alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?


5 Antworten auf „Heiratet doch wie ihr wollt – eine Heirat mit ausländischen Dokumenten“

  1. Ach, das finde ich wirklich super von euch, dass nachzuholen und ehrlich gesagt finde ich das nach so einer Zeit viel romantischer. Warum sollt ihr auch ganz darauf verzichten nur weil damals so vieles nicht geklappt hat.

  2. Liebe Wioleta,

    Ich bin nicht verheiratet und werde das wohl auch nicht mehr nachholen … deinen Beitrag habe ich dennoch gerne gelesen. Ich finde diesen Tag sollte jeder nach seinen Wünschen gestalten. Ich würde definitiv irgendwo am Strand im kleinen Kreis heiraten und mich von all diesen komischen Hochzeitszwängen befreien.

    lg
    Verena

  3. Das Thema Heiraten, in manchen Ländern hochkompliziert wo anders einfach und easy! Ich bin bisher noch nicht verheiratet, war schon auf vielen Hochzeiten und das ein oder andere Mal Trauzeuge! Danke für den lesenswerten Artikel!

  4. Oh Wioleta! Da hast ein tolles Thema aufgegriffen 🙂
    Mein Mann ist aus Indien, es war auch nicht einfach.
    Wir haben standesamtlich am 10.02.2010 in Belize geheiratet, das war super einfach. Reisepass – mehr wollte man nicht wissen…

    Aber dies in Deutschland anerkennen zu lassen? Der reinste Horror. Ein Bekannter musste uns in Belize eine Apostile von der Geburtsurkunde besorgen, mein Mann benötigte in Indien eine Ehefähigkeitsurkunde und noch paar andere Sachen, und und und… Solange das nicht durch war, durfte er auch nicht einreisen.
    Kirchlich wollten wir im Sommer heiraten, Termin hatten wir auf den 10.7. 10 gesetzt, und am 1.7. durfte er einreisen… puh… das war was!

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