Hausaufgaben erfolgreich begleiten

Seit fast vier Wochen geht meine große Tochter nun schon zur Schule. Und schon ab dem ersten Tag an, hatten wir ein großes Thema: die Hausaufgaben. Die Freitage ausgenommen bekommt sie nämlich jeden Tag in jedem Fach etwas auf – und meiner Meinung nach sogar nicht wenig. Wie ich als Mutter die Hausaufgaben meiner Tochter begleite und sie dabei motiviere, möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen.

Sogesehen habe ich großes Glück, denn den Schulstart meiner großen Tochter kann ich voll und ganz begleiten, während ich mit der kleinen noch in Elternzeit bin. Und um diese Zeit bin ich wirklich froh! Denn besonders aller Anfang ist schwer und ich merke, dass sie hier und da noch einige Hilfestellungen braucht. Denn im Gegensatz zur Mama ist die große Tochter eine kleine Chaotin 😉 Wir haben in so kurzer Zeit schon eine feste Routine aufbauen können, die mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Schließlich wissen wir alle, dass Kinder Routine und Beständigkeit brauchen. Hier sind sie also, unsere 5 Tipps, wie die Sache mit den Hausaufgaben super klappt!

Vorbereitung ist alles

Zur Einschulung haben wir der großen einen tollen Schreibtisch gekauft. So einen mit Höhenverstellung und schräger Arbeitsplatte, mit allem Drum und Dran. Doch die kleine Chaos Queen, die übrigens gerne mal mit 10 Dingen gleichzeitig spielt, hat ein Händchen dafür, diesen ziemlich schnell mit allen möglichen Sachen voll zu packen. Allerdings ist Aufräumen so gar nicht ihrs und müsste sie diesen nach der Schule erstmal noch sauber machen, wäre die ganze Laune und vor allem Motivation dahin! Deshalb haben wir zeitnah eingeführt, dass ihr Schreibtisch jeden Abend bevor sie ins Bett geht aufgeräumt wird! Den Stress haben wir dann nicht schon Mittags und sie könnte jederzeit direkt loslegen…

Hausaufgaben zeitnah erledigen

Ihr kennt es sicher auch: die Kinder heutzutage haben ziemlich viele Hobbys! Wir haben in der Woche ganze drei Abende, die für ihren Sport draufgehen: zwei Mal Kickboxen und ein Mal Schwimmkurs. Auch mit Freundinnen möchte sie gerne Zeit verbringen, was meist auf die beiden anderen Tage fällt. Damit sie also nicht Abends nach dem Sport noch in Stress gerät und die Hausaufgaben gehetzt schreiben muss, bevor es ins Bett geht, schaue ich täglich, dass sie diese Zeitnah am Mittag erledigt. Dann hat sie nicht nur eine größere Zeitspanne und kann sich dabei Zeit lassen, sie hat sie vor allem dann ziemlich schnell hinter sich.

Eine kleine Pause darf gerne sein

Jedoch, um den zweiten Punkt schon zu widersprechen, brauchen die Kinder nach der Schule noch eine kurze Pause. Ich lege ihr immer ans Herz, sich nicht direkt nach Schulschluss dran zu setzen, damit ihr Kopf von allem gelernten erstmal frei wird. In dieser Zeit spielt sie meist mit ihrer Schwester, solange ich das Mittagessen vorbereite. Erst nachdem wir gegessen haben und ich die Kleine zum zweiten Tagesschläfchen hinlege, beginnt sie damit, ihre Aufgaben zu machen.

Zeige Interesse, biete Hilfestellung

Doch zuvor frage ich sie, was sie in der Schule gemacht haben und was sie auf hat. Bevor meine Tochter mit ihren Hausaufgaben beginnt, zeigt sie mir die Arbeitsblätter und wir schauen uns gemeinsam an, was zu tun ist. Indem sie es mir erklärt, sehe ich nicht nur, ob sie es verstanden hat. Das Wiedergeben von Wissen ist eine gute Möglichkeit, dieses besser im Langzeitgedächtnis ab zu speichern.

Nachdem sie ihre Hausaufgaben fertig hat, sehen wir sie uns nochmal genau an. So kann ich schnell erkennen, ob sie sauber gearbeitet hat oder die Buchstaben, die sie lernen hinschmiert. Besonders bei Mathe hat sie hier und da ein paar Fragen zur Vorgehensweise und wir erarbeiten uns die Lösung gemeinsam.

Ich bin der Meinung, dass viele Misserfolge die Motivation senken. Dadurch, dass wir uns gemeinsam durch ihre Problemthemen erarbeiten, lernt sie nicht nur, eine Lösung zu finden, sondern hat mehr Erfolgsmomente. Und diese sind in der Schulzeit total wichtig, damit die Hausaufgaben nicht später zur Last werden, die die Kinder nicht mehr stemmen möchten. Solange sie mit Spaß dabei bleibt, sinkt die Gefahr auf einen Hausaufgabenverweigerer.

Dadurch, dass ich immer die große Schwester war, wurde von mir immer viel Selbstständigkeit erwartet. Das ist im großen und ganzen auch gut so, schließlich möchten wir unsere Kinder zu starken und selbstständigen Erwachsenen aufziehen. Allerdings hatte ich als Kind noch nicht das Verantwortungsbewusstsein, das ich vielleicht hätte haben sollen. Hausaufgaben habe ich daher oft gar nicht gemacht oder abgeschrieben. Es folgten Anrufe zuhause und Briefe von den Lehrern, meine Noten wurden besonders auf dem Gymnasium immer schlechter und schlussendlich blieb ich sitzen und schmiss mein Abi. Ich meine klar, wir reden hier von der ersten Klasse, aber diese ist bereits ein wichtiger Baustein für den weiteren Schulweg, nicht wahr? Daher werde ich mir immer Zeit für die Schulsachen meiner Töchter nehmen!

Schaffe eine ruhige und konzentrierte Umgebung

Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt ist in meinen Augen Ruhe im Kinderzimmer. Geschweige denn der Fakt, dass die Hausaufgaben überhaupt im Kinderzimmer und nicht etwa nebenbei auf dem Sofa abgearbeitet werden.

Bereits in der ersten Woche setzte sich das Mädel hin und schaltete sich zum Hausi machen direkt das Radio an. Anstatt zu schreiben, saß sie an ihrem Tisch, sang und kritzelte herum. Glücklicherweise hat sie meine Forderung, dass das Radio während der Hausaufgaben aus bleibt, gleich akzeptiert.

Auch der Aufbau des Schreibtisches ist enorm wichtig. Je mehr ablenkende Dinge um diesen herum stehen, desto mehr schweifen die Kinder ab. Und Konzentration war bei uns schon immer ein sehr großes Thema. Deshalb möchte ich nochmal auf den ersten Punkt verweisen und Dir nahe legen, den Arbeitsort gut vorzubereiten und alle ablenkenden Dinge bereits vorher zu entfernen.

Das waren sie, meine Tipps für erfolgreiche Hausaufgaben bei Erstklässlern und darüber hinaus 🙂 Hilfst Du Deinen Kindern bei den Hausaufgaben? Wie klappt es bei euch? Erzähle mir davon doch in den Kommentaren 🙂

8 Antworten auf „Hausaufgaben erfolgreich begleiten“

  1. Liebe Wioleta,

    Hausaufgaben macht mein Kind im Hort, weil es beruflich anders bei uns nicht geht und es hinterher einfach zu spät wäre. Aber wir schauen uns die Aufgaben trotzdem noch einmal gemeinsam an und verbessern, was verbessert werden muss.
    Schwierige Hausaufgaben bringt mein Kind aber oft nach Hause, weil es zu Hause einfach ruhiger ist.
    Wir machen das jetzt schon im dritten Jahr und deine Tipps finde ich gut.

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Das sind sehr gute Tipps, leider verstehen einige Mütter unter Unterstützung nur Nachhilfe, professionelle Hausaufgabenbetreuung und so was, Ruhe zuhören, helfend eingreifen und Vertrauen schaffen ist so wichtig und schafft die Basis für die Zukunft.

    LG Manja

  3. Ein wichtiger Beitrag, liebe Wioleta. Leider sehe ich immer wieder, dass viele Kinder vollkommen überbetreut sind. Da macht dann eher die Mutter die Hausaufgaben und nicht das Kind. Ein vernünftiges Maß zu finden ist so wichtig.
    Alles Liebe
    Annette

  4. Ich finde deine Tipps äußerst sinnvoll! Als Lehrerin bin ich ja genau auf der anderen Seite und ich freue mich immer, wenn Eltern ihre Kinder so gut es geht unterstützen. Ich meine, dass die meisten Kinder diese Hilfe brauchen und auf lange Sicht viel selbständiger und erfolgreicher arbeiten.
    Liebe Grüße Jana

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