Familien – der Corona Sündenbock?

Die letzten 10 Wochen habe ich mich hier am Blog ganz schön zurück gehalten. Nicht umsonst, denn schließlich war einiges los, das unser aller Alltag ziemlich umgekrempelt hat. Besonders Familien mussten ganz schön einstecken: denn die Schulen und Kindergärten blieben geschlossen, Spielplätze und sonstige Freizeitaktivitäten waren ebenfalls verboten und bestmöglich sollten sich die Kinder auch nicht mit Verwandten treffen. Alles natürlich zu unserer aller Sicherheit, da die bösen Bazillenschleudern schließlich alles mit nach Hause schleppen – soweit so gut.

Aber sind Kinder denn wirklich der Corona Sündenbock?

Glücklicherweise gibt es nun einige Unikliniken, die Studien zu allen möglichen Lebensbereichen durchführen, somit auch zur aktuellen Corona Situation. Und so wurden 2500 Familien überprüft und die Wissenschaftler stellen ein sehr interessantes Ergebnis auf: Kinder stecken sich in den meisten Fällen nicht an Corona an und sind wohl doh nicht der Träger. Viel eher war es sogar so, dass sich die Kinder meist nicht einmal an ihren erkranken Eltern angesteckt hätten.

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Der liebe Herr Kretschmann hat somit in seiner gestrigen Ansprache gesagt, dass Kinder nun also doch nicht das Problem seien. Doch wieso hat sich nach dieser Aussage nichts geändert?

Zurück in die Normalität, aber mit den falschen Mitteln?

Ich musste in letzter Zeit meiner Tochter so oft die Tränen trocknen. Mit ihren 7 Jahren bekommt sie doch einiges mit, was so um sie herum passiert und stellt Fragen. Doch was soll ich als Mama antworten? Wieso öffnen denn die Freizeitparks aber die Schule nicht? Wieso dürfen wir in einem Restaurant sitzen aber es sollen nicht mehr als 5 Kinder sich auf einem Spielplatz aufhalten? Wieso können sich die Eltern in einem Biergarten miteinander treffen, aber Kinder sollen nicht zum spielen kommen? Und wieso dürfen wir bald wieder reisen und in den Urlaub, aber nicht ins örtliche Freibad?

Irgendwie sieht das alles nicht danach aus, als wären unsere Kinder und somit die Familien die nicht die Träger sondern weiterhin die Sündenböcke. Während die Risikogruppe sich fröhlich weiter versammelt, werden Familien weiterhin ausgeschlossen.

Existenzängste der Familien

Vor zwei Wochen durfte die Gastronomie und Friseure wieder öffnen, damit Existenzen nicht bedrohnt sind. Doch was ist eigentlich mit der Existenz derer, die aufgrund der nicht stattfindenden Kinderbetreuung zuhause bleiben müssen? Was ist mit den vielen Eltern, die ihren Job verlieren, weil die Firmen immer mehr Kurzarbeit anmelden und Mitarbeiter kündigen?

Wo ist der Sinn dahinter, uns wieder in den Urlaub zu schicken, wo wir doch alle pleite zuhause sitzen? Ach stimmt, Familien haben ja Zeit, denn die Kindergärten und Schulen werden nun langsam vor den Sommerferien öffnen. Wer weiß, ob der reguläre Betrieb sich bis zu den Sommerferien überhaupt einstellt, bis alle weitere 6 Wochen zuhause bleiben müssen. Zum Glück haben die Firmen aber weiterhin Kurzarbeit, so müssen die Eltern schon keinen unvorhandenen Urlaub verbrauchen.

Falsche Prioritätenverteilung

Was ich gerne verstehen würde, ist, anhand welcher Kriterien der „Weg zurück“ denn überhaupt stattfindet. Und hat es ganz flexibel funktioniert, alles zu schließen, doch es geht nicht den Plan noch einmal ab zu ändern? Nachdem nun der Beweis geliefert wurde, dass Familien nicht die bösen sind und die Risikogruppe auch nicht darstellen, wieso wird an allen weiteren Bereichen weiter gelockert, doch nicht an der Situation in den Familien? Wieso sind die Prioritäten so falsch verteilt?

Mir ist klar, dass es Bundesländer gibt, die schon viel weiter als Baden-Württemberg sind und dass es bei euch schon viel lockerer zugeht. Doch hier ist es wie es ist – und wird wohl auch weiter so bleiben.

6 Antworten auf „Familien – der Corona Sündenbock?“

  1. Ich finde es spannend, diese Ansicht zu lesen, denn ich kann schon gut verstehen, dass deine Tochter das nicht so gut verstehen kann – ist ja auch schwer nachvollziehbar. Bei uns sind Schulen und Freibäder offen und man darf sich auch zum Spielen treffen. Gerade für Kinder ist die Corona-Krise wirklich enorm schlimm, sie brauchen den Kontakt zu anderen so sehr. Ich hoffe, der Spuk ist bald vorbei.

  2. Hallo

    ich sage ja nicht das alles super läuft. Aber ich bin der Meinung das alles zu früh gelockert und geöffnet wurde. Es stecken sich immer mehr an und ich selber möchte nie wieder jemand sehen der weggeschoben wird auf die intensive und dort im schlimsten Fall an die Betmungsgerät angeschlossen wird.
    Aber es gibt auch Fälle wo Kinder sich infizieren und sterben, Sie hätten das nicht lockern dürfen.

    Nur meine Meinug

    LG
    Julia

    1. Ich halte es mit Julia und bin auch nur vorsichtig optimistisch was die Corona Lockerungen angeht. Man kann nur hoffen, dass das gut geht und dass es nicht noch schlimmer kommt,

      Liebe Grüße
      Bettina

  3. Hallöchen,

    ich verstehe auch nicht, wieso das mit den Familien noch nicht gelockerter wurde. Mein kleiner Bruder (5) bekommt so einiges mit auf Kikas eigener Nachrichtenshow (die er abgöttisch liebt) und erzählt mir dann ganz schockiert vom bösen Corona.
    Jetzt hat man schon solche Maßnamen genommen und lockert sie halt wirklich an den falschen Stellen… aber naja… ich bin mal gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.

    LG

    Alisia

  4. Ich bin so entsetzt, über die ganze Corona-Hysterie, dass ich schreien könnte. Meine Mitarbeiterin war mit ihrer Tochter spazieren und ein alter Mann beschimpfte sie. Außerdem fiel der Satz „hallten sie mir ihre Virenschleuder vom Leib“. Unglaublich, oder? Was tun wir den Kindern an? Wacht auf, wir werden manipuliert und nach Strich und Faden verarscht.
    Alles Liebe
    Annette

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