Nur ein Schub! – wie wir entspannt durch die Entwicklungsschübe kommen

Nur ein Schub! – wie wir entspannt durch die Entwicklungsschübe kommen

Jeder fürchtet sie: die Entwicklungsschübe unserer Babys. Denn in dieser Zeit, die ca alle 5 Wochen auftritt, ist unser Baby irgendwie anders als sonst. Die Nächte sind kürzer und auch tagsüber scheint das Baby gar nicht von uns ablassen zu wollen. Wir stecken aktuell im schlimmen Einjahresschub, welcher als längster und „schlimmster“ Schub bekannt ist. In dieser Zeit scheint mein sowieso schon anstrengendes Mädchen noch mehr von mir abzuverlangen als sonst. Mit dem nötigen Wissen kommen wir aber immer recht gut durch diese Zeit. Wie wir das machen, verrate ich Dir in diesem Beitrag.

Es ist nur ein Schub. Oder eine Phase. Egal, was es ist, es geht vorbei!

Wahrscheinlich kennt jede Mama diesen Spruch. Und wenn wir mal ehrlich sind, ist es doch wirklich so: sobald ein Stück Normalität in unseren Babyalltag eingekehrt ist, schmeißt ein Schub wieder alles durcheinander. Unser Schlafrhythmus ist dahin, die Einschlafrituale sowieso und auch im Laufe des Tages ist unser Kind irgendwie anders. Während es gestern noch friedlich selbst gespielt hat, klettert es heute nur an unserem Bein hoch und möchte getragen werden. Für viele ist so ein Schub vor allem eins: eine Ausnahmesituation!

Aber es ist jetzt nicht alles verloren! Du musst nicht befürchten, die nächsten Tage komplett auf Reserve zu laufen und gar nicht mehr klar zu kommen. Denn in diesem Beitrag habe ich für Dich wertvolle Tipps, wie Deine ganze Familie gut durch diese Zeit kommt. Jetzt möchte ich Dich auch gar nicht mehr hinhalten. Hier kommen sie, unsere Tipps:

Das nötige Verständnis

Wenn es Deinem Baby nicht gut zu gehen scheint oder es auf irgendeine Weise „anders“ ist als sonst, hilft es zunächst mal zu wissen, was in ihm eigentlich vorgeht. Was für uns Erwachsene völlig normal ist, all das müssen die Babys zunächst einmal lernen zu begreifen. Denn Plötzlich fangen Neugeborene an, weiter als nur 20 cm ihrer Umgebung zu sehen, was ihnen gewiss am Anfang Angst macht. Oder sie begeifen alltägliche Abläufe, die ihnen zuvor noch ganz fremd waren. Und irgendwann lernen die Babys, dass sie auch eine eigene Meinung und einen Willen haben, dass sie ein eigener Mensch sind. All das kann ziemlich verwirrend sein, findest Du nicht?

Um Dein Baby verständnisvoll und liebevoll durch diese Zeit begleiten zu können, solltest Du zunächst einmal verstehen, was denn überhaupt gerade in diesem kleinen Köpfchen passiert. Glücklicherweise gibt es sogar eine Anleitung darüber! In dem Buch „Oje ich wachse“ werden alle Entwicklungsschübe erklärt und Du bekommst sogar eine übersicht, wann diese normalerweise stattfinden – und wie lange. Cool oder?!

Die richtige Einstellung

Da Du ja jetzt weißt, was mit Deinem Baby los ist, solltest Du dieses Wissen auch anwenden. Schließlich kannst Du nun ganz gezielt auf die aktuellen „Problemfelder“ Deines Babys eingehen und es dabei unterstützen, sie zu erlernen. Mein Baby findet es zum Beispiel total witzig, wenn ich ihm zeige, dass ich diese Dinge ebenfalls kann. Zur Zeit sind bei uns Zunge rausstrecken, bäää machen, wenn etwas eklig ist und den Kopf schütteln total der Renner! Und sie hat viel mehr Freude an diesem neuen Können, wenn sie sieht, dass wir das alle auch beherrschen.

Zusätzlich weißt Du aber auch, dass im Moment ziemlich viel in Deinem Baby vorgeht. Mir hat dieses Wissen immer geholfen, um nicht so genervt auf die Wechsellaunen zu reagieren. Wenn es Dir selbst nicht gut geht, dan verhälst Du Dich sicherlich auch nicht immer vorbildlich, richtig? Dieses Recht solltest Du auch Deinem Baby geben und versuchen, lockerer mit dieser Phase umzugehen.

Passe Dich den neuen Bedürfnissen an

Während oder vielmehr nach einem Schub entwickelt Dein Baby neue Bedürfnisse und schmeißt die alten über Bord. Das passiert so meist von ganz alleine! Um es allen einfacher zu machen, sollten wir Eltern uns an die neuen Bedürfnisse anpassen und nicht Dein Baby in eine Erwartung quetschen, die es gar nicht mehr erfüllen kann.

Ich weiß noch, wie ich mich vor ein paar Monaten aufregte, weil meine Maus noch 4 Schläfchen am Tag gebraucht hat. Das letzte hat sie gegen 18 Uhr eingeschoben und war dafür bis spät in die Nacht wach. Das hat mich lange Zeit sehr aufgeregt und ich habe mit Biegen und Brechen versucht, ihre Schläfchen nach hinten zu schieben, um eines auszulassen. Das Ergebnis war jedoch nur, dass sie total quängelig wurde und schlussendlich doch eingeschlafen ist. Ich war regelrecht verzweifelt und wusste einfach nicht mehr, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte! Keine zwei Wochen später kamen wir in genau so einen Schub, der bei uns alles umgeworfen hat. Und während ich verzweifelt versucht habe, mein Baby zum Schlafen zu bringen und sie sich immer mehr gewährt hat, habe ich richtig Angst bekommen. Wenn sie schließlich jetzt nicht schläft, habe ich später richtig Theater zuhause. Aber es kam nicht so. Denn ihr Körper ist gewachsen und starker geworden und sie hat nur noch zwei Schläfchen gebraucht, von ganz alleine!

Damit möchte ich Dir nahe legen, nicht im (neuen) Rhythmus Deines Babys herumzupfuschen, sondern es nehmen und begrüßen, wie es kommt. Uns Erwachsenen fällt es sicherlich leichter, uns drauf einzustellen, als den Babys, die die Welt doch gar nicht verstehen.

Achtung Clusterzeit!

Ich kann dieses Thema gar nicht oft genug ansprechen, denn leider werden sehr viele stillende Mamas darüber nicht richtig informiert. Die Folge ist Unsicherheit, ob wir denn wirklich genug Milch haben, da unser Baby nur noch an der Brust hängt und nicht satt zu werden scheint. Tatsächlich ist es aber lediglich so, dass Babys, welche sich im Wachstum befinden einerseits mehr Nahrung brauchen, andererseits die größere Menge Milch „vorbestellen“. Duch das Clustern wird unserem Körper das Signal gegeben, dass er mehr Milch produzieren muss. Das geht dann wenige Tage so, bis die neue Menge sich eingestellt hat.

Dieses Clustern habe ich anfangs als „langweilig“ und vor allem anstrengend gesehen. Jeder Schub wurde von zweitägigem Dauergetrinke begleitet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich diesen Zustand akzeptieren konnte und gelernt habe, mich in der Zeit zu beschäftigen. Schließlich bleibt uns ja nicht die große Auswahl. Ich habe angefangen, in der Zeit sehr viel zu lesen. Teils konnte ich sogar ein ganzes Buch in zwei Tagen verschlingen. Wem das Lesen nicht Infrage kommt, der kann auch per Headset Podcasts hören, auch das Zocken an der Playstation und Co hat sich bewährt. Worauf ich verzichte, ist das Fernsehen, da zum einen tagsüber das Programm sich in Grenzen hält und zum anderen ich diese Dauerbeschallung vermeiden wollte. Hin und wieder bin ich dabei sogar eingenickt, wobei wir beim nächsten Punkt wären:

Schlaf nachholen – ganz ohne schlechtes Gewissen

Getriggert durch die Erwartungen unseres Umfelds und der Gesellschaft möchten wir Mütter oft vor allem eins sein: perfekt. Der Haushalt muss stimmen, die Kinder glücklich sein. Dabei bleiben wir selbst oft auf der Strecke. Bei mir hat es lange gedauert, bis ich gelernt habe, den Haushalt einfach sein zu lassen, zumindest in diesen wenigen Tagen des Schubs. Mir war es viel wichtiger, meinen in der Nacht verpassten Schlaf nachzuholen. In so einem Schub kam es gerne mal vor, dass meine Maus nachts zwei Stunden fröhlich durchs Bett geturnt ist. Oder geclustert hat. Für diese Zeit kann ich Dir nur ans Herz legen, los zu lassen und dich wirklich schlafen zu legen, solange das Kleine schläft.

Wie geht ihr mir dieser Ausnahmesituation um? Merkt man bei euch einen großen Unterschied an der Stimmung der Babys? Oder steckt ihr die Schübe einfach weg? Erzählt mir davon in den Kommentaren!

19 Gedanken zu „Nur ein Schub! – wie wir entspannt durch die Entwicklungsschübe kommen

  1. Das kenne ich von meinem Baby gerade sehr gut. Sie schlummert auch gerade selig auf meinem Arm. Alleine liegen ist momentan voll out, dank eines Schubs. Danke für die hilfreichen Tipps!

  2. Huhu,

    ich habe zwar noch keine Kinder, aber von Erzählungen weiß ich das diese Schübe nicht leicht sind, daher finde ich es gut, das du darauf näher eingehst.

    Mit dem schlaf nachholen finde ich ein wichtiger Aspekt!

    LG
    Steffi

  3. Liebe Wioleta,

    oh je, so richtig daran erinnern kann ich mich an diese Entwicklungsschübe nicht mehr. Mir sind irgendwie nur die positiven Eindrücke im Gedächtnis haften geblieben. Habe mich eben hinterfragt, ob mein Kleiner damals auch nach einem Wachstumsschub mehrere Tage hintereinander viel getrunken hat. Aber ich bin mir da echt nicht sicher.
    Mit Ausnahmesituationen bin ich immer so verfahren, dass ich mir notfalls Tipps und Ratschläge von Anderen geholt habe.
    Da hätte ich in dieser Zeit gern so einen umfassenden Artikel wie den deinen gelesen.

    Liebe Grüße,
    Mo

    1. Ich muss sagen, bei meiner großen habe ich diese auch nicht so sehr wahr genommen. Da ist wohl jedes Kind anders und die beiden unterscheiden sich in vielen Dingen

  4. Entwicklungsschübe sind wichtige Zeiten für Kinder, aber auch für uns Erwachsene. Ja wir haben sie auch. Neben den „normalen“ Entwicklungsschüben nehmen leider viele Eltern ihren Kindern die Chance für große Schübe, wenn Sie Kinderkrankheiten zu schnell unterdrückt werden. Wer Kinder hat beobachtet sehr oft, dass sie nach einer durchgemachten Erkrankung gereift sind.
    Alles Liebe
    Annette

  5. Interessant, ich wusste das mit den Schüben gar nicht. Aber ich glaube nicht. dass das Baby Angst hat, wenn es plötzlich etwas sehen kann. Haben Babys eigentlich Wachstumsschmerzen in diesen Schüben?

  6. Ich lese als Bloggerin supergerne auch die Blogs von Anderen. Auch wenn es mal so gar nicht mein Thema ist. Aber dabei lerne ich dazu. Wie in diesem Fall. Ich find’s klasse, dass Du Deine Tipps mit Anderen teilst. Dir und allen Deinen Lesern wünsche ich eine entspannte Zeit!
    LG Renate von http://www.trippics.de

  7. Bei den ersten beiden Schüben war ich echt verzweifelt. Da hab ich mir sub oje ich wachse geholt und die passende App. Seit dem bin ich immer vorgewarnt, wenn der nächste Schub kommt ^^

    Liebe Grüße
    Fio

  8. Ja, ich erinnere mich daran, dass wenn es mir selbst nicht gut ging, ich müde war oder sonst was, dann war ich nicht immer ausgeglichen. Ich habe mir damals auch immer gesagt: Bald ist diese Phase vorbei. Und heute gibt es eigentlich keine Phasen mehr irgendwie, heute sehe ich die Dinge anders. Danke Dir für den Beitrag. LG, Sirit

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