Durch Beliebtheit zum Erfolg

Wir alle kennen diese Menschen: sie sind immer gut gelaunt, sehen meist besser aus als das Durchschnittsvolk und haben diese eine gewisse magische Ausstrahlung, die jeden um sie herum veranlasst sie zu mögen. Jeder unterhält sich gerne mit ihnen und buht gar fast um deren Aufmersamkeit. Und genau die Menschen sind es meist, den alles in die Hände zu fallen scheint: sie haben immer die besten Jobs, fahren die besten Autos und haben die größten Freundeskreise. Dennoch entpuppen sich diese Menschen besonders in der Filmszene meist als die “bösen”, um unser normales Ich voller Neid wieder als etwas besonderes aufzuheben. Aber weshab ist das so? Wieso haben beliebte Menschen die besseren Chancen im Leben und wie stellen sie das an? Was heißt es, ein beliebter Mensch zu sein  und wie kann man das definieren?

Familien-Lieblinge

In der Familie lernen wir alles, was wir später für unser soziales Leben benötigen. Wir lernen es, mit Konflikten mit anderen Personen umzugehen und diese zu lösen, indem wir uns mit unseren Eltern streiten. Und wir lernen es ebenfalls, wie wir unsere persönliche Wirkung dazu einsetzen können, dass andere tun, was wir von ihnen erwarten. Schnell lernen wir dabei, dass es nicht Wut oder Zwang sind, die einen Gefallen an uns auslösen, sondern das richtige Einsetzen von Wort und Körpersprache, welche uns anderen sympatisch wirken lassen. So hat unser Gegenüber das Gefühl, etwas gerne für uns getan zu haben. Wenn unsere Kinder uns ganz freundlich darum bitten und uns um den Finger wickeln, dass wir ihnen eine bestimmte Sache erlauben, dann tun wir das eher, als wenn sie uns anschreien und diese Gunst von uns einklagen. Die immer gut gelaunte Tante, welche stets lacht und gute Stimmung verbreitet wird sehr gerne zu Familienfeiern eingeladen, wohingegen die immer motzende Oma, welche sich bei jeder Gelegenheit beschwert eher gemieden wird. Somit lernen wir hier im ersten Schritt, dass Nettigkeit die Voraussetzung für Beliebtheit ist und uns viele Türen öffnet und Möglichkeiten bieten kann.

Das beliebte Kind

Wenn wir diese Fähigkeit früh erlernt haben, können wir sie bereits im Kindergartenalter anwenden. Und da gab es schon diese wenigen Personen, die sich sofort mit allen Kindern verstanden haben und das ganze Dorf zu einem nach Hause eingeladen war, weil einfach jeder mit diesem beliebten Kind spielen wollte. Freundliche Kinder, welche sich immer für andere einsetzen und auch immer zu anderen Müttern nett sind, werden von anderen eher akzeptiert, als Rabauken, welche immer alles aufwirbeln. Dieses Beliebtsein nehmen die Kinder dann in die Schulzeit mit und führen später ganze Cliquen an. Manche verstehen es bereits ab der Geburt besser, Menschen um den Finger zu wickeln als andere, den diese Gabe (oder diese Tugend) von Zuhause mitgegeben bekommen. Wir empfinden Personen, den von unseren Mitmenschen mehr Zuneigung geschenkt wird, automatisch als würdiger, ihnen auch unsere Zuneigung zu schenken – und das bereits in einem so frühen Alter. Damit will ich nicht direkt sagen, dass Kinder, welche von Anfang an alleine spielen mussten, selbst an ihrem Schicksal schuld sind, sondern dass sie einfach nicht zu den Menschen gehören, die man als Freund empfindet. Auch das hat sehr viel mit der eingenen persönlichen Wirkung zu tun. Und diese ist keineswegs nicht beeinflussbar. Wir müssen unseren Kindern nur mit der Vermittlung der richtigen Werte helfen, diese auszubauen.

Die nette Kollegin

Sie sitzt in jedem Büro und ist dieser helle Mensch, um den alle anderen herumstehen und ihr alles anvertrauen: die Kollegin, die immer zu allen nett und sehr beliebt ist. Sie hat sich auf Arbeit einen großen Freundeskreis erarbeitet und jeder hat stets Verständnis, wenn ihr alles über den Kopf wächst und sie Hilfe benötigt. Jeder hört ihr zu, jeder nimmt ihre Meinung zu allen betrieblichen Themen wahr und sie scheint sich über alle Themen sehr gut auszukennen. Besonders wenn es um vertrauenswürdige Aufgaben geht, gehen wir lieber auf Menschen zu, den wir vetrauen können, weil sie einen bestimmten Ruf haben oder eine besondere Aura ausstrahlen. So wissen wir sicher, dass unser Anliegen zuverlässig erledigt wird. Diese beliebten Menschen erhalten eher solche Aufgaben, da sie im Büro ein bestimmten Ansehen erlangt haben und die Mitarbeiter automatisch an diese Personen denken, wenn sie nach Unterstützung suchen. Da diese Personen zudem bekannter sind, werden die weniger bekannten Mitarbeiter oft vergessen oder gar aus Unwissenheit nicht gefragt. Wie auch, wenn keiner weiß, dass du in dieser Firma arbeitest? Manchmal scheint es, als wäre es nicht nur die fachliche Leistung, die zählt, sondern auch eine gewisse Briese Ausstrahlung, welche dir Vorteile im Beruf sichert. Besonders bei den Vorgesetzten ist die Person immer sehr geschätzt und bekommt als erste die Gelegenheit, sich zu verwirklichen, während der Rest in ihrem Glanz untergeht. Um im Beruf zu punkten, ist es deshalb wichtig, ein geschätzter und beliebter Mitarbeiter zu werden und wir bekommen automatisch mehr Möglichkeiten, unser tatsächliches Können unter Beweis zu stellen.

Die besonders gute Freundin

Ich persönlich habe keinen besonders großen Freundeskreis, weshalb ich tatsächlich nicht zu den besonders guten Freunden gehöre. Denn diese erkennst du daran, dass sie eine Schar an Menschen um sich herum haben, immer mit mindestens 10 Personen unterwegs sind, und andauernd ihre vielen Treffen planen müssen, weil sie ich vor Anfragen gar nicht mehr retten können. Ganz gleich, ob es die eine ist, mit der alle Party machen wollen oder diese eine bestimmte Mama, von der alle ihre Tipps absacken möchten oder einfach nur die, deren Handy ohne Pause durchklingelt. Aber was macht diese eine Freundin denn so besonders, dass alle ausgerechnet mit ihr Zeit verbringen wollen und du immer nur der Trostpreis dafür bist, wenn sie keine Zeit hat? Manchmal ist sie einfach diejenige, die besonders gute Laune verbreitet, von der sich alle anstecken lassen wollen. Andere hingegen wissen immer einen guten Rat, sodass sich alle einfach immer davon berieseln lassen wollen. Im Schlimmsten oder für sie besten Fall, kann sie sogar beides. Und wir normalos werden unsichtbar, wenn sie in unserem Freundeskreis auftaucht.

Die nette Bloggerin

Auch in der Bloggerszene beobachte ich immer öfter, dass es oft nicht nur darum geht, was wir schreiben und ob unsere Themen tatsächlich immer den anderen von Nutzen sind. Oft reicht ein hübsches Foto und eine gute, starke Ausstrahlung, um deine Leser zu verzaubern und sie an dich zu fesseln. Mir fällt spontan eine sehr unfreundliche Bloggerin ein. Sie tut vornherum immer sehr wissend und verständnisvoll und sie hat zu allen Themen eine besnders gute Meinung. Alle finden sie besonders toll, nur mir, dem großen Hasser der Beliebten, fällt ihre hinterhältige und Arrogante Art auf. Aber da sie sehr beliebt ist, liest jeder diese Beiträge und ist nahezu verrückt danach, jeden Tag etwas neues von ihr zu hören. Wer einen beliebten Charakter hat, hat bessere Chancen bekannt zu werden und immer mehr Leser an seine Seite zu ziehen.

 

Doch gehöre auch ich zu den beliebten Menschen?

Diese Frage kann ich mit einem klaren NEIN beantworten. Ich war das Kind, da zuhause immer Ärger bekommen hat. Durch meinen Umzug mit knappen 9 Jahren in ein fremdes Land hatte ich auch nie die Möglichkeit, einen großen Freundeskreis aufzubauen. Und durch meinen Musikgeschmack hatte ich immer einen gewissen eher negativen Ruf. Das änderte sich etwas in der neuen Schule mit 18, als ich ohne Vorurteile neu anfangen konnte. Aus einem Niemand wurde dann die stellvertretende Klassensprecherin. Diese Ruf habe ich mir mit der Zeit hedoch selbst verbaut, als klar wurde, dass ich nicht der beliebte und immer freundliche Mensch war, der ich immer vorgab zu sein. Auch als ich meinen Freundeskreis verlor und einen neuen aufbauen wollte wurde ich nie zu der einen Person, mit der alle plötzlich ihre Zeit verbringen wollten. Erst viel später in meinem neuen Unternehmen began ich, immer gut gelaunt zu strahlen und hatte irgendwann ein gewisses Ansehen. Doch auch hier stehe ich immer im Schatten von anderen Personen, weil meine Persönlichkeit nicht genug schimmert, um da heraus zu kommen. Ich bin auch nicht die traumhafte Partnerin, die sich jeder Mann wünscht und bin nicht die Frau die jeder Mann begehrt.

Wieso schreibe ich also diesen Beitrag?

Als Mensch an der Front ist man zu sehr damit beschäftigt, besonders gut und besonders beliebt zu sein. Als Mensch im Schatten hat man jedoch die Zeit, sich gedanken darum zu machen, weshalb man nicht erfolgreich genug ist. Und in meiner jahrelangen Recherche über mich selbst und den vielen Menschen, die mich in den Schatten stellten, fallen mir stets Namen ein, von Menschen, die immer damals besonders erfolgreich waren. Und der Grund, weshalb sie mir im Gedächtnis geblieben sind, ist genau der: sie waren schön, sie waren beliebt, hatten viele Freunde, waren besonders gut in der Schule und im Beruf. Sie haben sich durch ihr ganzes Dasein so von den anderen abgehoben, dass alle von diesen Personen umgeben sein wollten. Dieses Wissen kann einem von Vorteil sein, sein eigenes Image bewusst aufzupolieren und in dem Fall eher später als früher ebenfalls zu den beliebten und somit erfolgreichen Menschen zu zählen.

11 Replies to “Durch Beliebtheit zum Erfolg”

  1. Hallo :),

    also im Grunde ist es ein Irrglaube, dass Menschen sich nach Beliebtheit sehen meines Achtens, dies ist nur so populär geworden, weil die Menschen sich heutzutage in allen ecken einsam fühlen.. Die Menschen sollten auf einander acht geben und sich nicht ständig ausgrenzen, dann gäbe es das Problem der Beliebtheit auch nicht 🙂 !
    Aber an sich ein super Beitrag !

    Viele liebe Grüße
    Dein Reyfakt vom Blog des Lebens
    https://reyfakt-blog.jimdo.com/

    1. Hallo 🙂

      Das ist tatsächlich ein sehr interessanter Gedanke! Die Macht unserer Gedanken verleitet uns tatsächlich dazu, Dinge in einem Licht zu sehen, in dem sie logischerweise nicht stehen könnten. Jedoch denke ich auch, dass es viel damit auf sich hat, wer wie beliebt ist und wieviel es ihm bringt. Denn ein Eigenbrödler, wie wir Schwaben das sagen, wird nicht gerne in Führungspositionen gesehen und hat auch zB im www kaum Ansehen. Da ist es jedoch Ansichtssache, was man unter beliebt sieht…

  2. Eine sehr interessantes Thema und ein sehr gut geschriebener Beitrag. Ich denke das wir alle in eine gewissen Weise beliebt sein wollen, da fängt es beim Bloggen ja schon an. Dann geht es weiter mit Sozialen Netzwerken, je mehr Likes man hat umso beliebter ist man, denkt man zumindest immer.

    Mir ist es natürlich auch wichtig das mein Blog gerne gelesen wird, würde aber nicht um jeden Preis versuchen absolut Beliebt zu werden, denn ich denke, jeder sollte mich so mögen wie ich bin und wenn das nicht so ist, dann kann ich damit auch leben.

    Ganz viele liebe Grüße Anja

  3. Super interessant. Also ich finde bei manchen Menschen ist es tatsächlich gerechtfertigt, dass sie beliebt sind. Das sind für mich Menschen, die anderen gutes tun, ob es jetzt ist seine Hilfe anzubieten oder mal einen Kuchen zu backen.
    Ich selbst fand beliebte Menschen früher immer naja, absolut kacke. Die haben mich genervt. Mussten nur ein Mal mit der Wimper zucken und schon haben sie das bekommen, was sie wollten.
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

  4. Ich denke Beliebtheit fällt einem nicht zu! Man muss schon einen Grund bieten, beliebt zu sein. Hilfsbereitschaft, Loyalität, Freundlichkeit etc. Dass das erfolgreich macht ist klar! Wer will nicht lieber einen freundlichen Chef?

  5. Liebe Wioleta,

    ein gutes Thema! Wenn man erfolgreich ist, hat man meistens Neider und ist nicht überall beliebt. Mein Mentor hat mir immer gesagt, dass man dieses “beliebt sein wollen” ablegen muss, um erfolgreich zu sein. Männer wollen auch nicht “beliebt” sein, sondern geschätzt werden. Ich mache Führungskräftetrainings und arbeite auch sehr oft an diesen Aspekten.

    mach was sich für dich richtig anfühlt!
    Liebe Grüße
    Verena

  6. Ich denke nicht viel darüber nach wie ich bin und wie ich mich gebe. Für mich ist es wichtig mich selber zu bleiben. Beliebt? Manchmal….und manchmal eben nicht.

    Kann gut damit leben.

    Lieben Gruss
    Cinzia

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