Die große Empörung um die neuen nicht einheitlichen Kita Gebühren

Fast ein Jahr ist es her, als die großen Parteien vorgestellt wurden und wir unsere Regierung in den Bundestag gewählt haben. Bereits damals habe ich einen Beitrag verfasst über das Wahlangebot der großen Parteien,  welche sehr viel für Familien versprochen haben. Nach den Wahlen ist sehr lange nicht viel passiert, außer der großen Skandale. Erst schoss die AfD daneben, dann konnten wir einfach keine Koalition finden und alles drehte sich um die Mögliche GroKo. Nachdem diese Hürde geschafft war, drehte sich der Fokus auf die Flüchtlingssituation und den Skandal um Herrn Seehofer. Aber das wisst ihr ja alles selber. Nun nach fast einem Jahr kamen dann endlich die Änderungen rund um das Familienangebot in Deutschland…

Die Große Verwirrung rund ums Baukindergeld

Bevor die Regierung uns mit den Kita-Gebühren vor die Wand gestoßen hat, gingen mir schon die ewigen Diskussionen rund um das Baukindergeld auf die Nerven. Die Grundidee war, dass jeder Familie, die Eigentum erwerben wollte (egal ob Kauf oder Bau) 12.000 € vom Staat auf den Preis geschenkt werden sollte. So schnell wie diese Idee aufkam, genauso schnell wurde die Euphorie auch wieder gedämpft: denn es sollte narürlich Einschränkungen geben. Ewigkeiten wurde dann disskutert, welchen Familien das Geld überhaupt zustand, wie viele Kinder diese haben mussten und wie sehr die Wohnsituation eingeschränkt werden sollte. Nach gefühlten Monaten scheint es nun offiziell zu sein: das Baukindergeld wurde genehmigt. Yeah

Abschaffung der Kitagebühr – aber wo?

Fast zeitgleich und beinahe ohne irgendeine Vorwarnung wurde dann der nächste Hammer veröffentlicht: in bestimmten Bundesländern sollten die Kitagebühren abgeschafft werden. In manchen ganz, in anderen stundenweise und in manchen  eben gar nicht. Wer wie davon betroffen ist, ist wahnsinnig verwirrend. Bei ZDF habe ich die folgende Grafik gefunden, die ihr bereits aus meiner Facebook Seite kennt:

Quelle: ZDF

Diese Information entfachte im ganzen Netz riesige Diskussionen und Aufregungen. Weshalb sollte dem einen Bundesland eine Gebührenfreiheit erlassen werden, dem anderen jedoch nicht? Wo ist unser einheitliches Deutschland? Weshalb in manchen Ländern nur eine teilweise Minderung? Fragen über Fragen.

Versteht mich nicht falsch, ich freue mich wahnsinnig für alle, die weniger und kaum noch für Kindergärten zahlen müssen. Aber wenn man in einem der sechs Bundesländern sitzt, in den die Gebühren jedes Jahr erhoben werden, fühlt man sich ziemlich vernachlässigt und im Stich gelassen. Zum Beispiel zahlt man in Baden Württemberg für eine Vollzeitbetreuung für unter Dreijährige beinahe 500 €, für über drei Jahre sind es fast 300 €! Wer einen Vollzeitjob hat und etwa 1500 € verdient, macht das ein Drittel des Verdienstes aus. Natürlich sinken die Gebühren pro Kind und mit weniger Stunden, dennoch müssen sich sehr viele Frauen überlegen, ob sie überhaupt arbeiten gehen können. So viel zum Thema “Armes Deutschland” das seit Wochen im TV propagiert wird.

Dennoch hat die Regierung natürlich Gründe, weshalb sie so handelt. Die wichtigsten habe ich euch aufgezählt:

Vorteile der Gebührenabschaffung
  • Auch weniger Verdienende oder Daheimgebliebene können sich nun einen Betreuungsplatz leisten
  • Es wird für viele überhaupt erst möglich, einen Arbeitsplatz anzunehmen
  • Finanzielle Entlastung der Eltern (z.B. in Hessen bis zu 5000 € Ersparnis pro Kind)
Nachteile der Gebührenabschaffung
  • Die Qualität der Betreuung soll gesenkt werden
  • Ein Kindergarten muss mehr Kinder aufnehmen als bisher, Anzahl der Erzieher bleibt gleich
  • Überfüllung der Kindergärten steht bevor, da die Anfrage größer wird
  • Die Finanzierung der Maßnahme ist noch nicht ganz geklärt

Ob diese Situation, wie sie entstanden ist, also gut oder schlecht ist, kann nur nach der eigenen persönlichen Situation beurteilt werden. Ich sehe auch kein Erkennbares Muster bei der Entscheidung, wieso und weshalb ein bestimmtes Bundesland die Gebühren erlassen hat und welches nicht. Die südlichen Länder können zwar mit dem durchschnittlichen Verdienst argumentieren, was auf zB. Sachen, welches zu den neuen Bundesländern und somit zu den schlechter verdienenden gehört (dort ist die Gebühr jedoch nach dem Verdienst gestaffelt). Meiner Meinung nach werden diese Länder den Druck jedoch nicht standhalten können und wie damals mit den Studiengebühren nachziehen. Zumindest hoffe ich dies…

Wie steht ihr zu der Situation mit den Gebühren? Wurde in eurem Bezirk die Gebühr erlassen oder müsst ihr weiterhin zahlen? Habt ihr schon einen Unterschied bemerkt?

11 Replies to “Die große Empörung um die neuen nicht einheitlichen Kita Gebühren”

  1. Hallo,
    ich finde auch es sollte einheitlicher sein. Es ist schon viel Geld, kenne das auch von den Schulbüchern, wohne in einem Bundesland wo wir auch alle selber bezahlen mussten.
    Liebe Grüße Bo

    1. Hallo Bo,
      ja ich bin mal gespannt, was die Schule so mit sich bringt. Zu meiner Schulzeit gab es die Bücher noch zum ausleihen. Ich bin gespannt, wie es jetzt ist

  2. Ich muss ganz ehrlich gestehen dein Beitrag hat mir ein bisschen Angst gemacht.
    Ich bin langsam in einem Alter, in dem ich mit meinem Partner über eine Familiengründung nachdenke.

    Je mahr ich mich aber informiere, desto weniger habe ich Lust Kinder zu bekommen. Und wütend werde ich, weil sich anscheinend kaum einer in der Politik für alleinerziehende Mütter oder Familien interessiert, auch wenn sie es immer behaupten.

    Weil diese Bevölkerungsgruppen nicht mehr so ins Gewicht fallen, wie die Generation Babybommer, die alle schon durch sind mit ihren Kindern.

    Gerade bei KiTas, die gerade für Kinder heutzutage so wichtig sind um soziale Kontakte zu knüpfen.

    Ich kann nur hoffen, dass du recht hast oder der Bund schlussendlich Kindergärten und Schulen auch in seiner Gesetzgebungskompetenz sieht.

    So, jetzt habe ich mich lange ausgelassen, aber das ist einfach ein extrem wichtiges Thema und du hast genau den richtigen Nerv mit deinem Artikel getroffen 😀

    Danke dir dafür, für den tollen Beitrag

    1. Liebe Wiebke,

      das tut mir Leid, dass ich mit diesem Beitrag einen empfindlichen Nerv bei Dir getroffen habe.
      Aber gewisse Themen dürfen wir einfach nicht mehr auf uns sitzen lassen.

      Lass dich von politischen Dingen aber nicht abschrecken, Kinder zu bekommen. Denn trotz dieser ganzen Umstände und dem vielen Geld, das sie uns kosten, sind unsere Kinder für uns unbezahlbar. Ich habe in meinem Leben nie etwas so wertvolles besessen

    1. Liebe Melanie,
      das ist wahr!
      Mir war damals der Drang, arbeiten zu gehen wichtiger als der finanzielle Gewinn. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich dagegen entschieden.

  3. Ich finde es Klasse das sich etwas tut! Hier in Norwegen ist an so etwas gar nicht zu denken, hier wird es immer teurer. Schule ist dann alles kostenlos, aber Kindergarten kostet.
    Ich denke mal auch die anderen Bundesländer werden danachziehen früher oder später.

    LG aus Norwegen
    Ina

  4. Huhu, ich wohne in Dresden (Sachsen) und wir zahlen normal unsere Gebühren für den Kindergarten. Das sind 260 € pro Monat für beide Kinder (3 & 5 Jahre alt). Hinzu kommen noch etwa 120 € Essensgeld (Mittagessen & Vesper).

    Es geht dabei also um ziemlich viel Geld. 260 € im Monat – davon könnte man sich zum Beispiel eine größere Wohnung leisten, vielleicht ein Auto, verschiedene Tanz- und Musikkurse für die Kinder oder vieles andere mehr. Es ist wahnsinnig viel Geld.

    Ganz so einfach ist es aber nicht. Man kann die Kinderbetreuungskosten ja auch von der Steuer absetzen. Man müsste also mal durchrechnen, wie viel man monatlich tatsächlich sparen würde… Auf die Schnelle sagt das Internet nichts dazu.

    1. Klar, lasse ich meine Kosten such von der Steuer absetzen… aber es ist eben nicht sooo viel, was man da raus bekommt. Und ja 260 Euro sind sehr viel Geld, das habe ich ja schon für ein Kind bezahlt. Glücklicherweise sinkt der Beitrag ja pro Kind nochmal

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