Der Einschlaf-Wahnsinn

Der Einschlaf-Wahnsinn

Diesen Beitrag schreibe ich nachdem ich endlich einen Abend vor meinem Laptop sitzen kann ohne alle 2 Minuten gerufen zu werden. Bei uns geht mal wieder der Einschlaf-Wahnsinn los. Und ich denke, dass kaum ein Blogger und kaum eine Ratgeberzeitschrift nicht schon weit und breit dieses Thema erörtert und hilfreiche Tipps durchgegeben hat, die genau ein Mal funktionieren, bevor die Kinder uns durchschauen. Deshalb möchte ich Euch gar keine Tipps aufdrängen. Ich möchte einfach nur mal Dampf ablassen und Euch wissen lassen – wir Eltern sind damit nicht allein.

Dazu muss ich sagen, unsere Tochter war noch nie ein besonders guter Schläfer. Nach ihrer Geburt auf der Intensivstation wurden die Kinder alle drei Stunden zum Essen geweckt. Um 8, um 11, um 2, um 5 usw. Den Schlafrhythmus hat sie sich ganz schnell angewöhnt und natürlich mit nach Hause genommen. Wie oft saß ich nachts da und habe versucht sie wieder zum Einschlafen zu bringen. Und wie oft bin ich um 5 einfach gleich aufgestanden, weil es keinen Sinn mehr gemacht hätte, sich wegen einer halben Stunde zum Einschlafen zu zwingen, bis mein Mann zur Arbeit aufsteht. Wie oft wollte sie nach Ihrer 11 Uhr Mahlzeit nicht mehr schlafen und hat die Nacht für beendet erklärt.

Mit 11 Monaten hat sie das erste Mal durchgeschlafen. Ich dachte, die schlimme Zeit wäre endlich vorbei. Doch nach 3 hoffnungsvollen Nächten begann der Durchschlaf-Wahnsinn wieder. Und es kam eine neue schlechte Gewohnheit auf: der Einschlaf-Wahnsinn. Was bedeutete, dass sie unsere ein Jahr lang antrainierten Schlafrituale über Bord warf und plötzlich einfach nicht mehr ins Bett wollte. Ich begann ihr abends eine Flasche Milch zu machen und legte sie heimlich ins Bett nachdem sie weggenickt war – ohne Erfolg, denn sofort war sie wach.

Irgendwann ist auch mir dieses fürchterliche Buch in die Hände gekommen. „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Ich muss sagen, sie haben eine sehr gute Einleitung. Denn sie bohren mit ihrem Finger erst einmal ganz tief in die Wunde bis sie sie letztendlich aufreißen und Dir erläutern, dass sie DIE Lösung für dieses Problem haben. Die Lösung wird auch als „Ferbern“ bezeichnet. Das Kind wird so lange schreien gelassen, bis es vor Erschöpfung einschläft. In meiner Verzweiflung habe ich auch das ausprobiert. Ich saß in der Zeit, in der ich nicht zu ihr durfte, vor ihrer Tür und habe selbst geweint. Ich glaube sie hat noch nie in meinem Leben so süß „Mami“ gesagt, wie an diesem Abend. Nach einer Stunde ist sie tatsächlich eingeschlafen und hat die folgenden Tage auch keine Probleme mehr gemacht. Doch nach nur einer Woche fing das Theater wieder von Vorne an.

Tatsächlich haben wir auch diese Phase überwunden. Danach kam die Phase des nicht-Durchschlafens. Sie kam beinahe jede Nacht und hat nach mir gerufen. Dann nahm ich sie in mein Bett und dort hat sie weiter geschlafen. In den ersten Monaten war es ein harter Kampf, in dem sie wild um sich geschlagen und getreten hat und wir versuchten, unsere Kissen und einen kleinen Platz auf dem Bett zu verteidigen. Nach einer Weile hat sich das eingependelt und sie schlief friedlich Nacht für Nacht in unserem Bett.

Letzten Monat ist sie vier Jahre alt geworden. Die Phase des Durchschlafens hat sich gebessert, sie kommt nur noch etwa ein Mal die Woche, was völlig ok ist. Doch nun beginnt wieder die alte neue Phase – sie will nicht einschlafen. Egal ob ich auf dem Sofa sitze, aufräume oder dusche. Es kommt immer ein lautes „Maaaaamaaaa“. Mama, mein Sprudel ist nicht mehr frisch. Mama, mir ist langweilig. Mama, es ist zu dunkel. Mama, es ist zu hell. Mama, ich brauche einen Kuss. Und so geht es manchmal bis 22 Uhr. Verstehen hilft nicht. Schimpfen hilft nicht. Ablenken hilft nicht. Wir haben es mit einer Hör-CD versucht. Seit es geklappt hat, möchte sie jeden Abend eine hören. Wir haben es mit Rescue-Tropfen versucht, die meine Hebamme mir mal empfohlen hat. Wir sind aktuell ganz viel am Probieren. Doch ich weiß, egal was wir tun, es wird nichts helfen. Und ich weiß auch, dass diese Phase irgendwann wieder vorbei geht. Vielleicht nächste Woche, vielleicht nächsten Monat. Oder aber sie wird immer ein schlechter Schläfer bleiben. Aber egal wie es ausgeht, ich weiß, dass ganz viele andere Eltern da sind, die momentan genau dasselbe Problem haben. Also los, erzählt mir hier von Eurem Einschlaf-Wahnsinn.

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