Das Vorschulalter – ein ganz besonderes Jahr

Gestern war ein ganz besonderer Tag im Leben meiner Tochter. Nicht nur, dass die Kinder nach 3,5 Wochen Sommerferien zurück kehren und irgendein weiteres Kindegartenjahr beginnen würde. Nein, ab heute beginnt ein ganz besonderes Jahr in Mias Leben. Ihr letztes Kindergartenjahr. Mit Tränen in den Augen habe ich das so groß gewordene Mädchen heute früh in die Kita gebracht. Ich kann es selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht und wie sehr sie sich schon verändert hat. Und ab heute ist sie die Große. Doch nicht nur gefühlsmäßig ist das Vorschuljahr anders als die Vorjahre. Die Anforderungen an die Kinder ändern sich und der Tagesablauf beinhaltet neue Themen. In diese müssen wir selbst nun auch reinwachsen. Was genau sich im Vorschulalter ändert habe ich hier zusammengefasst und festgehalten.

Die Vorschule

Die Vorschule ist der Teil des Kindergartens, in dem die Kinder auf die Schule vorbereitet werden. Früher war dies eine gesonderte Gruppe für Kinder ab 5 oder 6 Jahren, die bewusst von den Kindergartenkindern abgegrenzt wurden. Heutzutage wird das ganze lockerer gehandhabt und die Vorschule läuft ganz normal im Kindergarten ab und beinhaltet lediglich zusätzliche Aktivitäten für die Kinder, die im Folgejahr die Grundschule antreten sollen. Diese werden als Vorschulunterricht bezeichnet und sollen den Kindern helfen, geschickliche und logische Handlungen zu erlernen. Zum Beispiel bekommen die Kinder in unserem Kindergarten erstmals einen Webrahmen oder lernen den eigenen Namen zu schreiben. Ziel ist es, den Kindern beizubringen, dass es in der Schule nicht nur Freizeit gibt, sondern diese eine gewisse Zeit still sitzen und sich konzentrieren müssen und es andere Regeln als im Kindergarten zu befolgen gibt. Die großen Themen der Vorschule sind somit erste Schreibversuche und Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit.

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In dieser Zeit finden auch die Einschulungsuntersuchungen statt. Ein Mitarbeiter der Schule kommt in den Kindergarten und prüft spielerisch die Fähigkeiten und die Reife der Kinder und entscheidet, ob diese bereit für den Schuleintritt sind. Bestimmte Kinder, die zum Beispiel um die Einschulung herum Geburtstag haben oder andere Prioriäten in der Entwiklung haben, werden hier zurück gestuft und erst das Jahr darauf eingeschult. Das in Deutschland als ideal geltende Alter zur Einschulung beträgt 6 Jahre.

Förderklassen

Manchmal kommt es vor, dass Kinder das Einschulungsalter erreicht haben, die Schulreife jedoch noch nicht besteht. In solchen seltenen Fällen stellen manche Bundesländer sogenannte Förderklassen zur Verfügung. Dies ist eine Schulklasse, die noch nicht dem Niveau der 1. Klasse entspricht, jedoch die Kinder aus dem Kindergarten abgrenzt. Häufig werden diese Klassen auch an Sonderschulen geführt.

Das Große Kind

Zunächst einmal wirst Du dir klar, dass Dein Kind nicht mehr das kleinste im Kindergarten ist. Letztens saß meine weinend morgens in meinem Bett und meinte, sie mag nicht mehr in den Kindergarten gehen weil die großen Vorschüler sie ärgern würden. Ich tröstete sie und sagte, dass diese Kinder bald zur Schule gehen und sie dann das große Vorschulkind sei. Dann würde sie keiner ärgern können.

In vielen Kindergärten ist es zudem so, dass die Großen ein neues Kind als Pate betreuen. In vielen Kitas werden diese Paten fest vergeben, in manchen ergeben sie sich nach Sympatie. So übernehmen die großen schon im Kindergarten Verantwortung für andere Kinder und lernen, für andere da zu sein. Das Kind sollte sich bewusst sein, dass der oder die Große zu sein, nicht bedeutet, dass es alle kleinen ärgern und ausschließen darf, sondern dass es für andere dasein soll.

Alle auf einem Stand

Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich. Wenn dann weitere Faktoren wie die Imigration und Sprachbarierren hinzu kommen, dann wird es für die Kinder schwierig sein, in der Schule ähnliche Leistungen zu erbringen. Die Vorschule versucht, alle Kinder, die die Schule antreten sollen, sprachlich auf ein Level zu bringen. So hat jedes Kind noch einmal die Chance, die eigenen Defizite auszugleichen.

Ausflug in die Grundschule

In diesem Alter ist es ost sinnvoll, die Kinder an die Grundschule zu gewöhnen. Viele Kindergärten bieten deshalb Ausflüge in die Grundschule oder besuche des zukünftigen Klassenlehrers an. Das nimmt den Kindern die Angst vor dem unbekannten.

EIn weiteres Jahr vereinbaren?

In der Vorschule stellt sich schnell heraus, ob ein Kind für die Schule bereit ist oder nicht. In diesem Unterricht werden schließlich viele Fertigkeiten geprüft. Wenn Du dir nicht sicher bist, ob Dein Kind tatsächlich schn bereit für die Schule ist, kannst Du anhand seiner Erfahrungen an der Vorschule eine Zurückstufung beantragen und Deinem Kind ein weiteres Jahr im Kindergarten gönnen. Das erspart zudem viel Frust, falls das Kind in der Schule doch nicht zurecht käme. Besser ein Jahr länger “Kind sein” als die erste Klasse wiederholen!

So kann ich mein Kind fördern

Neben der Vorschule selbst können wir Eltern immer viel dafür tun, unser Kind auf die Schule vor zu bereiten, ohne es zu stressen. Ein paar Möglichkeiten habe ich Dir hier aufgelistet:

  • Das regelmäßige Vorlesen hat viele Vorteile für Dein Kind: es erweitert seinen Wortschatz, stärkt eure Bindung zueinander und lehrt das Kind zu zu hören und sich zu konzentrieren. Einen tollen Beitrag hat meine Kollegin von Liebeskind88 für euch:

Viele Tipps und Vorteile rund ums Vorlesen gibt es bei Anja von Liebeskind88

  • Es gibt unzählige Übungshefte für Kinder, die Aktivitäten bieten wie Malen nach Zahlen oder Rätsel. So lernt das Kind sich eine kurze Weile auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Wichtig ist es hier aber, die Kinder nicht gleich zu überfordern, denn das kann Frust auslösen!
  • Viele (Brett)Spiele wie Memory, Uno etc. helfen den Kindern, sich gewisse Bilder oder abfolgen zu merken und steigern das logische Denken.
  • Buchstaben und Zahlen können ganz leicht in den Alltag reingemogelt werden. Das Schreiben leichter Worte wie Mama oder Papa kann zum Beispiel mit dem Malen eines Bildes zum Geburtstag verbunden werden

Hast Du auch ein Kind im Vorschulalter oder wurde Deines eben erst eingeschult? Wie hast Du es unterstützt und wie hat sich der Alltag geändert? In den Kommentaren kannst Du von Deinen Erfahrungen berichten!

 

6 Antworten auf „Das Vorschulalter – ein ganz besonderes Jahr“

  1. Super toller Beitrag. Du hast richtig schön erklärt was da so abgeht. Ich hatte das wohl auch irgendwann mal, aber ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was da so passiert ist.
    Meine Mutter hat damals den Fehler gemacht, und ist auf meinen Wunsch eingegangen mit meinen Freunden eingeschult zu werden, entgegen der Empfehlung dieses “Gutachters” der sagte, ich brauch wohl noch ein Jahr. Aber ich wollte unbedingt bei meinen Freunden sein. End von der G’schicht: ich hab mir bis zuletzt immer wahnsinnig schwer in der Schule getan. Ich bin zwar nie sitzen geblieben, aber meine Leitungen waren meist eher so im unteren Durchschnitt und nie besonders gut.
    Liebe Grüße,
    Tama

    1. Liebe Tamara,
      Ja das kenne ich. Ich stand mal genau zwischen dem Durchschnitt für die Realschule und das Gymnasium. Meine Eltern wollten natürlich unbedingt das zweite. Ich habe mich bis zur 11. Durch gemogelt und bin dann schließlich nach meiner nicht Versetzung aufs BK gegangen. Und das obwohl wir in Polen erst nach Vollendung des 7. Lebensjahres eingeschult wurden und ich somit fast 8 war (in Deutschland dann immer die älteste in der Klasse)

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