Bewusst fiebern lassen?

Es ist Herbst – die Tage werden kürzer, die Nächte werden länger, draußen wird es kälter und nasser…und wir alle brüten eine Erkältung aus. Pünktlich eingestimmt wurden die unzähligen Diskussionen in Foren über Kinderkrankheiten, Impfungen und allen Maßnahmen. Und die Eltern, die ihre Kinder den ganzen Sommer bei 40 Grad in Neoprenanzüge gepackt haben, damit diese ja keine Bäune abbekommen, heben nun den Finger gegen andere Eltern, die ihre kranken Kinder medizinisch behandeln. Es scheint nahezu modern zu sein, nur biologisch zu essen, sich vor allem “giftigen” zu schützen und  vor allem, alles was nicht natürlich ist, zu verweigern. Alles darf nur bio und homöopatisch sein.

Besonders Kinder sind die, die bei Erkältungen zu Fieber neigen – viel schneller als erwachsene. Doch wie auch Erwachsene fühlen sich diese ebenfalls schlapp und elend während des Fieberns.

Wieso Fieber für unseren Organismus wichtig ist

Ich bestreite damit gar nicht, dass Fieber und erhöte Temperaturen an sich von Grund aus schlecht sind. Auch ein bisschen Bakterien können Kinder gerne mal austragen, um ihre Abwährkräfte zu verbessern und ich finde auch, dass diese nicht gleich mit Antibiotika bekämpft werden müssen. Fieber zählt zu einer der automatischen Abwährreaktionen des Körpers auf eine Infektion und bekämpft so die Erreger – so bekämpft der Körper die Krankheit ganz von selbst. Wenn wir die Phase des Fiebers etwas laufen lassen, können unsere Kinder sich schneller wieder besser fühlen – jedoch scheinen einige so an dieser Einstellung zu halten, dass sie gar nicht einzuschätzen versuchen, wo die Grenze des Fiebers liegt.

Es ist natürlich auch bekannt, dass einige der Medikamente, selbst wenn sie für Kinder geeignert sind, Nebenwirkungen verursachen können – genauso wie gewöhnliche Tabletten für Erwachsene und Impfungen auch. Von manchen Säften bekommen die Kinder Bauchschmerzen, wieder andere schädigen die Leber. Aus diesem Grund sind auch die Mengen auf Größe, Alter und Gewicht der Kinder abgestimmt und dürfen nur in gewissen Zeitabständen verabreicht werden (meist alle 6 oder 8 Stunden). Ich gebe diese auch nie auf leeren Magen, sondern erst, wenn sie etwas gegessen hat.

Risiken fiebernder Kinder

Doch auch das Fieber selbst hat starke Nebenwirkungen und lässt sich nicht dermaßen gutsprechen, wie viele es versuchen. Im seltensten Fall neigen die Kinder zu sogenannten Fieberkrämpfen. Diese sehen nicht nur angsteinflösend aus, die Kinder können sich während eines solchen Krampfs stark verletzen. Mine Tochter selbst hatte bisher noch keinen solcher Krämpfe – vielleicht “neigt” sie einfach nicht dazu. Aber vielleicht habe ich das Fieber auch noch nie bewusst so weit steigen lassen, um dies zu riskieren.

Weiterhin haben Kinder, die Fieber haben, meist auch starke schmerzen. Während wir Erwachsenen gleich zu einer Schmerztablette greifen, geben wir unseren Kinder jedoch keine Medizin, während diese sich quälen. Fiebersaft bekämpft nicht nur die hohe Temperatur, sie beinhaltet auch ein Schmerzmittel, welches die Qualen der Kinder lindert. Noch ein weiterer Punkt, welcher dagegen spricht, den Kindern dieses Medikament zu verweigern.

Zudem sind fiebernde Kinder sehr müde, es fehlt ihnen an Kraft und sie schlafen sehr viel – und vergessen dabei das Wichtigste während eines Infekts: das Trinken. Denn durch die hohe Temperatur trocknet der Körper des Kindes aus. Folgen sind Schwindelanfälle und Ohnmachten. Wasser schiebt unseren Kreislauf nach oben und lässt uns trotz der Infektion besser fühlen. Ein Kind, das nicht trinken kann oder will muss auf Dauer an eine Injektion – und das ist zum einen nicht angenehm für das Kind und zu anderem bekommen sie dann genau das, was die Eltern versucht haben zu verhindern – eine medizinische Behandlung.

An Werten festhängen

Es ist schön und gut, dass wir versuchen, die Umwelt aufrecht zu erhalten und ja, es ist auch wahr, dass in unseren Nahrungsmitteln und unserer Umgebung viele Gifte schwirren, die wir versuchen sollten zu vermeiden. Aber immer alles zu verteufeln und allem aus dem Weg zu gehen ist auf Dauer keine Lösung. Und diese Lebensweise an unseren Kindern auszulassen noch viel weniger. Wenn Du vegan bist, dann sei vegan, aber geb deinem Kind die nötigen Nährstoffe. Wenn Du keine Medikamente nehmen willst, da die Pharmaindustrie böse ist und dich vergiften will, dann leide meinetwegen darunter, aber verwehre Deinem Kind nicht die Medizin, die es braucht, um eine Infektion zu überstehen. Wenn ihr euch an die Gebrauchsanweisungen hält, werdet ihr eure Kinder nicht in Gefahr bringen.

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