Babyzeit-Demenz: wieso wir in der Babyzeit vergesslich werden

Babyzeit-Demenz: wieso wir in der Babyzeit vergesslich werden

Sicherlich hast Du bereits oft die Begriffe „Schwangerschaftsdemenz“ und „Stilldemenz“ gehört. Darunter versteht man Frauen, die während der Schwangerschaft und Stillzeit als sehr vergesslich gelten. Doch was ist an diesem Mythos eigentlich dran? Sind Frauen, die mit Baby zuhause sind, wirklich vergesslicher? Und was genau steckt dahinter? All das erkläre ich Dir in diesem Beitrag.

Es war Ende Juli, als morgens vor dem Kindergarten mein Handy klingelte. Eine andere Mutter war dran. „Wo warst Du gestern?“, fragte sie mich. Gestern? Ich war zuhause, wie immer, wo soll ich denn auch gewesen sein? Und dann kam es mir! Gestern war der super wichige Info-Elternabend für die Schuleingänger! Aber wieso war ich eigentlich nicht dort gewesen?? Sollte der nicht eigentlich erst zwei Tage später stattfinden? Schnell rannte ich zu meinem Kalender und sah nach: tatsächlich, der Elternabend war am Dienstag, nicht am Donnerstag. Zum Glück war an diesem Tag noch der letzte Schultag vor den Sommerferien, sodass ich in der Schule vorbeischauen und die wichtigen Unterlagen holen konnte. Puh, Glück gehabt. Aber peinlich war es allemal!

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Vom Organisationstalent zum Vergesserchen

Das war die erste super-peinliche Situation in diesem Stil, die mir passiert ist. Und seitdem schien es mir ständig zu gehen. Das deprimierende daran ist, dass ich eigentlich gar kein Vergesserchen bin, sondern ein Organisationstalent. In meiner Zeit als Teamassistentin hatte ich den Überblick über 70 Mitarbeiter und wusste immer, wer sich gerade wo aufhält. Und auf einmal schaffte ich es nicht einmal, mir die einfachsten Dinge zu behalten.

Es ging sogar soweit, dass ich täglich mindestens eine Sache vergessen habe. Ganz gleich, ob ich meiner Tochter etwas in die Schule mitgeben sollte, das sie dann nicht dabei hatte oder ich extra in den Laden ging, um beim Einkaufen vergessene Lebensmittel zu holen und dort nicht mehr wusste, was es war. Letztens habe ich sogar den Fototermin meiner Tochter in der Schule vergessen, obwohl wir noch am Abend vorher darüber geredet hatten. So war sie die Einzige in der ganzen Klasse, die ohne hübsches Kleidchen und ohne Schultüte für das Foto zur Schule gebracht wurde.

Mittlerweile habe ich den Ruf, sehr vergesslich zu sein, ich tue aber wirklich alles dafür, um mir die Dinge gut behalten zu können. So muss ich mehr planen, aufschreiben und mitverfolgen, zum Beispiel mithilfe eines Planners. Doch der Weg zur Akeptanz war lang und anstrengend. Doch wieso bin ich eigentlich so Vergesslich geworden?

Falls auch Du eine edle Gedächtnisstütze brauchst, ist dieser Planner genau das Richtige für Dich!

Wieso werden wir vergesslich?

Wissenschaftler haben viele Ursachen für Vergesslichkeit heraufgefunden. Witzigerweise passen einige dieser Ursachen zu einer Schwangerschaft oder Zeit mit Baby. Wenn dann auch noch viele dieser Faktoren zusammen kommen, wie es bei mir der Fall ist, dann ist es eigentlich gar kein Wunder, wieso ich so schrecklich vergesslich bin. Diese sind zum Beispiel:

  • Ungleichgewicht der Hormone (Prolaktin und Oxyticin)
  • Schilddrüsenprobleme (Viele Schwangere bekommen plötzlich Hashimoto! Unbedingt checken lassen!)
  • Schlafmangel
  • Stress
  • Mangel an Vitaminen / Eisenmangel
  • Flüssigkeitsmangel (wusstest Du, dass Du während der Stillzeit ca 3 Liter Wasser am Tag trinken solltest?)

Deshalb ist Vergesslichkeit auf Dauer schlecht

Die gute Nachricht ist: die Vergesslichkeit in Schwangerschaft und Stillzeit liegt nicht an strukturellen Veränderungen im Gehirn und weisen somit keine bleibenden Schäden auf. Dennoch kann uns die Schusseligkeit in vielen weiteren Lebensbereichen zum Nachteil werden.

Eine schlechte Konzentrationsfähigkeit kann auf Dauer sehr anstrengend sein. Wir müssen uns alles extra notieren, oft zwei Mal laufen und vergessen womöglich wichtige Termine. All das kann im Ernstfall große Konsequenzen mit sich ziehen. So habe ich zum beispiel vergessen, meine Arbeitslosmeldung rechtzeitig abzugeben und kann nun nur hoffen, dass es mir nicht an der Leistung gekürzt wird. Und durch das Vergessen des Fotografentermins habe ich meine Tochter in Verlegenheit gebracht.

Besonders im Job kann Vergesslichkeit große Probleme machen. Hier kann eine verpasste Frist sehr teure Folgen haben! Und da es zu genüge arbeitende Schwangere gibt, sollte dieses Problem nicht außer Acht gelassen werden.

Wann ist eingentlich der richtige Zeitpunkt, wieder im Job einzusteigen? Finde es heraus!

Das kannst Du gegen Vergesslichkeit unternehmen

Zum Glück gibt es einiges, das uns als Gedächtnisstütze dienen kann und so den Schaden etwas abwendet. Hier kommen also meine Tipps, die dein Gehirn, welches sich nur um volle Windeln und leere Milchpäckchen dreht, wieder in Schwung zu bringen 🙂

Für ausreichend Nährstoffe sorgen

Besonders die Vitamine B12 und das Eisen gelten als wichtige Bausteine für das Gehirn und das Gedächtnis. Sorge immer für eine ausgewogene Ernährung und ausreichend vitaminreiche Speisen. Zusätzlich kannst Du Präperate einnehmen, welche speziell für Schwangere und stillende Mütter geeignet sind. Diese sind meist mit Folsäure und B12 versetzt.

Notizen

Ich muss euch wirklich sagen: ohne meine Aufschriebe wäre ich verloren! Also notiere ich mir einfach alles! Ich habe einen Speiseplan für die Woche am Kühlschrank hängen, schreibe meine Termine und Notizen in meinen Planner UND in den Familienkalender im Flur, führe To Do Listen und habe überall jegliche Zettel kleben und herumliegen.

Frischer Kopf

Gegen den Schlafmangel kommen wir mit einem Baby meist einfach nicht an. Es gibt gute und schlechte Schläfer und vor allem wir stillenden Mamas können nunmal nicht durch den Papa ersetzt werden. Wenn ich also das Gefühl habe, meinen Kopf wieder zum Arbeiten zu bringen, hilft mir kalte frische Luft. Dazu lüfte ich regelmäßig die Räume und gehe spazieren. Dann fühlt sich mein Kopf immer schön wach an.

Teile Deine Gedanken

Ich erzähle meinem Mann immer, was wir in der nächsten Zeit so vorhaben und was ansteht. Zwei Gehirne merken sich doch mehr als eines und vielleicht hast Du Glück und Dein Gegenüber erinnert Dich an bestimmte Termine. So bin ich schon in der Schule für meine Vergesslichkeit bekannt und werde von der netten Mama, die mich im Sommer angerufen hat, regelmäßig an Wichtiges erinnert 🙂

Entspannung

Die Effektivste Methode gegen Stress ist eindeutig die Entspannung! Daher versuche ich regelmäßig in die Badewanne einzutauchen oder zum Yoga zu gehen. Den richtigen Weg musst Du für Dich selbst finden, Möglichkeiten gibt es sicherlich unzählige!

Leidest auch Du unter der Baby-Demenz? Was hilft Dir, Dir Dinge besser zu merken? Erzähle mir davon doch in den Kommentaren 🙂

26 Gedanken zu „Babyzeit-Demenz: wieso wir in der Babyzeit vergesslich werden

  1. Ich muss zugeben, ich habe noch nie von diesen Phänomen gehört. Es ist aber wirklich interessant, wie stark sich das auswirkt. Gerade wenn man vorher immer top organisiert war, ist das sicher schwierig.
    Deine Tipps sind auf jeden Fall hilfreich, ich bin ohne Kind oder Schwangerschaft schon vergesslich, die nützen mir also auch was 😉
    Liebe Grüße

  2. Jetzt wird mir einiges klar. Ich hatte eine Kollegin. Schwanger. Sie vergaß allerhand und machte einige Fehler. Intuitiv dachte ich, das liegt vielleicht mit dem Zustand zusammen. Sehr interessanter Bericht. Auch für nicht Schwangere. LG Marion

  3. Liebe Wioleta,

    oh ja! Die Schwangerschaftsdemenz hatte mich damals auch eingeholt. Aber die Tipps von meiner Oma waren so gut, dass ich das „Problem“ zum Glück nicht lange hatte. Aber ich finde es schon spannend zu lesen, woran es so liegt.
    Diese Form der „Demenz“ kenne ich aber auch, wenn ich mega unter Stress stehe. Dann vergesse ich immer alle „unwichtigen“ Dinge, was manchmal zu Problemen führt. Daher fange ich jetzt mit einem Bullet Journal an.

    Liebe Grüße,
    Mo

  4. Von dieser Schwangerschaftsdemenz habe ich noch nie gehört. Ich habe mich aber noch nie damit beschäftigt. Ich kann mir vorstellen, wie nervig das ist. Vor allem, wenn man eigentlich ein Organisationstalent ist.

  5. Huhu,

    habe von der Schwangerschaftsdemenz schon oft gehört und mich immer gefragt was wohl dahinter stecken mag. Interessant woran es liegt und wie es zustande kommt. War mir nicht bewusst und habe es als Phänomen empfunden. Wieder was gelernt.

    LG
    Steffi

  6. Ich habe Begriffe, wie „Stilldemenz“ oder „Schwangerschaftsdemenz“ immer als Scherz aufgefasst. Aber höchstwahrscheinlich hatte ich dies auch und besser wird es im Laufe der Jahre nicht unbedingt.
    Notizen sind schon sehr wichtig, damit wichtige Termine oder Informationen nicht den Bach runter gehen. Denn wenn man viel Stress hat und emotional gerade anders unterwegs ist, passiert es schnell, das mal was vergessen wird.
    Einen schönen Sonntag noch!
    Sabienes

  7. Das Phänomen Schwangerschaftsdemenz habe ich zwar nicht erlebt, aber es gibt ein ähnliches in der Menopause. Ich litt an der Wechseljahrsdemenz. Beängstigend! Unser Gehirn hat eine Menge Hormonrezeptoren die sich in einer Umstellungsphase neu ausrichten müssen.
    Alles Liebe
    Annette

  8. Also ich bin auch ohne Schwangerschaft total vergesslich… Wäre mein Kopf nicht angewachsen, ich hätte ihn schon vor Jahren vergessen. Immerhin vergeht die Schwangerschadtsvergesslichkeit, meine wird mich wohl ewig begleiten. 🙁

  9. Ich hab schon so oft davon gehört! Bin aber jetzt auch schon total schusselig und vergesslich, kann mir gut vorstellen, dass ich dafür auch anfällig bin! 😀 Nen wirklichen Plan hab ich dafür noch nicht entdeckt.

    Liebe Grüße
    Sarah

  10. Ich habe das bei einer bekannten während der Ausbildung mitbekommen. Sie musste sich plötzlich viel mehr Dinge notieren, damit sie es nicht vergisst.
    Ein sehr spannendes Thema! Hatte mir bis eben gar keine Gedanken darüber gemacht, vor allem was auch noch dahinter stecken könnte.

    LG
    Larissa

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