Ausgemistet – und jetzt?

Ausgemistet – und jetzt?

Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem Minimalismus und Co immer moderner werden. Es herrscht ein regelrechter Hype um Vorbilder wie Marie Kondo, und viele von uns haben ein gemeinsames Hobby: das Ausmisten. Schließlich ist schon lange bekannt, dass Krempel und Materielles unser Leben erschweren. Außerdem sieht es einfach gleich viel wohnlicher aus, wenn überall weniger herum steht. Doch was mache ich eigentlich mit diesen Dingen, die ich ausgemistet habe? Wie werde ich sie los und vor allem: wohin? In diesem Beitrag gehe ich diesen Schritt weiter und zeige Möglichkeiten auf, wie Du Deine nicht gebrauchten Waren verscherbeln kannst und dabei möglichst wenig Aufwand betreibst.

Letztens hat es mich wieder gepackt und ich habe angefangen auszumisten. Raum für Raum bin ich vorgegangen und habe alles aus den Schränken genommen, was einfach nicht mehr gepasst hat: zu kleine Kinderkleidung, vergessene Spielsachen, alte Trinkflaschen, Küchenutensilien, die nie gebraucht wurden. Über die Jahre häuft sich so manches an und wird gerne im Schrank gebunkert. Vielleicht brauche ich es ja doch noch eines Tages. Doch glücklicherweise bin ich ein so ehrlicher Mensch und gestehe mir ziemlich schnell ein, wenn ich Dinge wirklich nicht mehr benutzen werde. Dann bin ich auch streng beim Aussortieren und lasse nichts übrig, was nicht bleiben soll.

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Während mir das Ausmisten selbst richtig Freude macht, bereitet mir der zweite Teil Bauchschmerzen: das Loswerden dieser Dinge. Unser viel zu großes Schlafzimmer muss meist drunter leiden, denn dort bunkern wir oft Sachen, die keinen festen Platz haben. Zur Zeit gleicht meine Wohnung einer Umweltkatastrophe. Doch jetzt ist Schluss damit!

Bitte nicht zu viel Aufwand!

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um Dinge los zu werden. Viele davon sind leider mit sehr viel Arbeit verbunden. Für den Verkauf auf Flohmärten und co müssen wir die Waren meist sortieren und beschriften und noch viel schlimmer: uns stundenlang hinstellen und mit geizigen Käufern diskutieren, die am liebsten alles geschenkt bekämen. Auch der Verkauf im Internet ist ziemlich aufwendig, denn dafür müssen wir alles fotografieren und einen Text dazu verfassen. Anschließend werden Pakete fertig gemacht, zur Post gebracht und es gibt zunächst keine Garantie, dass die Bezahlung rund läuft. Also habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie und wo ich meinen Krempel los werden kann und diesen Aufwand möglichst verringern – vermeiden kann man ihn nicht immer. Hier kommen sie also, unsere ultimativen Tipps, Krempel ohne viel Aufwand los zu werden!

Bücher verschenken oder tauschen

Klar möchten wir nicht alles verschenken – schließlich haben wir selbst bereits viel Geld ausgegeben, um uns die ausgemisteten Dinge sinnlos anzuschaffen. Eine Ausnahme kann man meiner Meinung nach bei Büchern machen. Denn hier misten wir meist nicht neue aus, sondern diejenigen, die seit vielen Jahren im Regal vor sich hin stauben und Platz für neue nehmen.

Zum Glück gibt es richtig tolle Möglichkeiten, Bücher zu verschenken oder zu tauschen!

Kinderbücher spenden

So wie wir unsere Bücher verschneken, haben auch wir einige geschenkt bekommen. Das ist generell nicht schlecht, aber bis in die Ewigkeit kann man diese nicht immer und immer wieder vorlesen. Außerdem wachsen die Kinder früher oder später aus gewissen Geschichten heraus. Viele unserer Bücher haben wir deshalb an unseren Kindergarten gespendet. Den öffenlichen Einrichtungen stehen beschränkte Budgets zur Verfügung und meist reicht es nicht für angemessene Mengen an Spielen und Büchern. Bisher haben sich die Kindergärten daher immer über Spenden in Form von Büchern oder gar (Brett-) Spielen gefreut. Fairnesshalber sollten diese natürlich in einem akzeptablen Zustand und vollständig sein.

Bücher-Tauschbaum

In unserer Stadt gibt es 4 mir bekannte Bücher-Tauschbäume. Dies sind Bücherregale aus Baumstämmen, in die man aussortierte Bücher hineinstellen kann. Ich selbst stöber dabei immer gerne nach Büchern, mich mich im Gegenzug interessieren und die ich wieder mitnehme. Aber sicherlich freuen sich viele Einwohner über neuen Lesestoff, den ich im Gegenzug hinterlasse.

Leider sind viele Bücher in solchen Tauschbäumen sehr veraltet und viele benutzen sie, um alten, unbrauchbaren Krempel los zu werden. Vielleicht konnten meine Romane aber ein paar Buchbegeisterte erfeuen!

Übrigens ist das Tauschen von Dingen viel nachhaltiger und umweltfreundlicher, als der ständige Kauf neuer Waren. Wir müssen unseren täglichen Verbrauch und besonders die Verschwendung, die wir Menschen verursachen stark überdenken. Das tut nicht nur unserem Geldbeutel, sondern vor allem unserer Natur gut und ist um einiges Effektiver als Demonstrationen oder CO2 Steuern!

unser Bücher-Tauschbaum im Kurgarten von Freudenstadt

Kindersachen

Besonders viel ausmisten konnte ich Kinderwaren -schließlich wachsen diese aus allem heraus und brauchen ständig neues. Auch da wir uns einig sind, dass wir kein weiteres Kind mehr wollen, versuchen wir alle Babysachen direkt los zu werden und gar nicht mehr einzulagern. Die Kleidung und Ausstattung der Großen hingegen haben wir bis heute behalten. Glücklicherweise waren wir sowohl in der Familie als auch im Freundeskreis die ersten, die Kinder bekommen haben. Zur Zeit folgen unserer Kleinen viele Babys in unserer Umgebung. Doch auch hier gilt – verschenken möchte ich nicht alles, schließlich waren es unmengen an Neuanschaffungen, die ein großes Loch in unseren Geldbeutel gerissen haben. Und da die Kinder immer größer werden, brauchen wir laufend auch immer neue Sachen, die wiederum auch Geld kosten… ein ewiger Kreislauf.

Kinderzimmer sollten vor allem eines nicht sein: überfüllt. Schau Dir in diesem Beitrag an, wie unseres aussieht.

Günstiger verkaufen an Bekannte

Eine gute Alternative zum Verkauf im Internet an Fremde, mit den man ewig verhandeln muss, ist der Verkauf an Freunde und Bekannte. Vieles von der Erstausstattung konnten wir unter einem Freundschaftspreis loswerden, so zum Beispiel unseren völlig überteuerten Autositz. Den Gegenüber freut es auch, schließlich sind Babyartikel meist nur kurz in Gebrauch und daher meist in sehr guter Verfassung.

Lokale Anzeigen

Ebenfalls ein guter Weg, um Kindersachen los zu werden, sind lokale Anzeigen. In Facebook zum Beispiel gibt es sehr viele Verkaufsgruppen. Wichtig ist mir dabei, dass die Personen in der Gegend wohnen und die Ware abholen können. So gibt es Ware gegen Bares, es kommt zu keinen Streitigkeiten um Zahlungsfristen und jeder weiß direkt, woran er ist.

Etwas aufwendiger: Kinderflohmärkte

Damit meine ich zwei Arten von Flohmärkten.

Die einen finden jeweils im Herbst und im Frühling statt. Eltern können ihre aussortiereten Baby und Kinderartikel endweder selbst verkaufen, indem sie einen Tisch mieten oder beschriften und zum Verkauf abgeben. Hier ist leder immer eine Gebühr abzurichten. Der Vorteil ist jedoch, dass solche Märkte meist total überrannt sind und sehr gut laufen. Im Endeffekt musst Du es abwägen, ob es sich lohnt.

Zweitens gibt es bei uns im Ort sogenannte Spielzeugflohmärkte. Diese finden in den Ferien auf dem größten Marktplatz Deutschlands statt. Kinder und Familien können sich zwei Stunden lang einen kleinen Stand aufbauen und altes Spielzeug verkaufen. Ausprobiert haben wir das noch nicht, jedoch schon genug eingekauft 🙂

Letzter Ausweg: verschenken

Wenn ich Dinge wirklich gar nicht gegen Geld loswerden kann, beiße ich auch mal in den sauren Apfel und verschenke diese. Meist habe ich auch hier Familienmitglieder und Freunde, die mir Kleidung und Ausstattung abnehmen können. Auf diesen Schritt greife ich jedoch nur zurück, wenn ich die Kindersachen gar nicht verkauft bekomme oder sich der Aufwand gar nicht lohnt.

Solltest Du keine Verwandten oder Freunde mit Babys haben, gibt es sicherlich auch in Deinem Ort soziale Organisationen, die sich über Kleiderspenden sehr freuen. Hierzu stehen im Internet meist die richtigen Informationen und Kontaktdaten.

Diverser Krempel

Neben den Kindersachen, Erwachsenenkleidung und Büchern gibt es alles mögliche Allerlei, das man vielleicht aussortieren möchte. Alte Schätze, die seit Jahren im Keller oder auf der Bühne liegen, Küchenutensilien und viel, viel mehr. Auch hier gibt es tolle Möglichkeiten, sie an den Mann zu bringen:

Bei uns herrscht das reine Chaos. WIe wir es schaffen, die Wohnung trotzem ordentlich wirken zu lassen, erfährst Du in diesem Beitrag

Lokale Kleinanzeigen

Ich schalte immer Angebote in Facebook und eBay Kleinanzeigen, schaue mir aber vor allem auch immer die Gesuche an. Viele Menschen sind zu faul, sich die Angebote anzusehen und schalten Gesuche auf, in den sie um Waren bitten. Das sind oft Möbel, Einrichtungsgegenstände für die erste Wohnung oder Spiele und Filme. Diese Chance nutze ich immer und biete meine Waren an.

Gesuche für Flohmärkte

Auch gibt es begeisterte Flohmarktverkäufer, die gerne Sets an diverser Dinge kaufen, die sie wiederum auf Flohmärkten verkaufen. Hier habe ich jemanden aus der Familie und im Bekanntenkreis an der Hand. Diese Menschen freuen sich immer über eine Kiste volle Ramsch 🙂

Spenden

AUch diverser Kram oder gar Möbel und Elektroartikel werden für Bedürtige gesucht. Oft spende oder verschenke ich Dinge, damit sie nicht mehr herumstehen.

Schlusswort

Wie Du siehst, gibt es immer viele Möglichkeiten, um Aussortiertes los zu werden. All das mit mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand verbunden. Je nach dem, welche Gewinnspanne Du dabei abzielst, kannst Du sicherlich den ein oder anderen Tipp befolgen.

Wo verkaufst Du Deine gebrauchten Dinge? Oder spendest Du generell alles? Erzähle davon in den Kommentaren.

14 Gedanken zu „Ausgemistet – und jetzt?

  1. Ich bin eine Freundin von Kinder-Flohmärkten, und zwar die sortierten Märkte. Dort gehen Klamottem besten, da die Käufer sofort alle Teile sehen, die es in der gesuchten Größe gibt. Auch viele unserer Kinderspiele und Brettspiele habe ich dort schon erfolgreich verkauft. Und vor der Rumfeilscherei ist man auch befreit.
    Was nicht verkauft wird, wird gleich gespendet. Bei unseren Märkten steht oft schon eine Spendenkiste bereit.

    Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass ich dort auch immer viele Sachen – vor allem Gesellschaftsspiele – in meiner Einkaufstasche landen 😉

    Verspielte Grüßle,
    Simone

    1. Auf so einem Basar habe ich vor einigen Jahren mal verkauft. Der Aufwand war halt riesig, alles beschriften und sortieren… Nochmal würde ich das so wahrscheinlich nicht mehr machen

  2. Liebe Wioleta,

    im Grunde miste ich viel zu wenig und noch viel seltener aus. Ich habe ja auch immer das Problem, dass ich keine Geduld für Kinderflohmarkt und Co. habe. Aber deine umfänglichen Tipps motivieren mich gerade auch mal wieder Altlasten los zu werden

    Liebe Grüße
    Mo

  3. Ich sortiere immer gleich beim ausmisten ob es gespendet, an Verwandte/Bekannte weitergegeben oder verkauft werden soll. Der Stapel der „zu verkaufen-Sachen“ ist dann überschaubar und der Aufwand jedes Teil zu fotografieren und online zu stellen zahlt sich für die paar hochwertigen Teile auch aus.
    LG Lisa

  4. Sehr schöner Beitrag mit all den Alternativen, die es für den ausgemisteten Kram gibt. Ich habe inzwischen tatsächlich auch nicht mehr allzu viele Sachen, Kleidung trage ich auf und Bücher und Co sortiere ich immer mal wieder aus, die „wertvollen“ behalte ich, die Schund-Literatur kann weg 😉 Ich nutze meist die „Free your stuff“ Gruppen auf Facebook oder stelle Bücher in den Bücherschrank. Habe auch schon Kisten gemacht mit „zu verschenken“ und vor die Tür gestellt, war auch immer innerhalb einer Stunde weg, egal was drin war 😉

  5. Dein Beitrag kommt genau zur richtigen Zeit – ich möchte auch endlich die vielen Kisten an wirklich tollen Kindersachen, Spielsachen und Co verkaufen und loswerden. Leider gibt es bei uns keine Freunde oder Bekannte die die Sachen brauchen können und mit Flohmärkten habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. ich werde jetzt ein paar Dinge probieren, die du vorgeschlagen hast.

    lg
    Verena

  6. ein sehr interessanter Beitrag, ich denke gerade daran, wie viele Sachen ich abgeben könnte, wenn ich nur mal anfange würde auszusortieren 🙂 das mit den Büchertauschbäumen kannte ich noch gar nicht, ich werde hier in Wuppertal mal die Augen aufhalten, finde ich toll! Danke für die guten Tipps, liebe Grüße Bettina

  7. Ja, was kommt denn nach dem Ausmisten? Wo geht denn das Zeug hin? Am Besten in den Keller, auf den Dachboden oder in die Garage. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber echt ausgemistet ist es dann nicht, nur verlagert. Danke für die vielen Tipps, was man wie wo loswerden kann. Sind echt interessante Möglichkeiten dabei. Tauschen mag ich gerne bei Büchern. Und ich gebe die Kleidung meiner Kinder in die Kleiderkammer, da kann man auch mal Spielzeug los werden, denn da gehen die Bedürftigen hin.

    Lieben Gruß, Bea.

  8. Bei mir fallen nicht viele Dinge an, die ich ausmiste, da wir sehr bewusst kaufen. Wenn doch einmal etwas anfällt, dann gebe ich die Sachen immer der Wohlfahrt, oder dem Frauenhaus. Alles andere ist mir viel zu viel Aufwand.
    Alles Liebe
    Annette

  9. Hey, früher bin ich mit dem Kinderkram auch auf Flomärkte, aber das lohnt sich bei uns gar nicht mehr. Die Klamotten verschenke ich an eine Bekannte, den Rest werfe ich in den Altkleidersack. Die Spielsachen werden aufgehoben. Der Rest von uns wird bei ebay Kleinanzeigen verschenkt oder wandert auf den Sperrmüll. Die Sperrmüllsammler freuen sich. Verkaufen lohnt sich nicht.
    Liebe Grüße
    Anja

  10. Das Ausmisten ist immer so eine Sache. Besondern in der kalten Jahreszeit räume ich gern mal alles aus. Besondern die Kästen sind immer Ende des Jahres vollgeräumt. Da schadet es nicht mal auszumisten. Lg, Claudia

  11. Oh nein, die Babysachen kann man nicht alle weggeben! Die Kinder werden sich später freuen, wenn sie davon noch etwas über haben!! Ich finde spenden gut, sofern man einen dankbaren Abnehmer findet. Ich habe zum Glück seit unserem letzten Umzug kaum noch etwas angesammelt, was ich nicht brauche, so komme ich ums Ausmisten herum.

  12. Ich bin auch radikal beim Ausmisten: Vieles habe ich gespendet oder verschenkt und was gar nicht mehr zu gebrauchen war, musste ich wegwerfen. Nach dem letzten Mal ausmisten stand für mich an, erst einmal weniger Krempel anzusammeln und bisher hat es ganz gut geklappt 🙂
    Liebe Grüße
    Silvia

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