Anforderungen an Mütter der modernen Welt – der 24/7 Job

unbezahlte WERBUNG – Markennennung

Überstunden, schnell zur Kita hetzen, ein möglichst gesundes Essen auf den Tisch zaubern, die Wäsche waschen… Der Job einer Mom gleicht einem 24/7 Job. Auch wenn man glaubt, sich längst von alten Rollenbildern losgerissen zu haben, so scheint sich in der Realität oft nicht allzu viel getan zu haben. Laut dem Müttergenesungswerk tragen Mütter meist die Hauptverantwortung für Familie und Erziehungsarbeit und übernehmen 80% des Haushalts. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und viele von euch haben bestimmt einen tollen Partner, der euch unterstützt. Dennoch – es wird SEHR viel von uns Müttern erwartet.

Es scheint so, als müsse in der “Rushhour“ des Lebens alles erreicht werden. In der Regel möchten Frauen zwischen 25 und 40 Jahren die größten Karrieresprünge wagen. Auf der anderen Seite macht die biologische Uhr vor niemandem halt. Gefangen in der “Teilzeitfalle“ bleibt es vielen Frauen verwehrt, ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Doch auch wenn beide Partner eine Vollzeitstelle haben, erledigen Mütter im Durchschnitt mehr Aufgaben im Haushalt, laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung(DIW). Bei einigen kommt noch die Pflege der eigenen Eltern oder anderer Angehöriger hinzu. Diese Mehrfachbelastung und das Gefühl alles gleichzeitig erledigen zu müssen hat Folgen. Mütter werden öfter krank als beispielsweise noch vor zehn Jahren. Jährlich melden sich rund 50.000 Frauen beim Müttergenesungswerk in Kurmaßnahmen, Tendenz steigend. Von Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn-out, sowie Angstzustände, Schlafstörungen oder Depressionen, alles ist dabei.

— Muss es mal schnell gehen? Schaue nach in meinen Lifehacks im Kinderalltag

Aber wieso ist das so? Sollte es Müttern heutzutage nicht bessergehen? Haben wir heute nicht mehr Freiheiten als früher?
Das mag sein, jedoch sind die Belastungen anders. Das Hauptproblem ist der Drang alles gleichzeitig erledigen zu müssen, gepaart mit dem Perfektionismus als Mutter bloß nichts falsch zu machen.

Muss denn alles in der sog. “Lebensmitte“ erledigt werden?


„Nein“, meint die Autorin Eva Corino. Sie plädiert in ihrem Buch „Das Nacheinander-Prinzip“ dafür, sich erst für das Großziehen der Kinder Zeit zu nehmen und vom Job auszusetzen. Da Menschen heutzutage länger leben und auch länger arbeiten, sei es möglich, erst in seinen 40 – 50ern im Beruf durchzustarten. Das dies voraussetzt früh Kinder zu bekommen, sei einmal dahingestellt.

— Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kinder bekommen? Und was bedeutet es für die Gesellschaft, im jungen Alter Mutter zu werden? —

Noch scheint die Gesellschaft diesbezüglich sehr unflexibel zu sein. Man kann es nie allen recht machen. Viele Mütter fühlen sich abgehetzt, denken “funktionieren“ zu müssen. Von vielen Seiten hagelt es Kritik.

Einfach mal Zeit mit dem Partner verbringen: seid ihr Mama und Papa oder Mann und Frau?
Arbeitet man in Vollzeit, steht man schnell als Rabenmutter da, die sich keine Zeit für ihre Kinder nimmt. Bleibt man hingegen Zuhause, wird man schnell in die Schublade der „bequemen Hausfrau“ gesteckt.

Probleme bezüglich der Kinder oder die eigene Überforderung anzusprechen, für viele Mütter ein schwieriges Thema. Man möchte sich Probleme nicht eingestehen. Und weil das niemand wirklich möchte denkt man, dass bei „den Anderen“ alles prima läuft, nur man selber bekommt es anscheinend nicht so ganz auf die Reihe.

Eine Lösung muss her

Es wird höchste Zeit, dass wir Mütter selbstbewusster werden und uns nicht auch noch selbst unter Druck setzen. Es ist wichtig, seine eigenen Bedürfnisse nicht zu verdrängen, sondern diese sehr ernst zu nehmen. Das Verdrängen der eigenen Bedürfnisse ist in der Gesellschaft jedoch weit verbreitet. Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. Bei Frauen scheint dies jedoch noch stärker ausgeprägt zu sein, da viele in der Kindheit gelernt haben sich zurückzunehmen. Das spiegelt sich auch im Leben vieler Mütter wieder. Sie glauben sich zurücknehmen zu müssen, sich nicht zu beschweren, es allen recht machen zu müssen. Viele suchen erst viel zu spät nach Hilfe, wenn diese eigentlich schon viel früher nötig wäre. Dann ist ein Burnout nicht selten das Ergebnis.

Wann hast Du dich zuletzt mit Deiner Freundin getroffen?


Wie kann man also verbeugen, damit es gar nicht so weit kommt?
Die Antwort: Zeit für sich nehmen – von dem Leistungsdruck befreien, alles perfekt machen zu müssen. Auch mal Freunde treffen oder Zeit alleine, oder alleine mit seinem Partner verbringen. Es gibt keinen Grund sich schlecht zu fühlen! Wir alle benötigen mal Zeit für uns und soziale Kontakte. Manche haben das Glück und die Oma, Tante oder Cousine hilft manchmal aus. Früher wohnten meist alle im selben Ort, heute wohnen Familienmitglieder nicht selten hunderte Kilometer voneinander entfernt. Manchmal kann es deshalb hilfreich sein, die Hilfe eines Babysitters in Anspruch zu nehmen. Auf der Plattform Babysits beispielsweise, findet man schnell einen Babysitter in seiner Nähe. Somit kann man sich guten Gewissens auch mal ein bisschen Zeit für sich nehmen und Kraft tanken. Denn letztendlich wirkt es sich auch positiv auf Kinder, Partner und Angehörige aus, wenn es einem selbst gut geht und man das auch ausstrahlt.

Wie sieht es mit Dir aus? Was hast Du zuletzt für Dich getan?

 

 

 

26 Antworten auf „Anforderungen an Mütter der modernen Welt – der 24/7 Job“

  1. Dem Druck, dem die Mütter von heute stand halten müssen, ist stärker denn je. Working Moms gab es früher viel weniger, auch viel weniger alleinerziehende. Wir müssen uns alle viel mehr netzwerken. Gegenseitig unterstützen. Stattdessen wird verglichen und die Nase gerümpft. Daran müssen wir unbedingt arbeiten. Zusammen sind wir stark und schaffen den Alltag.

    Lieben Gruß, Bea.

  2. Unglaublich oder? Was die Gesellschaft so selbstverständlich von uns verlangt.. Ich hatte starke Probleme damit und habe dann irgendwann die Reissleine gezogen. Nun arbeite ich von zuhause aus und deutlich reduziert um meiner Familie noch gerecht zu werden.

    1. Liebe Verena,
      ja ih habe es 4 Jahre ausgehalten, vollzeit mit Kind zu arbeiten. Aber ich weiß einfach, dass ich nach dem zweiten Kind definittiv nur auf maximal 60 % zurückkehre und nur, wenn ich in der Stadt etwas finde und nicht pendeln muss. Es war einfach alles zu viel!

  3. Ich bin zwar noch keine Mama, dennoch finde ich das Thema sehr interessant. Momentan kann ich mir so gar nicht vorstellen, dass ich mein eigenes Leben an deutlich weiter hinten legende Stellen legen werde sobald ich Kinder habe. Aktuell wüsste ich auch gar nicht wie ich das zeitlich managen sollte. Vielen Dank für den interessanten Beitrag!

    1. Liebe Carry,
      ja das ist wahr, es ist immer schwerig, die goldene Mitte zu finden. Es gibt auch viele Stimmen, die rufen, dass es die wahre Vereinbarung gar nicht gibt. Aber für irgendeinen Weg müssen wir uns eben entscheiden. Und dann gilt es, das so gut wie nur möglich zu machen 🙂

  4. Liebe Wioleta,
    ein echtes Problem und das schon über Generationen hinweg. Frauen bekämpfen sich hart. Da wird über die kinderlose Erfolgsfrau genauso hergezogen wie über die Rabenmutter die arbeiten geht und das hirnlose Muttertier, das nur Windeln im Kopf hat. Verändern können nur wir etwas. Jeder Lebensentwurf ist in Ordnung!
    Alles Liebe
    Annette

  5. Auch wenn ich noch keine Mutter bin, sehe ich das Problem überall. Letzendlich ist wohl die beste Lösung, sich einfach von gesellschaftlichen Normen zu trennen und Kinder bekommen beziehungsweise Karriere vorantreiben, wenn es einem passt. Denn jeder ist anders und für jeden ist eine Lösung passender als die andere.

  6. Hallo, ich habe immer schon Vollzeit gearbeitet, auch wie meine Tochter noch klein war. So musste sie bereits mit 1 1/2 Jahren in den Kindergarten von in der früh bis am späten Nachmittag. Leider ging es nicht anders und als Mama fühlt man sich total schlecht. Aber im sozialen hat es ihr viel gebracht und Spaß machte es ja sowieso. Es ist nicht immer leicht, ich war lange alleinerziehend und da reist da schupst einem der Alltag hin und her LG 🙂

    1. Ja das stimmt! Meine große kam in die Vollzeitbetreuung mit 15 Monaten. Bei Baby Nummer zwei möchte ich aber tatsächlich 2 Jahre daheim bleiben und danach nur noch auf teilzeit gehen. Ich habe schon das Gefühl dass es an der Mutter – Tochter Beziehung gekratzt hat

    1. Liebe Verena,
      Wenn eine Frau genug Unterstützung bekommt, dann bestehen da immer andere Möglichkeiten. Das hängt immer davon ab, wie viel du vor hast zu arbeiten, wie viel Freizeit danach für dich bleibt und wie die familiäre Unterstützung ist. Wir haben das Glück, Omas in der Nähe zu haben und können uns immer wieder mal Zeit für uns gönnen. Viele haben diesen Luxus jedoch nicht erst.

  7. Wirklich klasser Beitrag, ich bin auch noch keine Mama, aber ich weiß wieviel Belastung an den Mamas hängt. Es ist wirklich wichtig sich immer mal wieder eine Auszeit zu nehmen.

    LG Jasmin

  8. Ich bin mittlerweile auch in einem Alter angekommen, in dem Kinder schon “drin” wären. Meine Mutter war zum Beispiel nur ein Jahr älter als sie ihr erstes Kind (mich) bekommen hat. Doch vor allem durch mein Studium fühle ich mich noch gar nicht bereit. Klar, ich weiß, dass ich mich um ein Kind gut kümmern könnte. Aber ich könnte ihm keine Sicherheit geben.
    Einerseits ist das Leben in Deutschland sicher, andererseits hat man das Gefühl allem immer nur hinterherzujagen. Wie du schon sagst, es gibt so viele Anforderungen. Nach dem Studium muss natürlich erstmal Karriere gemacht werden. Wozu hat man das sonst gemacht? Ohne Kind ist das zwar noch recht gut umzusetzen, doch ich kann mir kaum vorstellen wie der Druck sein muss wenn man gleichzeitig noch Mutter ist. Da muss man schon eine gute Work-Life Balance finden…
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    https://www.sinnessuche.de

    1. Liebe Leni,
      Du hast recht, den richtigen Zeitpunkt gibt es für Kinder kaum. Deshalb haben wir meine Karriere einfach dazwischen gemogelt 🙂 Kind, dann Ausbildung plus ein Jahr Erfahrung und jetzt wieder ein Kind. Und dann kann ich in einer neuen Firma richtig durchstarten… Oder noch eins bekommen ?

  9. Ein sehr schwieriges Thema. Man kann es wirklich niemandem Recht machen, wie du schon sagst. Es gibt immer irgendwas zu meckern, an der Art wie man als Frau sein Leben leben will. Das ist wirklich schade. Drum soll doch jeder machen was er möchte und wie er es möchte – solange es für einen selbst der beste Weg ist.
    Nicht jeder kommt perfekt zur Welt und jeder brauch auch mal Hilfe oder eine Auszeit. Schlimm sind dann solche Freunde und Familienteile, die dir als Mutter noch ein schlechtes Gewissen machen, wenn du mal einen Tag für dich willst und fragst ob jemand mal an Tag XY auf dein Kind aufpassen kann.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

    1. Liebe Tama,
      Du hast vollkommen Recht! Leider sind besonders andere Mütter da sehr uneinsichtig und wir spalten uns in arbeitende und nicht arbeitende auf und die Gruppen scheinen miteinander Krieg zu führen. Da ist es schwierig die goldene Mitte zu finden

  10. das mit dem Risiko für ein Burnout ist so eine Sache – und das sicher nicht nur für Mütter der modernen Welt 😉
    aber ich kann dir nur zustimmen, dass die vielen Anforderungen, die an Mütter in der heutigen Zeit gestellt werden, sicher ein Risiko dafür darstellen können …

    ich bin noch nicht Mama, aber achte natürlich trotzdem darauf regelmäßig Auszeit zu nehmen … daher war ich im August auch kaum auf SoMe unterwegs z.B. 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.