WoRüber #4+5 Wo sind meine Wurzeln?

Wie bereits auf meinem Facebook Account angekündigt, habe ich letzte Woche keinen Wochenrückblick verfasst und fasse nun beide zusammen. Dies hatte zwei Gründe: zum einen bin ich am Wochenende tatsächlich nicht dazu gekommen, zum anderen wusste ich meine vielen Gedanken nicht zusammen zu fassen. Doch nun kommt mein lang erwarteter (ja tatsächlich auch von mir selbst) Wochenrückblick der letzten beiden Wochen 🙂 Viel Spaß beim Lesen, meine Lieben!

Endlich Nichtraucher!

Es ist ziemlich mutig, bei dem Verlangen und noch diesem Entzug sich tatsächlich als “Nichtraucher” zu bezeichnen. Deshalb umschreibe ich es gerne als “ich bin x Tage rauchfrei”, wobei es heute bis auf wenige, kaum erwähnenswerte Ausrutscher nun 13 Tage sind. Angetrieben wurde ich zum einen durch gesundheitliche Gründe, schon einem bereits langen Wunsch danach, aufzuhören und nicht zuletzt auch durch meinen Kinderwunsch. Doch mein Wohlbefinden ist seitdem eher schlecht und ich frage mich langsam, ob das Aufhören wirklich förderlich für die Gesundheit ist. Denn ich habe momentan zwei Phasen, zwischen den ich mich hin und her bewege. Die erste ist das absolute Wohlgefühl und Stolz, dass alles so gut scheint und alles gut riecht und schmeckt. Diese Phase wird begleitet von einer fürchterlichen Begleitsucht, dem Essen, in der ich alles mögliche, worauf ich wahnsinnigen Appetit bekomme, in mich hinein stopfe. Und dem Hass zu mir und meinem Körper, nachdem ich alles leckere in mich rein gestopft habe, da meine Verdauung versagt hat und ich den restlichen Tag mit Magenkrämpfen rumliege und weine. Ich habe in der Zeit bereits stolze 5 kg zugenommen und traue mich kaum in den Spiegel zu sehen. Und ich habe keinen Schimmer, wie ich das noch in den Griff bekommen soll. Aber naja, zumindest habe ich aufgehört zu rauchen, richtig? Meinen genauen Aufhör-Plan möchte ich euch in naher Zukunft dennoch in meinem Blog vorstellen, wenn ich über dem Berg bin und tatsächlich ins Detail gehen kann.

Organisation ist ihr Hobby

Ich war schon immer ein penibler, genauer und ordetlicher Mensch. Besonders auf Arbeit begeistere ich mich für Listen, To Dos und Pläne, privat bin ich manchmal noch etwas chaotisch veranlagt. Dies habe ich beschlossen zu ändern und informierte mich genau über sogenannte Bullet Journals. Das sind selbst gestaltete Notizbücher, in die allen hinein kommt, das Dich interessiert, begeistert oder einfach nur notwendig ist.Dazu gehören Kalender, Notizen und Pläne, Schönes oder Nötiges. Nun ist mein Notizbuch endlich da und ich kann meiner Kreativität freien Lauf lassen. Wenn es mir gelingt, könnt ihr euch auf einen wunderbaren Beitrag freuen, in dem ich euch die Erstellung eines Bullet Journals erkläre 🙂

“Bloggen ist doch kein Beruf”

Da ich kein Gewerbe angemeldet habe und auch lange noch nicht soweit bin, mit meinem Blog Geld zu verdienen, sehe ich in diesem Satz tatsächlich für mich etwas wahres. Ja, Bloggen ist momentan eher ein Hobby und meine Brötchen verdiene ich woanders. Jedoch weiß ich durch meinen eigenen, bereits sehr unregelmäßigen Aufwand, wie aufwendig es ist, EINEN einzigen Beitrag zu verfassen.

Ich bin zur Zeit viel in Kinder- und Schwangerschaftsgruppen unterwegs. Eine Disskusion drehte sich um Messen für Kinder- und Babybedarf. Für bestimmte Berufe könne man sich Freikarten holen, hieß es. Bei den Berufen waren einige aufgelistet und als ich es wagte ich zu fragen, ob dies auch für Blogger gilt. Und bereute es gleich, denn mir kamen nur entsetzte Kommentare entgegen, wie “andere müssen studieren und lernen und die Tippen einfach einen Beitrag und dann ist es ein Beruf”. Naja ich bin nicht weiter darauf eingegangen. Wenn ich etwas in meiner Facebook Zeit gelernt habe, dann ist es, sich nicht mit gelangweilten Hausfrauen anzulegen. Die machen dich fertig.

Dennoch hat mich dieser Kommentar einfach gekränkt, denn wir möchten unsere Leser doch erreichen, recherchieren, geben uns Mühe und senden nichts einfach so ins Netz raus. Wir versuchen immer über Themen zu schreiben, die unsere Leser interessieren und stecken viel Zeit und oft auch Geld in dieses Vorhaben. Und von der Zielgruppe kommt nur “das bisschen Tippen”. Naja zumindest hat diese Person nicht versucht, selbst einen Blog zu schreiben, denn mit so wenig Aufwand hätte das ja nichts werden können.

Wo sind meine Wurzeln?

Meine Mama hat in Polen (in unserer Heimatstadt) noch eine richtig gute, langjährige Freundin, die wir regelmäßig besuchen und sie uns stets eine Unterkunft in Polen anbieten kann oder uns bei unserer Anreise unterstützt. Zum ersten Mal seit wir hier leben kam sie nun mit ihrer Familie auch uns besuchen und blieb 10 Tage. Auch wir haben Zeit mit ihr verbracht und eine wundervolle Zeit erlebt. Nur eine Sache bereitete mir Sorgen: die Sprache und Kultur.

Ich bin mit 8 Jahren nach Deutschland gezogen und durch meinen Stiefvater, der auch Deutscher war, habe ich meine Muttersprache eher selten angewendet. Auch im Freundeskreis hatte ich hier nie viele Gleichgesinnte und mit meiner einzigen ponischen Freundin beschlossen wir mit der Zeit auch Deutsch zu sprechen, weil es für uns beide einfacher war. Meine “Tante” jedoch kann kein Wort Deutsch und so musste ich mich in dieser Woche ihrer Anwesenheit wirklich durchschlagen. Denn zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich nur noch mindestens dir Hälfte verstehe, wofür ich mich auch immer rechtfertigen musste.

Auch meine Schwiegermutter erwartet, dass ich durch meine polnische Sprache immer das Russische verstehe. Natürlich, Kontexte. Aber lange keine ganzen Gespräche. Es sei zudem wichtig, dass wir unserer Tochter ebenfalls beide Sprachen beibringen, denn es würde sie in ihrem Leben weiter bringen. So wie ich mir die Ausländischen Kinder im Kindergarten jedoch ansehe, die mit sehr starkem Ankzent und viel Mühe ein paar deutsche Worte rausbringen ud oft auch als Erwachsene daran scheitern, zweifel ich stark an dieser Tatsache. Aber lassen wir dies einmal dahin gestellt.

Aber ganz ehrlich? Egal wie Schockiert alle darüber sind, dass ich kaum mehr ponisch spreche und mich auch kaum als Polin identifizieren kann (dort bin ich eben geboren, na und?), es interessiert mich persönlich ziemlich wenig. Um nicht zu sagen gar nicht. Bis auf meine Omas, die im übrigen sehr alt sind, habe ich dort keine Familie mehr und auch nichts, was mich in Zukunft bis auf einen kurzen Urlaub alle paar Jahre hinziehen würde. Wieso soll ich also an einer Sprache oder einer Sitte festhalten, ohne die ich genauso auch sehr gut leben kann?

Wie handhabt ihr das? Kommt ihr auch aus einem anderen Land? Und wie wichtig ist euch eure Kultur und Sprache?

 

7 Antworten auf „WoRüber #4+5 Wo sind meine Wurzeln?“

  1. Huhu,

    ein interessanter Wochenrückblick.

    Das mit dem Rauchen wirst du sicherlich erfolgreich schaffen, einen kleinen Schritt hast du ja bereits hinter dir und es kann ja nur Berg auf gehen… Oft ist das ja auch reine Kopfsache… Vielleicht solltest du dir was zur Ablenkung suchen? Puzzeln, stricken etc. manchmal hilft das.

    Lg
    Steffi

  2. Ich habe vor einigen Jahren meinen Mann gebeten mit dem Rauchen aufzuhören. Er war starker Raucher was bei meinem Asthma nicht so gut ist. Sein Arzt riet ihm dazu nicht ganz aufzuhören sondern einfach nur drei Zigaretten am Tag zu rauchen. Das klappt jetzt seit 8 Jahren wunderbar.
    Liebe Grüße Sigrid

  3. So ein toller Bericht!

    Ich bin halbe halbe… meine Mutter aus der Schweiz und mein Vater aus Armenien!

    Da ich im Alltag sehr schweizerisch lebe, sind mir die Wurzeln von Armenien sehr sehr wichtig und ich lese auch immer wieder gerne über das Land Berichte!

    Leider war ich noch nie in Armenien, aber wenn mein Sohn etwas älter ist, möchte ich das Land und meine Wurzeln sehr gerne besuchen gehen!

    Ich schaue auch immer wieder, dass gewisse armenische Traditionen nicht verloren gehen, wie zum Beispiel die Küche, leider hat mir mein Vater nie die Sprache beigebracht!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

  4. Ich finde es immer spannend, wie andere mit Herkunft etc umgehen. Ich bin durch und durch Deutsche, habe also keine anderen Wurzeln. Was ich manchmal etwas schade fand, aber wieso eigentlich? Man erhält ja heute auch so viele viele Impulse aus anderen Kulturen. Man muss aber eben irgendwie mit ihnen verbunden sein.
    Genieß deinen Tag!

  5. ein cooler Beitrag liebe Wioleta! da erfährt man nochmal einiges über dich, dass man so ja nicht kennt 🙂

    für mich ist das Bloggen inzwischen ja tatsächlich zum Beruf geworden – deswegen ist es allerdings nicht weniger Hobby. ich denke der Begriff Leidenschaft trifft es ganz gut 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  6. Hallöchen,
    meine Eltern kommen aus Russland, aber ich bin hier geboren und auch voll “eingedeutscht”. Ich liebe das russische Essen und werde es hoffentlich auch später meinen Kindern weitergeben können. Leider spreche ich nur kein russisch und kann dies nicht weitergeben!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  7. Ich bin mir sicher, wenn du es wirklich willst mit dem rauchen aufzuhören, schaffst du es auch. Es ist eine reine Kopfsache. Und das mit dem Essen kannst du super kompensieren, zb. mit Nüssen oder ein Glas Wasser trinken.

    Alles Liebe!

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